Gotthold Ephraim Lessing
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[Bearbeiten] Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)
deutscher Dichter
[Bearbeiten] Überprüft
[Bearbeiten] Der Freigeist
- "Das Religiöse steht der weiblichen Bescheidenheit sehr wohl; es gibt der Schönheit ein gewisses edles, gesetztes und schmachtendes Ansehen." - Der Freigeist, IV, 3 / Adraft
- "Ein Atheist ist eine Brut der Hölle, die sich, wie der Teufel, tausendmal verstellen kann. Bald ist's ein listiger Fuchs, bald ein wilder Bär; bald ist's ein Esel, bald ein Philosoph; bald ist's ein Hund, bald ein unverschämter Poete. Kurz, es ist ein Untier, das schon lebendig bei dem Satan in der Hölle brennt, eine Pest der Erde, eine abscheuliche Kreatur, ein Vieh, das dummer ist, als ein Vieh; ein Seelenkannibal, ein Antichrist, ein schreckliches Ungeheuer." - Der Freigeist / Martin
[Bearbeiten] Emilia Galotti
- "Die beste Lunge erschöpft sich, auch sogar eine weibliche." - Emilia Galotti, III, 6 / Marinelli. Berlin: Voß, 1772, S. 72
- "Lass dich den Teufel bei einem Haare fassen, und du bist sein auf ewig." - Emilia Galotti, II, 3 / Pirro. Berlin: Voß, 1772, S. 38
- (Original: "Laß dich den Teufel bey Einem Haare fassen; und du bist sein auf ewig?")
- "Noch einen Schritt vom Ziele, oder noch gar nicht ausgelaufen sein, ist im Grunde eines." - Emilia Galotti, II, 8 / Appiani. Berlin: Voß, 1772, S. 56
- (Original: "Noch einen Schritt vom Ziele, oder noch gar nicht ausgelaufen seyn, ist im Grunde eines.")
- "Man lobt den Künstler dann erst recht wenn man über sein Werk sein Lob vergisst." - Emilia Galotti
- "Perlen bedeuten Tränen." - Emilia Galotti, II, 7 / Emilia. Berlin: Voß, 1772, S. 54
- (Original: "Perlen bedeuten Thränen.")
- "Still mit dem Aber! Die Aber kosten Überlegung." - Emilia Galotti, IV, 3 / Orsina. Berlin: Voß, 1772, S. 107
- "Tu, was du nicht lassen kannst!" - Emilia Galotti, II, 3 / Angelo. Berlin: Voß, 1772, S. 38
- (Original: "Thu, was du nicht lassen kannst!")
- "Vor allen Dingen, eine Kleinigkeit als eine Kleinigkeit ansehen!" - Emilia Galotti, I, 6 / Marinelli. Berlin: Voß, 1772, S. 27
- "Was Gewalt heißt, ist nichts: Verführung ist die wahre Gewalt." - Emilia Galotti, V, 7 / Emilia. Berlin: Voß, 1772, S. 149
- "Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verlieret, der hat keinen zu verlieren." - Emilia Galotti IV, 7 / Orsina. Berlin: Voß, 1772, S. 120
[Bearbeiten] Hamburgische Dramaturgie
- "Denn nichts ist groß, was nicht wahr ist." - Hamburgische Dramaturgie
- "Der Name Mutter ist süß; aber Frau Mutter ist wahrer Honig mit Zitronensaft." - Hamburgische Dramaturgie 20
- "Die Komödie will durch Lachen bessern, aber nicht eben durch Verlachen." - Hamburgische Dramaturgie 29
- "Die Poesie geht mehr auf das Allgemeine und die Geschichte auf das Besondere." - Hamburgische Dramaturgie
- "Ein Preservatif ist auch eine schätzbare Arzeney; und die ganze Moral hat kein kräftigers, wirksamers, als das Lächerliche." - Hamburgische Dramaturgie. 1. Theil. 29. Stück. O. O., 1769. S. 226. books.google.com
- "In der Natur ist alles mit allem verbunden, alles durchkreuzt sich, alles wechselt mit allem, alles verändert sich eines in das andere." - Hamburgische Dramaturgie
- "Nicht jeder Kunstrichter ist ein Genie, aber jedes Genie ist ein geborener Kunstrichter." - Hamburgische Dramaturgie
- "Nicht jeder, der den Pinsel in die Hand nimmt und Farben verquistet, ist ein Maler." - Hamburgische Dramaturgie 101-104
- "So wie es selten Komplimente gibt ohne alle Lügen, so findet sich auch selten Grobheiten ohne alle Wahrheit." - Hamburgische Dramaturgie
[Bearbeiten] Minna von Barnhelm
- "Das Herz redet uns gewaltig gern nach dem Maule. Wenn das Maul eben so geneigt wäre, nach dem Herzen zu reden, so wäre die Mode längst aufgekommen, die Mäuler unter'm Schlosse zu tragen." - Minna von Barnhelm, oder das Soldatenglück. II, 1 (Franciska). Lampel, 1763. S. 26. books.google.com
- "Freue dich mit mir! Es ist so traurig, sich allein zu freuen!" - Minna von Barnhelm
- "Ich brauche keine Gnade, ich will Gerechtigkeit." - Minna von Barnhelm
- "Man muss nicht reicher scheinen wollen, als man ist." - Minna von Barnhelm / Tellheim
- "Was kann der Schöpfer lieber sehen als ein fröhliches Geschöpf!" - Minna von Barnhelm, II, 7 / Fräulein
[Bearbeiten] Nathan der Weise
- "Der Aberglauben schlimmster ist, den seinen für den erträglicheren zu halten." - Nathan der Weise
- "Der Wunder höchstes ist, dass uns die wahren, echten Wunder so alltäglich werden können, werden sollen." - Nathan der Weise
- "Erröten macht die Hässlichen so schön." - Nathan der Weise
- "Es ist Arznei, nicht Gift, was ich dir reiche." - Nathan der Weise
- "Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten." - Nathan der Weise
- "Ich fürchte, grad unter Menschen möchtest du ein Mensch zu sein verlernen. - Nathan der Weise
- "Jeder liebt sich selber nur am meisten." - Nathan der Weise
- "Kein Mensch muss müssen." - Nathan der Weise
- "Macht denn nur das Blut den Vater?" - Nathan der Weise V, 7 / Recha
- "Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab." - Nathan der Weise
- "Und ist denn nicht das ganze Christentum aufs Judentum gebaut? Es hat mich oft geärgert, hat mich Tränen genug gekostet, wenn Christen gar so sehr vergessen konnten, dass unser Herr ja selbst ein Jude war." - Nathan der Weise / Klosterbruder
- "Was hätt' ein Weiberkopf erdacht, das er nicht zu beschönen wüsste." - Nathan der Weise 3. 4
- "Der Wille und nicht die Gabe macht den Geber." - Klosterbruder
- "Es eifre jeder seiner unbestochnen von Vorurteilen freien Liebe nach!" - Nathan der Weise 3. 7, Reclam : Stuttgart 1966, Seite 75
[Bearbeiten] Sinngedichte
- "Damit er einst was kann von seinen Eltern erben, so lassen sie ihn jetzt vor Hunger weislich sterben." - Sinngedichte, "Auf den Sophron"
- "Es hat der Schuster Franz zum Dichter sich entzückt. // Was er als Schuster tat, das tut er noch: er flickt." - Sinngedichte, Der Schuster Franz
- "Wer wird nicht einen Klopstock loben? // Doch wird ihn jeder lesen? Nein! // Wir wollen weniger erhoben // und fleißiger gelesen sein." - Sinngedichte
[Bearbeiten] Briefe, Fabeln, Laokoon, Philotas, Theologische Streitschriften, Sonstige
- "Der Aberglaube traut den Sinnen bald zu viel, bald zu wenig." - Theologische Streitschriften, Das Testament Johannis
- "Der mitleidigste Mensch ist der beste Mensch." - Lessing, Mendelssohn, Nicolai: Briefwechsel über das Trauerspiel [1756/57], hg. v. Jochen Schulte-Sasse, München 1972, S.55
- "Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt." - Sämtliche Schriften, Hrsg. Karl Lachmann
- "Die beste Anbetung, Prinz, ist dankende Freude." - Philotas
- "Die Menge auf etwas aufmerksam machen heißt: dem gesunden Menschenverstand auf die Spur zu helfen." - Beweis des Geistes und der Kraft
- "Es ist ein Beweis für die wahre, für die richtig verstandene wahre Religion, wenn sie uns überall auf das Schöne zurückbringt." - Wie die Alten den Tod gebildet, Schluss
- "Für wohlgerathene Kinder können Aeltern nicht zu viel thun. Aber wenn sich ein blöder Vater für einen ausgearteten Sohn das Blut vom Herzen zapft, dann wird Liebe zur Thorheit." - Der Pelikan. Aus: Fabeln. Drei Bücher. Buch 1, Nr. 25. Leipzig: Göschen, 1859. S. 17f. books.google.com
- "Reiz ist Schönheit in Bewegung." - Laokoon, I, 21, Breslau 1766
- "Töne, frohe Leier, // Töne Lust und Wein! // Töne, sanfte Leier, // Töne Liebe drein!" - An die Leier
- "Was ist ein Held ohne Menschenliebe." - Philotas, 7 / Aridäus
- "Welche Freude, wenn es heißt: Alter, du bist alt an Haaren, blühend aber ist dein Geist!" - Die 47. Ode Anakreons
[Bearbeiten] Zitate mit Bezug auf Lessing
- "Am letzten Tage glaubte er sich außerordentlich wohl zu befinden, wie er sich aber abends ins Bett legen ließ, befiel ihn die Engbrüstigkeit so heftig, dass er nach wenigen Minuten, sich und den Umstehenden unvermutet, starb." - Johann Anton Leisewitz, "Nachricht von Lessings Tod", 1781
[Bearbeiten] Weblinks
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