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römischer Historiker und Politiker
- "Damit er sich des Volkes für die Zukunft versichere, gab Moyses ihnen neue Kultbräuche, die im Gegensatz stehen zu denen aller übrigen Menschen. Unheilig ist dort alles, was bei uns heilig, andererseits ist erlaubt bei ihnen, was für uns als Schande gilt." - Tacitus über die Juden (Exkurs, Historien 5, 4)
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- (Original lat.: "Moyses quo sibi in posterum gentem firmaret, novos ritus contrariosque ceteris mortalibus indidit. profana illic omnia quae apud nos sacra, rursum concessa apud illos quae nobis incesta.")
- "Bestraften Geisteshelden wächst Ansehen zu." - Annalen IV, 35. Übersetzung durch Erich Heller in: Tacitus Annalen, dtv, München, 1991 (Artemis, Zürich und München, 1982), ISBN 3-423-02263-9, S. 209. Eine Fehlübersetzung führte zu einem fälschlich zugeschriebenen Zitat (siehe Abschnitt unten).
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- (Original lat.: "Punitis ingeniis, gliscit auctoritas.")
- "Durch die Bestrafung von Geisteswerken wächst deren Ansehen." - Alternative Übersetzung in: Helga Schreckenberger, Ästhetiken des Exils, veröffentlicht von Rodopi, ISBN 9042009659, 2003, S. 313 [1]
- "Die Zahl der Kinder zu beschränken oder eines der nachgeborenen Kinder zu töten, ist eine Schandtat. Und mehr vermögen dort gute Sitten als anderswo Gesetze." - Germania XIX
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- (Original lat.: "Numerum liberorum finire, aut quenquam ex agnatis necare, flagitium habetur: plusque ibi boni mores valent, quam alibi bonae leges.")
- "Es entspricht dem menschlichen Wesen, den zu hassen, den man verletzt hat." - Agricola 42, 4. Übersetzung Wikiquote in Anlehnung an die "Präparation zu Tacitus" und die "Cyclopædia" (s.u.)
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- Alternative Übersetzung: "Es ist die Eigenthümlichkeit des menschlichen Charakters, zu hassen, wen man verletzt hat." - Präparation zu Tacitus' Werken, Bd. 1, Agricola, Germania, Verlag Wilhelm Violet, Leipzig, o.J. (ca. 1900), S. 222 [2]
- (Original lat.: "Proprium humani ingenii est odisse, quem laeseris.")
- Lateinisch zitiert in Vittorio Hösle, Moral und Politik: Grundlagen einer politischen Ethik für das 21. Jahrhundert, C.H. Beck, 1997, ISBN 3406427979, S. 388 mit dem Zusatz "..., heißt es bei Tacitus ..., dessen tiefem Blick in die Abgründe menschlicher Bosheit kein Früherer gleichgekommen ist."
- (Englische Version als Anhalt der hier gewählten deutschen Übersetzung: "It is human nature to hate those whom we have injured." - The Cyclopædia of Practical Quotations, von Jehiel Keeler Hoyt, Anna Lydia Ward, Veröffentlicht von I. K. Funk & Co., 1882, S. 535 [3])
- "Je verdorbener der Staat, desto mehr Gesetze hat er." - Annalen III, 27
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- (Original lat.: "Corruptissima re publica plurimae leges.")
- "Meine Absicht ist zu berichten, ohne in Zorn und Eifer zu verfallen, wofür ich kaum Gründe habe." - Annalen I, 1
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- (Original lat.: "consilium mihi […] tradere […] sine ira et studio, quorum causas procul habeo.")
- "sine ira et studio" wurde zum sprichwörtlichen Ausdruck für objektive Berichterstattung
- "Nichts unter der Sonne ist so unbeständig und vergänglich wie der Ruf der Macht, wenn sie sich nicht auf die eigene Kraft stützt. - Annalen XIII, 19, www.gottwein.de: 2. Annales
[Bearbeiten] Kommentierte Zitate
- "Sie schaffen eine Wüste und nennen das Frieden" - Agricola 30, 5
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- (Original lat.: "Solitudinem faciunt, pacem apellant.")
- Zitierung: Die ohnmächtige Supermacht, Michael Mann, Übersetzung Thomas Atzert, Campus Verlag, 2003, ISBN 3593373130, S. 324 [4]: "Tacitus könnte mit Recht über die Amerikaner im Nahen Osten sagen: Sie schaffen eine Wüste und nennen es Frieden."
- Vollständigeres Zitat: "Plündern, morden, rauben nennen sie mit falschem Namen 'Imperium', und wo sie eine Wüste schaffen, nennen sie es Frieden." - Übersetzung nach: Das Altertum, Akademie-Verlag, 1958, S. 37 [5]. Imperium wird häufig auch mit "Herrschaft" übersetzt, siehe hierzu und zum weiteren Kontext des Zitats beispielsweise: Des P. Cornelius Tacitus Werke, Übersetzung W. Engelmann, 1866, S. 169 [6]
- (Original lat.: "Auferre trucidare rapere falsis nominibus imperium, atque ubi solitudinem faciunt, pacem appellant.")
- Einordnung im historischen Rahmen: In dem Buch 'Heilige' von Markus Pohlmeyer-Jöckel, Arnold Angenendt, LIT Verlag Berlin-Hamburg-Münster, 2002, ISBN 3825860817, heißt es auf S. 77 vor Nennung des Zitats: "In der Bio-/Historiographie 'Agricola' benutzt der größte römische Geschichtsschreiber die Rede des Britannenführers Calgacus, gehalten vor der Entscheidungsschlacht zwischen Kaledonieren und Römern, als Sprachrohr für eine in der lateinischen Literatur einzigartige Rom-Kritik."
[Bearbeiten] Fälschlich zugeschrieben
- "Nichts erhält die Gesetze so wirksam wie ihre Anwendung gegen hochgestellte Personen." - Häufig auf Jura-Webseiten Tacitus zugeschrieben, angeblich aus den Annalen, dort aber nicht zu finden
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- Dies ist offenbar die Rückübersetzung einer missglückten englischen Übertragung des obigen Zitats "Bestraften Geisteshelden ...", lat. "punitis ingeniis, gliscit auctoritas." Hierfür gibt z.B. The Routledge Dictionary of Latin Quotations von Jon R. Stone, Routledge, 2005, ISBN 0415969093, auf S. 92 an [7]: "When men of talents are punished, authority is strengthened." Diese Übersetzung wäre als wörtliche Übersetzung der lateinischen Sentenz möglich, ist aber im Kontext nicht zu halten, da Tacitus sich auf eine Bücherverbrennung bezieht. Eine zutreffendere englische Übersetzung lautet z.B.: "Genius chastised grows in authority." in A History of Roman Literature, Michael von Albrecht, Gareth L. Schmeling, Brill, 1996, ISBN 9004107118, übersetzt unter Mithilfe von Ruth R. Caston and Francis R. Schwartz, S. 1132 [8]