Jean Paul

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Jean Paul (1763-1825)

deutscher Dichter, Publizist und Pädagoge
eigentlich: Johann Paul Friedrich Richter

[Bearbeiten] Überprüft

[Bearbeiten] an Renate Wirth

  • "Du liebes Bayreuth, auf einem so schön gearbeiteten, so grün angestrichenen Präsentierteller von Gegend einem dargeboten - man sollte sich einbohren in dich, um nimmer heraus zu können." - an Renate Wirth, 1793
  • "O du geliebtes Bayreuth, in das ich wie in einen Himmel fuhr und in dem ich jede Minute verschlang, aus Furcht, sie fliege ungenossen vorüber -, besuche mich in meinen Höfer Träumen und spiegle dich in ihnen mit deinen Gegenden und Einwohnern ab wie der Himmel im klaren Bach." - an Renate Wirth, 1790

[Bearbeiten] Bemerkungen über den Menschen

  • "Der Mensch ist gut und will nicht, daß man vor einem andern als ihm selbst krieche." - Bemerkungen über den Menschen, SW Abt.2, Bd.5 - Quelle: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen (1978, Philipp Reclam)"
  • "Ein Schmeichler ist's selten aus bloßem Eigennutz, sondern aus Charakter; denn er schmeichelt Niedrigen wie Hohen." - Bemerkungen über den Menschen, 5. Bändchen (Februar 1803)
  • "Eine lange Zeit lernt man darum die Menschen nicht kennen, weil man sie überall für besser hält als sich." - Bemerkungen über den Menschen, SW Abt.2, Bd.5 - Quelle: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen (1978, Philipp Reclam)"
  • "Es gibt Menschen, denen jedes Lob Tadel ist, das nicht das größte ist." - Bemerkungen über den Menschen, SW Abt.2, Bd.5 - Quelle: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen (1978, Philipp Reclam)"
  • "Es ist leichter, die Menschen zu lieben als zu ertragen - viele heftig zu lieben, als keinen zu hassen." - Bemerkungen über den Menschen, SW Abt.2, Bd.5 - Quelle: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen (1978, Philipp Reclam)"
  • "Feststehende philosophische Worte sind gefährlich – man bringt sein ganzes Anschauungssystem darunter – und dann versteht man fremde Worte nicht, die man sonst verstände." - Bemerkungen über den Menschen, SW Abt.2, Bd.5 - Quelle: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen (1978, Philipp Reclam)"
  • "In der Liebe wird der Ernst der Jungfrau bezaubern; in der Ehe, die selber ein langer Ernst ist, möchte leichtes Scherzen und Bescherzen der Welt besser einschlagen." - Bemerkungen über den Menschen, 6. Band, August 1811

[Bearbeiten] Bemerkungen über uns närrische Menschen

  • "An ungebildeten Leuten ärgert einen Eigennutz nicht." - Bemerkungen über uns närrische Menschen, 2. Band (Februar 1793)
  • "Jede Freude füllt, jeder Schmerz leert dich, aber in jener hat noch Sehnsucht Platz, in diesem noch Zuversicht." - Bemerkungen über uns närrische Menschen, 2. Band (Februar 1793)
  • "Warum lieben wir die Tugend an andern zehnmal mehr als an uns? Warum fühlen wir so viel Wärme gegen einen Aufopfernden und halten's für Schuldigkeit bei uns? Einmal müssen wir uns irren." - Bemerkungen über uns närrische Menschen, Band 2, 1793

[Bearbeiten] Dämmerungen für Deutschland

  • "In den Dämmerungen regiert das Herz." - Dämmerungen für Deutschland
  • "Lass sich doch keine Seele vom Glauben an Gott in ihrer Lebens-Geschichte etwa dadurch abneigen, daß sie zu klein dafür sei in der Menge der Geister und Sonnen." - Dämmerungen für Deutschland

[Bearbeiten] Die unsichtbare Loge

[Bearbeiten] Feldprediger Schmelzle

  • "Manche Dichter geraten unter dem Malen schlechter Charaktere oft so ins Nachahmen derselben hinein, wie Kinder, wenn sie träumen zu pissen, wirklich ihr Wasser lassen." - Feldprediger Schmelzle, SW Abt.1, Bd.13 - Quelle: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen (1978, Philipp Reclam)"
  • "Mancher wird ein freier Diogenes, nicht wenn er in dem Fasse, sondern wenn dieses in ihm wohnt." - Feldprediger Schmelzle, SW Abt.1, Bd.13 - Quelle: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen (1978, Philipp Reclam)"
  • "Unglück kann sich wie ein Skorpion in jede Ecke verkriechen." - Feldprediger Schmelzle

[Bearbeiten] Hesperus

  • "Die Kälte hat ewig ein Sprachrohr und die Empfindung ein Hörrohr. Die Ankunft einer ungeliebten fürstlichen Leiche oder dergleichen Braut hört man an den Polarzirkeln; hingegen wenn wir Niedere unsre Gräber oder unsre Arme mit Geliebten füllen: so fallen bloß einige ungehörte Tränen, trostlose oder selige." - Hesperus
  • "Die Leidenschaft macht die besten Beobachtungen und die elendesten Schlüsse. Sie ist ein Fernrohr, dessen Feld desto heller, je enger es ist." - Hesperus, Sämtliche Werke, Abt.l, Bd. 3 - Quelle: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen (1978)
  • "Wenn man beim Stiche der Biene oder des Schicksals nicht stillehält, so reißet der Stachel ab und bleibt zurück." - Hesperus

[Bearbeiten] Levana

  • "Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffe landen und anstürmende scheitern." - Levana
  • "Da aber der Deutsche keine Zeit so gern erlebt als Bedenkzeit - zu seinem größten Schritt, den er tat, nämlich ins Leben, nahm er sich gar eine Bedenkewigkeit -: so gibt er dem festen langsamen Schreiben den Preis vor dem leichten her- und wegrauschenden Sprechen; ungleich dem Süden ist er weniger ein redseliges als ein schreibseliges Volk, wie seine Registraturen und Bücherschränke ansagen." - Levana, 1. Bruchstück, 2. Kap., § 13, gutenberg-for-kids.de
  • "Das körperliche Herz sei das Muster des geistigen: verletzbar, empfindlich, rege und warm, aber ein derber, frei fortschlagender Muskel hinter dem Knochengitter, und seine zarten Nerven sind schwer zu finden." - Levana
  • "Die weibliche Kleider-Liebe hat samt der Reinlichkeit, welche gleichsam auf der Grenzscheide zwischen Leib und Sittlichkeit wohnt, eine Wand- und Tür-Nachbarin, nämlich Herzens-Reinheit." - Levana
  • "Die Wiederholung ist die Mutter - nicht bloß des Studierens, sondern auch der Bildung." - Levana
  • "Ein verdrießlicher Gott ist ein Widerspruch oder der Teufel." - Levana
  • "Einen traurigen Mann erdulde ich, aber kein trauriges Kind." - Levana I, 3, 2
  • "Einzelne Regeln ohne den Geist der Erziehung sind ein Wörterbuch ohne Sprachlehre. " - Levana, Vorrede zur 1. Auflage – Quelle: gutenberg.spiegel.de
  • "Hinter einem voranziehenden Gott würden alle Menschen Götter. Tilgt ihr aber das Ideal aus der Brust, so verschwindet damit Tempel, Opferaltar und alles." - Levana
  • "Jede gute Erzählung, so wie gute Dichtung, umgibt sich von selber mit Lehren." - Levana
  • "Jedes Ich ist Persönlichkeit, folglich geistige Individualität." - Levana

[Bearbeiten] Siebenkäs

  • "Armut ist die einzige Last, die schwerer wird, je mehr Geliebte daran tragen." - Siebenkäs
  • "Dass du gewiss in Bayreuth selig sein wirst, so sehr sind dessen Häuser und Berge zu loben." - Siebenkäs, 1795/96
  • "Der Hauptfehler des Menschen bleibt, dass er so viele kleine hat." - Siebenkäs, 1. Bändchen, Kap. 4 - Quelle: Johannes John: Reclam Zitaten-Lexikon (1997,3. Aufl., Philipp Reclam, Stuttgart)
  • "Hier auf dem offenen Meere der Welt, mitten unter hundert Schiffen, kann ich Dir nicht durch das Sprachrohr der Presse das zuschreien, was ich Dir viel lieber nahe an Deinem Angesicht und an Deiner Brust zuflüstern möchte." - Siebenkäs

[Bearbeiten] Vorschule der Ästhetik

  • "Nie vergesse der Dichter über der Zukunft, die ihm eigentlich heller vorschimmert, die Forderungen der Gegenwart und also des nur an diese angeschmiedeten Lesers." - Vorschule der Ästhetik

[Bearbeiten] Kleine Nachschule zur ästhetischen Vorschule

  • "Die bloße Empfindung schafft nicht den Dichter, aber der bloße Dichter auch nicht jene. Im ersten Irrtum ist der Jüngling, im zweiten der Kritiker." - Kleine Nachschule zur ästhetischen Vorschule

[Bearbeiten] Weitere Werke

  • "Alle plötzlichen Dämmerungen sind nur die der Sonnenfinsternisse und also keine wachsende, sondern ebenso plötzlich verschwindende." - Politische Fastenpredigten
  • "Das Alter ist nicht trübe, weil darin unsre Freuden, sondern weil unsre Hoffnungen aufhören." - Titan (Die zehn Verfolgungen des Lesers. Fünfte), Sämtliche Werke, 1.Abt., Bd. 8 - Quelle: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen (1978, Philipp Reclam)"
  • "Der Dichter gleicht der Saite: Er selber macht sich unsichtbar, wenn er sich schwingt und Wohllaut gibt." - Dr. Katzenbergers Badereise
  • "Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens." - Museum, Sämtliche Werke, 1.Abt., Bd. 16 - Quelle: Harenberg Lexikon der Sprichwörter und Zitate (2002, 3. Auflage)
  • "Eine neue Rolle des Lebens spielt der Mensch am wärmsten und am besten; über unsern Antrittspredigten schwebt der Heilige Geist brütend mit Taubenflügeln – nur später liegen die Eier kalt." - Titan (102. Zyklus), Sämtliche Werke, 1.Abt., Bd. 8
  • "Je zarter und inniger die Verbindung ist, desto mehr glauben wir Männer, auch über das Kleinste rechten zu müssen, um (nach unsrer systematischen Folgerechtlichkeit) zuletzt das Vollendete zu erringen; aber gerade die Kriege um Nichts nehmen die Siege über Alles." - Herbstblumine (Trümmer eines Ehespiegels), SW, 1.Abt., Bd. 17 - Quelle: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen (1978, Philipp Reclam)"
  • "Mädchen und Gold sind desto weicher, je reiner sie sind." - Blumen-, Frucht- und Dornenstücke


[Bearbeiten] Zitate mit Bezug auf Jean Paul

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