Diskussion:Jorge Luis Borges
aus Wikiquote, der freien Zitatsammlung
"Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen. Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen. Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin. Ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen. Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen, Sonnenuntergänge betrachten, mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen. Wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen. Und ich würde mehr mit Kindern spielen." - im Alter von 85 Jahren auf die Frage nach der Bilanz seines Lebens
Wir suchen nach der Originalquelle dieses Zitates. Die Rechte für Deutschland liegen beim Hanser-Verlag, von diesem erhielten wir die Auskunft, dieser Text sei NICHT von Borges und die Witwe würde schon seit einiger Zeit versuchen, die Zuschreibung zu verhindern.
wer kann weiterhelfen?
Bertram schmidt-Friderichs Verlag Hermann schmidt Mainz bsf@typografie.de
Lieber Herr Schmidt-Friedrichs,
dieser Text erinnert doch stark an den vermeintlichen Abschiedsbrief des immer noch sehr lebendigen García Márquez (kursiert seit 2000 im Web), der übrigens sehr entäuscht war, dass man ihm eine solche Schreibe zutraue. Da Borges vermutlich nun bar aller Enttäuschung ist, bin ich's nun hier stellvertretend. María Kodama liegt, soweit ich dies nach mehrjähriger Forschungs- und Lehrtätigkeit über Borges sagen kann, hier vollständig richtig. Sollten Sie - dies wird nicht ganz ersichtlich - zu Borges recherchieren (etwa zu den hier als "zugeschrieben" bezeichneten Zitaten), können Sie mich gerne kontaktieren: literattitude@email.de Ansonsten verweise ich Sie auf den besagten Abschiedsbrief, der in unterschiedlichen Abfassungen existiert, dessen Tenor aber auffallend ähnlich naiv und larmoyant ist:
Ein Genie verabschiedet sich
Wenn für einen Augenblick Gott vergessen würde, dass ich eine Stoffmarionette bin und er mir noch einen Fetzen Leben schenken würde, die Zeit würde ich intensiver ausnutzen. Wenn Gott mir einen Fetzen Leben schenken würde, einfach würde ich mich kleiden und mich in die Sonne stürzen und nicht nur meinen Körper sondern meine Seele öffnen. Einem Kind würde ich Flügel schenken, aber ich würde ihm allein das Fliegenlernen überlassen. Sag immer was du fühlst und mach was Du denkst.
Suche die Nähe deiner geliebten Menschen, flüstere ihnen zu wie sehr du sie brauchst, liebe sie und behandele sie gut. Nehme dir Zeit um Ihnen zu sagen: »Tut mir Leid«, »Bitte«, »Danke« und alle Liebeswörter, die Du kennst.
Schicke diesen Brief wem du willst. Wenn du das nicht heute machst, morgen wird genauso sein wie gestern, und wenn Du es niemals machst, es ist auch nicht schlimm. Was zählt, ist jetzt, dieser Augenblick!
Viele liebe Grüße!!! Gabriel García Marquez
Und mit freundlichem Gruß,
Michael Krumm
Abgedruckt ist die Geschichte im Buch „Hühnersüppchen für die Seele. Geschichten, die das Herz erwärmen" ISBN 978-3442164400. Dort allerdings als Unterschrift: Die 86jährige Nadine Stair