Theodor Herzl

aus Wikiquote, der freien Zitatsammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Theodor Herzl (1860-1904)

österreichischer Schriftsteller, Journalist und Politiker

[Bearbeiten] Überprüft

[Bearbeiten] Der Judenstaat

Der Judenstaat
  • "Ich glaube an das Aufsteigen der Menschen zu immer höheren Graden der Gesittung, nur halte ich es für ein verzweifelt langsames." - Einleitung, S. 10
  • "Wir sind ein Volk, Ein Volk." - Einleitung, S. 11
  • "Zu den hohen Einwendungen gehört es, dass in der Welt die Nothlage der Juden nicht die einzige ist. — Ich meine aber, dass wir immerhin anfangen sollen, ein wenig Elend hinwegzuräumen; wäre es auch vorläufig nur unser eigenes." - Schlusswort, S. 83

[Bearbeiten] Tagebuch

  • "Den jetzigen Antisemitismus kann man nur an vereinzelten Orten für die alte religiöse Intoleranz halten. Zumeist ist er bei den Kulturvölkern eine Bewegung, mit der sie ein Gespenst ihrer eigenen Vergangenheit abwehren möchten." - Tagebucheintrag, S.196.
  • "Der Antisemitismus, der in der großen Menge etwas Starkes und Unbewußtes ist, wird aber den Juden nicht schaden. Ich halte ihn für eine dem Judencharakter nützliche Bewegung. Er ist die Erziehung einer Gruppe durch die Massen und wird vielleicht zu ihrer Aufsaugung führen." - Tagebucheintrag, S.12.
  • "Erzogen wird man nur durch Härten. Es wird die Darwinsche Mimikry eintreten. Die Juden werden sich anpassen. Sie sind wie Seehunde, die der Weltzufall ins Wasser warf. Sie nehmen Gestalt und Eigenschaften von Fischen an, was sie doch nicht sind. Kommen sie nun wieder auf festes Land und dürfen da ein paar Generationen bleiben, so werden sie wieder aus ihren Flossen Füße machen." - Tagebucheintrag, S.12.
  • "Ich begreife den Antisemitismus. Wir Juden haben uns, wenn auch nicht durch unsere Schuld, als Fremdkörper inmitten verschiedener Nationen erhalten. Wir haben im Ghetto eine Anzahl gesellschaftswidriger Eigenschaften angenommen. Unser Charakter ist durch den Druck verdorben, und das muß durch einen anderen Druck wieder hergestellt werden." - Tagebucheintrag, S.10.
  • "Ich glaube, der Judenstaat ist ein Weltbedürfnis, und darum wird er entstehen." - Tagebucheintrag, S.348.
  • "Ich glaube, es muß jetzt schon von allen Seiten klar sein: Der Judenstaat ist ein Weltbedürfnis! Und darum wird er entstehen - mit Ihnen, meine Herren, oder gegen Sie! - Tagebucheintrag, S.196.
  • "Mit dem Verleger Breitenstein abgeschlossen. Er war begeistert, als ich ihm einige Stellen aus der nach langer Mühe endlich fertigen Schrift vorlas. Den Titel habe ich geändert. „Der Judenstaat". Jetzt fühle ich die Erleichterung nach getaner Arbeit. Einen Erfolg erwarte ich nicht. - über die Schrift "Der Judenstaat"; Tagebucheintrag 19. Jänner 1896, S.328.
  • "Selbstverständlich werden wir Andersgläubige achtungsvoll dulden, ihr Eigentum, ihre Ehre und Freiheit mit den härtesten Zwangsmitteln schützen." - Tagebucheintrag vom 12. Juni 1895, S.98.
  • "Tatsächlich ist der Antisemitismus die Folge der Judenemanzipation, Bevölkerungen, denen das historische Verständnis mangelt — also alle —, sehen uns aber nicht als geschichtliches Produkt an, nicht als die Opfer früherer, grausamer und noch beschränkterer Zeiten. Die wissen nicht, daß wir so sind, weil man uns unter Qualen so gemacht hat, weil die Kirche das Wuchergewerbe für Christen unehrlich machte und wir durch die Herrscher in Geldgeschäfte gedrängt wurden. Wir kleben am Geld, weil man uns aufs Geld geworfen hat." - Tagebucheintrag, S.10f.
  • "Von unserem Nationalplan spricht ganz Palästina. Wir sind ja doch die angestammten Herren des Landes." - Tagebucheintrag vom 20. Februar 1897, S.591.
  • "Wien, 16. April 1896. Hier unterbrach ich damals die zusammenhängende Darstellung, denn es folgten mehrere Wochen einer beispiellosen Produktion, in denen ich die Einfälle nicht mehr ruhig ins Reine schreiben konnte. Ich schrieb gehend, stehend, liegend, auf der Gasse, bei Tisch, bei Nacht, wenn es mich aus dem Schlaf aufjagte." - über die Schrift "Der Judenstaat"; Tagebucheintrag, S.28.
  • "Ziehen wir in eine Gegend, wo es für die Juden ungewöhnliche wilde Tiere gibt — große Schlangen usw. — so benütze ich die Eingeborenen, bevor ich sie in den Durchzugsländern beschäftige, dazu, diese Tiere auszurotten. Hohe Prämien für Schlangenhäute usw. und für die Brut." - Tagebucheintrag vom 12. Juni 1895, S.108f.
  • "Zum Bleiben wie zum Wandern muß die Rasse zunächst an Ort und Stelle verbessert werden. Man muß sie kriegsstark, arbeitsfroh und tugendhaft machen." - Tagebucheintrag, S.25.

[Bearbeiten] Quellen

  • Herzl, Theodor: Der Judenstaat. Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage. Berlin und Wien 1896.
  • Theodor Herzls Tagebücher. Erster Band. Jüdischer Verlag, Berlin 1922.

[Bearbeiten] Weblinks

Wikipedia
Wikipedia führt einen Artikel über Der Judenstaat.
Wikisource
Wikisource führt Texte oder Textnachweise von Theodor Herzl.
Commons
Commons führt Medien zu Theodor Herzl.
Persönliche Werkzeuge