Benutzer:Grenouille~dewikiquote
jean-baptiste grenouille wird im juli 1745 in paris auf dem fischmarkt, wo es extrem stinkt, geboren. sein sternzeichen ist krebs, das zeichen der gefühlsbetontheit, der echtheit und der schwäche. seine mutter, eine fischhändlerin, will ihn unter dem markttisch verenden lassen, aber grenouille macht durch einen schrei auf sich aufmerksam und wird gefunden. seine mutter bringt der schrei wegen kindsmordes an den galgen. er verbringt seine kindheit bei ammen und in waisenhäusern. von allen wird er einerseits als debil eingestuft und andererseits als seltsam und misstrauenerweckend empfunden. verständlich, denn grenouille ist in der entwicklung gehemmt, kann kaum sprechen, riecht den ganzen tag lang an iregendwelchen gegensztänden, ist extrem schüchtern und weiss, wenn jemand anwesend ist, bevor er ihn gesehen hat. zudem übersteht er mordversuche durch die andern kinder ebenso wie die schlimmstten krankheiten. was nur er selbst weiss: grenoille hat eine extreme begabung. seine nase ist unglaublich gut und er kann alle einmal gerochenen gerüche im gedächtnis abspeichern und sie auf extrem kreative weise gedanklich zu neuen zusammenmischen. gerüche versetzen ihn in extase und er verbrnigt seine kindheit damit, seine umwelt geruclich zu erkunden.
mit 12 wird er einem gerber verkauft. trotz seiner feinen nase erträgt er die extrem sinkende umgebung und überlebt im gegensatz zu vielen seiner mitlehrlinge in diesem ungesunden beruf. er macht die beobachtung, dass die leute ihn nicht mit respekt behandeln und sogar oft schlicht übersehen. eines tages nimmt der gerber ihn mit in die eigentliche stadt paris. grenouille findet einen duft, der für ihn die inkarnation des begehrens ist: der eines mädchens in den gassen der stadt. er geht ihr nach und will ihren duft einverleiben. er tötet sie, einerseits weil seine begierde so roh ist und andererseits weil er ungestört riechen will. diser mord lässt ihm kalt. nach einiger zeit verschwindet der duft, das mädchen ist tot und er hat sie "ausgerochen". das löst verzweiflung in ihm aus, da er merkt, dass er düfte nur im kopf ewig bewahreewn kann, aber nicht in realität, was ihm bei so einem lieblichen besonders schmerzt. er spürt, dass er irgendwie lernen muss, düfte zu konservieren. an diesem tag wird ihm auch klar, was das ziel seiner existenz ist: grossartige düfte zu schaffen. beziehungsweise den ultimativen duft von absoluter schönheit, der irgendwie mit dem duft des mädchens verknüpft ist.deshalb war er so zäh und hatte alles überlebt, um dieser seiner aufgabe zu genügen.
der zufall will es, dass baldini bei grimal felle zum parfümieren bestellt.grenouille liefert sie und steht zum ersten mal in seinem leben in einer parfumerie. instinktiv spürt er, dass dieser ort sein schicksal ist: hier kann er das konservieren lernen. er überzeugt baldini von seinem talent. dieser spürt grenoilles genie, wttert aber vorallem auch einen grossen coup für ihn selbst: grenouille soll ihm, der nicht gerade der kreativste ist, ideen liefern. er kauft grenouille bei grimal frei. kurz darauf stirbt grimal bei einem tragischen unfall.in der zusammenarbei taucht ein problem auf: grenouille arbeitet rein instinktiv, die übliche parfumeriemethode funktiniert nach bestimmten regeln. grenouille spürt einerseits, dass er diese regeln nicht nötig hat, merkt aber auch, dass sie sogar ihm den weg verschnellern können und dass er sie vorallem lernen muss, um baldini seine ideen zu übersetzen. im gegenzug lernt grenouille vokn baldini die methode des destillierens. er macht versuche und stellt fest, dass man zwar blumen, nicht aber lebewesen oder gegenstände destillieren kann. eine katastrophe, denn so wird er nie so etwas wie das mädchen destillieren können und also auch nie den absoluten dinft kreieren. seine existenz hat keinen sinn mehr, er wird psychsomatisch krank und stirbt fast. auf dem totenbett fragt er baldini, ob es noch andere konservierungsmethoden gebe. ja, es gibt sie - die efleurage, die man in grasse, in der provence erlernen kann. grenouille wird wieder gesund. um nach grasse zu können, bracuth er eine abgeschlossene parfumeurslehre. baldinin stellt ihm das papier aus und erhält dafür noch mal hundert der grenouille-formeln, die ihn nun schon berühmt gemacht haben. am tag nach grenouilles abreise stirbt baldini, weil sein haus in sich zusammenstürzt.
zu fuss verlässt grenouille paris in richtung provence. je weiter er wegkommt von den menschen, desto besser fühlt er sich. er realisiert, dass er schon immer unter den menschen gelitten hat. seine nase und seine sehnsucht nach einsamkeit treiben ihn daher vorerst nicht nach grasse, sondern an den einsamsten ort in ganz frankreich: in eine höhle auf einem berg in der wildnis. dort bleibt er ganze 7 jahre. er stellt duftkreationen zusammen aus den düften in seinem gedächtnis und labt sich an ihnen, er badet in seiner eigenen existenz und ist im grunde zufieden. fast hat er das gefühl, es sei gar nicht nötig, diese düfte auch in realität zu haben und zu mischen. das heisst, es sei gar nicht so wichitg, die duftkreationen für andere leute riechbar zu machen und sich letztlich dadurch "auszudrücken". auch die ja noch nicht vollendete idee des absoluten dufts verblasst dadurch.
doch eines tages stellt er fest, dasss er keinen eigenen geruch hat. es ist ein schock für ihn, er fühlt scih inexistent und plötzlich begreift er auch, warum er von leuten den nicht wie ein normaler mensch behandelt wird und oft sogar übersehen. diese panik treibt ihn wieder raus, in die welt der andern, er will doch teilhaben an der welt und sich ausdrücken, existieren. er will sich einen ersatzduft schaffen, der ihn zum menschn macht. doer noch besser: einer, der ihn zum abgöttisch geliebten übermenschen macht. die idee des absouluten dufts verknüpft sich mit diesem wunsch: das absolute parfum soll eben dieser übersteigernde menschlichkeitsersatz sein. kurz: er will nicht einfach mehr den ultimativen geruch schaffen, sondern er will ihn auf sich tragen, um bewuderung und liebe hervorzurufen. wobei die beiden dinge im unterbewusstsein wahrscheinlich schon vorher verknüpft waren.
auf dem weg nach grasse macht grenouille ein expermiment. er kreiert einen menschenähnlichen duft - sehr notdürftig aus käseresten und exkrementen. und siehe da: man behandelt ihn plötzlich mit respekt.
in grasse lässt scih grenouille in einer kleinen parfümfabrik in der technik der effleurage unterrichten. man überzieht einen gegenstand mit wachs, welcher den duft aufsaugt. danach kann man dem wachs eine flüssigekti entnehemnm, die dann die essenz des dufts in sich trägt.eines tages riecht er einen duft, besser als alles je gerochene. wieder ist es ein mädchen - laure, die tochter des bürgermeisters. der duft löst in grenouillle ein liebesgefühl aus, aber nicht für das mädchen, nur für den duft. plötzlich weiss er, wie er das ultimative parfum kreieren wird: er wird die düfte von vielen mädchen kombinieren. laure wird quasi die edle hauptkomponente des gemischs sein. er muss aber noch warten, bis das mädchen etwqas reifer ist. inzwischen macht er efleurage-expermimente mit hunden, katzen und gegenständen. das leiden der tiere ist ihm völlig gleichgültig.
als die zeit reif ist, beginnt grenouille sorgfältig ausgesuchte jungfrauen zu effleurieren. es kann sein, dass er erst versucht hat, dies zu tun ohne sie zu töten, also den wachs auftragen, wartten, den wachs wieder wegnehmen, dann aber festgestellt hat, dass es nicht funktioniert, da die mädchen angst haben, sich wehren und nicht stillhalten. ausserdem verdirbt angst den duft. also hat er die technim geändert und sie zu töten begonnen. es kann auch sein, dass er sich die mühe, das mordem zu vermeiden, gar nicht erst gemcht hat. grenouillle tötet 24 jungfrauen und in grasse bricht panik aus, die sich erst wieder legt, als ein mörder in grenoble unter folter zugibt, die morde begangen zu haben. zu jemem zeitpunkt fehlt grenouille gerade noch laure in seiner sammlung. und der bürgermeister ist der einzige, der ahn, dass der wahre mörder noch in grasse ist. intuitiv merkt er, dass seine laure, die schönste von allen, das letzte, krönende opfer sein wird. er flieht mit ihr aus grasse. doch grenoille folgt ihnen. er versteckt sich im stall des gasthauses, wo die beiden übernachten und bringt laure in derselben macht um. die zeit reicht gerade noch, um das mädchen zu effelurieren und das abslute parfum zu vervollständigen. dann wird er verhaftet: man hat in grasse die haare der ermordeten mädchen gefunden, die er in seinem zimmer versteckt hatte.
grenouillle wird zumtode verurteilt. die ganze stadt hat sich versammelt, um seinen kopf fallen zu sehen. kurz bevoer er zum richtplatz schreitet, trägt grenouille ein wenig des absoluten parfums auf. die wirkung ist enorm: die leute werden von liebe zum ihm übermannt, sind plötzlich der menung, er sei unschuldig und sgenen ihn als engel. eine wahre massenextase wird ausgelöst, wo jeder jeden begehrt. grenouille ist aum ziel: er hat den ultimativen duft geschaffen und in den menschen liebe zu ihm selbst ausgelöst, mehr eben noch: er ist gott für sie. und doch ist er bitter enttäuscht auf allen ebenen: die liebe, die sie für ihn spüren, ist nicht echt. nicht er hat sie hervorgerufen, sondern seine kunst, die eltztenendes als übersteigerter ersatz für seine nichtmenschlichkeit fungiert. der duft ist aufgetragen, im wörtlichen sinne. er wird NIE wirklich menschlich sein und liebe fühlen oder erwecken köennen. er verachtet die menschen, im moment dieser massenextase mehr denn je. das einzige gefühl, das er ihnen entgegenbringen kann, ist hass, der aus einer mischung aus verachtugn und minderweirtigkeitsgefühl herauskommt. einmal hat er scih den menschen vermittelt, mit ihnen kontakt gehabt, sich ausgedrückt, wenn auch nur mithilfe seiner kunst, und das einzige, wqas dabei herauskommt, ist dieser hass. der verscuh menschlich zu sein, oder eben übermenschlich bringt als resultat, eben diese menschen noch mehr zu hassen als zuvor. und noch schlimmer: er kann sich im grunde nicht mal an den düften wirklich erfreuen und liebe für sie empfinden, auch das können nur die andern, wenngleich nur dann, wenn diese düfte in einer so konzentirierten, meisterhaft zusammngmischten form auftreten wie bei grenouilles parfum. nein, er selbst kann nur düfte riechen, düfte speichern und düfte erschaffen. herzhafte liebe kann er dabei nicht fühlen, denn er ist sich in jeder sekunde bewusst, was der künstlerische wert dieser düfte ist, was automatisch macht, dass er immer eine geiwsse distanz dazu hat.man kann nicht schaffen und geniessen gleichzeitig. und noch etwas: es ist vollbracht, das absulute parfum ist erschaffen. was soll er noch? an noch mehr anbetung ist er ebensowenig interessiert wie an berühmtheit oder daran, als parfumeur anerkannt zu werden.
er beschliesst instinktiv, zu sterben. dazu treibt es ihn zuürck auf den fischmarkt nach paris. dort findet er eine gruppe clochards. er übergiesst sich mit dem ganzen rest des absoluten dufts. die clochards werden vom liebesgefühl überwältigt und haben ihn im wörtlichen sinne zum fressen gern. in ihrer begierde fressen sie ihn auf. jean-baptiste grenouille ist bei seinem tod 28 jahre alt. er stirbt also bevor er das alter des für den geniaen geist tödlichen effektiven erwchsenenseins erreicht.
artikel zu genialität
die zitate zum thema genie übertragen auf das parfum von patrick süsskind
genie ist unendliche geduld (michangelo)
grenouille kann warten. er ist nicht ungeduldig, da er keine oberflächlichkeit in sich trägt. er wartet im waisenhaus, er wartet bei grimal, er lässt geduldig die vorträge von baldini über sich ergehen, er bleibt sieben jahre in der wildnis, obwohl er eigentlich so schnell wie möglich die neuen geruchsgewinnungsmethoden kennenlernen wollte, er lässt die fluidum-sache in montpellier geschehen, ebenso wie er sich von jenem wissenschaftler als zwar nicht herausragender aber doch annehmbarer zeitgenosse bezeichnen lässt, hält es aus, dass sich leute, die hundertmal weniger begabt sind als er, als viel wertvoller vorkommen und diesen eindruck auch zum besten geben, er kann stundenlang die ermüdende arbeit des efleuriererns verrichten, er kann warten, bis der geruch von laure reif ist, er kann mit dem ausprühens des mädchenparfums warten, bis der richtige moment gekommen ist.er weiss, wann er als zecke zu überdauern hat und wann er zuzupacken hat. und: er ist nicht im üblichen sinne auf erfolg aus. daher reisst ihm nie aus ehrgeiz der geduldsfaden wie andern.das heisst, er beginnt nie, oberflächlich oder unecht zu werden und seinen geist einzuschränken, um irgendein erfolgreiches parfum auf den markt zu bringen, das zwar etwa pelissier schlagen aber sein inneres system durcheinanderbringen würde.grenoille ist kein konkurrenzmensch, dadurch treibt ihn nicht der wettkampf mit andern in störende unruhe.(was natürlich nicht heisst, dass er keinen ehrgeiz oder keine leidenschaft hätte. im gegenteil. aber er weiss, dass er OHNEHIN besser ist als alle und daher muss, will und kann er nicht konkurrenzieren im üblichen sinne)und: er hat die geduld, die ganze welt IMMER aus dem auge des künstlers zu sehen, also nicht die dinge sondern nur den duft, die essenz, wodurch er die dinge lustigerweise viel klarer sieht als diejenigen, die meist die dinge sehen.andere haben auch geniale momente: da, wo sie ganz mit sich selbst verwurzelt sind und einen unmittelbaren bilck auf ihre umgebung werfen. aber das sind nur momente, dann driften sie wieder in oberflächlichere spharen: in die welt des leeren ehrgeizes, die welt des lernens, die welt der professionalität,die welt des "es zu etwas bringens", die welt der intellektuellen erklärungen, die welt der pauschalisierungen, und in die welt der moral, wo gut und böse (zurecht) herrschen. warum eigentlich? was die moral betrifft aus güte, aus einem mindestmass an menschlichkeit.was den rest betrifft, aus ungeduld. sie haben nicht die kraft, die wahrheit der dinge zu sehen, da das zu aufwändig, zu langwierig, zu mühsam wäre -und zu leer. sie müssen sich an etwas halten, etwas TUN, etwas WOLLEN. baldini ist ein gutes beispiel: einen moment lang ist auf der richtigen fährte: als er erschüttert ist, weil er die genialität grenouilles erkennt. dann aber denkt er an seine karriere, sagt sich, grösser als der grosse f. könne dieser hergelaufene ja nicht sein usw. grenouille hat die geduld, nichts zu wollen, nur zu absorbieren.
genie ist 1 prozent inspiration, 100 prozent transpiration
grenouille hat den absoluten duft längst in sich, unbewusst schon immer, halb bewusst seit dem mord am mirabellenmädchen, ganz bewusst seit der begegnung mit richis tochter.aber um ihn zu schaffen und den leuten zu präsentieren, muss er viel erleiden und arbeiten: er muss sein nicht-akzeptiertsein bei den menschen ertragen, er muss die zeit bei grimal ertragen, er muss zu baldini gehen, sich dort aufdrängen und dessen belehrungen durch sich durch gehen lassen, er muss nach grasse reisen, er stirbt beinahe in der wildnis, in die ihn diese reise zunächst bringt,er muss den schlimmen traum mit dem eigengeruchsleben ertragen, er muss die erkenntnis ertragen, dass er kein mensch ist,er muss quasi inkognito die neuen methoden erlernen und dafür schwerstarbeit verrichten, er muss sein schattenleben ertragen,er muss katzen und hunde opfern, eine leiche efleurieren und 25 mädchen töten, er wird zum tod verurteilt usw.
genies haben etwas vom instinkt der zugvögel
dafür ist grenouille das beste beispiel. denken ist nicht seine stärke, er denkt eigentlich nie. sein ganzes leben wird von seinem instinkt geleitet und ist nur auf die verwirklichung seines potentials ausgerichtet. alle etappen seines lebens erreicht er ohne wollen, ohne pläne oder ziele, nur mit der unerschütterlichen inneren sicherheit, das das jetzt gerade das richtige ist. zum teil weiss er selbst noch nicht genau, warum er das oder jenes jetzt zut, im nachhinein könnte er es herausbekommen, wenn er nachdenken würde. von der geburt bis zu grimal haben andere für ihn entschieden. er nimmt, was kommt und hat vorallem ein unbewusstes ziel: zu überleben. im übrigen entdeckt er seine begabung und hat eine besessene freude daran.sein instinkt treibt ihn dazu, die welt der grüche immer mehr zu erkunden, wodurch er seine begabung entwickelt.
vom moment der begegnung mit dem mirabellenmädchen weiss er bewusster, was es mit ihm auf sich hat: er ist ein genie und dazu geboren, ein parfumeur zu sein.sein instinkt treibt zu baldini. eigentlich nicht um etwas wesentliches zu lernen, er hat ja alles in sich drin. er will erstens seinen eintritt ins parfmuerleben feierlich zu gestalten, quasi seiner ehrfurcht für die parmeurskunst ausdruck verleihen und daher unbedingt zeit in einer parfumerie verbringen und mit einem mann der zunft. zweitens will er düfte von nun an nicht mehr nur in seiner phantasie mixen können sondern auch reell.dafür braucht er baldinis flaschen und seine destilliermaschine. da es notwenidg ist, da er nämlich sonst von baldini gefeuert werden würde, sagt ihm sein instinkt, dass richtig ist, baldini im glauben zu lasssen, er sei doch nicht so gross wie am anfang vermutet,und ihn seine parfums unter dem namen baldnini verkauen zu lassen. am kreiern dieser parfums hat er sehr viel spass, aber er hat noch tiefergehende ziele. sein instinkt sagt ihm, dass er diese parfums jetzt schaffen muss, um bei baldini zu bleiben und seine experimente zu machen. als er merkt, dass diese höheren ziele gefährdet sind, da die von ihm benötigten dinge nicht destillieren kann, sagt sein instinkt ihm,dass sein leben keinen wert mehr hat, er muss sterben, da er ohne die hoffnung auf erfüllung seines potentials weder psychische noch physische kraft hat. der konstruktive instinkt wird hier negativ, aber eigentlich bleibt er konstruktiv: er tötet grenouille,sein instrument,da es dieser nicht schafft, ihn zu verwirklichen. der instinkt macht also keine kompromisse. nachdem grenouille von den andern methoden erfahren hat,lohnt es sich weiterzuleben. er weiss, dass er den gesellenbrief und das geld braucht, um nach grasse zu gehen, also wartet er. dann will er so schnell wie möglich nch grasse. dann merkt er aber, dass ihm menschnleeres terrain gut tut und dass er menschen(gerüche) nicht erträgt. der instinkt zieht ihn in jenen berg, wo er quasi in seinem genie badet und sich wieder, ja mehr als je zuvor damit gegnügt, die düfte nur in sich selbst zu erschaffen und darauf zu verzichten sie als reell in die aussenwelt zu kehren. dann zeigt ihm die instinkttraumwelt seine geruchslosigkeit, diie in drei reaktionen auslöst: 1 er will einen menschenduft kopieren und sich selbst einen duft verschaffen, als ersatz für seine fehlende menschlichkeit 2 er kriegt panik vor sich selbst und vor der einsamkeit und sehnt sich nach wäreme und menschlichkeit-kurz nach kontakt mit der aussenwelt. 3 er erkennt sich endgültig als genie an, nicht nur im positiven sondern auch im negativen sinne: ich bin kein mensch, daher sehen mich die leute nicht. dadurch verfestigt sich seine menschenverachtung, die sich ebenso daraus speist, dass er den menschen überlegen ist - er stinkt nicht und riecht sie dafür alle - als auch daraus, dass er ihnen unterlegen ist - er hat nicht, was sie haben, menschlichkeit. er hat sich selbst also jetzt ganz erkannt. 1 bringt ihm, da er bald darauf den ersten menschenduft schafft, die fähigkeit, als mensch wahrgenommen zu werden. befriedigung bringt das nicht, aber eine gewisse tarnung und mehr selbstsicherheit im umgang. 2 macht, dass er nicht mehr in isolation gehen kann, sondern sich unter die menschen mischt. 3gibt ihm mehr härte und ein gottgleiches, von verachtung getriebenes riesenego, das ihm für sein kommendes skrupelloses verhalten hilft. er hatte dieses ego schon immer, die negativen erfahrungen haben es quasi an die oberfläche geschwemmt. alle drei zusammen brigen ihn dazu, sein ursprüngliches ziel wieder, allen dingen ihren duft entziehen zukönnen, wieder in angriff zu nehmen und sich nicht damit zu begnügen, in sich selbst zu schaffen, sondern sich auszudrücken gegenüber genau jener verachtenswerten menschen, die er eigentlich meidet.eigentlich wollte er das alles ja schon vor dem berg, aber jetzt will er es viel mehr. nicht mehr nur, weil es verführerisch ist, sondern auch weil er dem nebel entfliehen muss.er wusste schon vorher, dass "nur innen" nicht geht, aber jetzt hat er es erfahren am lebendigen leib und wurde durch diese erfahrung reifer.dadurch, dass er von nun an pseudomenschlich lebt, hat er das terrain der menschen betreten, was seinen geist noch weiter macht.um ein künstler zu sein, muss er nämlich zwei ebenen in sich vereinen: einerseits muss er die menschen meiden, darf selbst kein mensch sein und keine liebe empfinden,da die menschen primitiver sind als er und die menschliche liebe weniger kondensiert als sein genie und das alles somit seine innere substanz gefährden würde. er darf alles nur absorbieren. ABER: er muss sich auch vor seiner eigenen nichtexistenz und gleichzeitig von der ihn ganz erfülledenden kraft seines genies, in der er zu ertrinken droht, fürchten und sich nach aussen sehnen: nach liebe, nach wärme, nach normalität, nach menschlichkeit.er darf sich nicht absondern sondern muss versuchen, ein mensch zu sein. erst aus diesem zwiespalt ergibt sich die grösste kraft. nur wenn er versucht, ins reich der menschen einzudringen und zwar eben nicht nur als beobachter, dann wird dieser liebeswunsch bitter enttäuscht. und dadurch wird die menschenverachtung noch grösser. also kurz: je mehr er, der menschen verachtet, versucht ein mensch zu sein, was ihm gleichzeitig widerstrebt wie es ihn antreibt, desto grösser wird die kluft zwischen ihm und den menschen. und daraus entsteht diese um sich selbst rotierende kraft, welche er für seine grössten taten benötigt. somit war sein instinktiver entscheid, 7 jahre völlig "unlogisch" auf dem berg zu bleiben richtig, auch wenn er es nicht so wusste: er hat ihn genau zu diesem reifeprozess gebracht, ihn also nicht von seinem ziel entfernt sondern ihm nähergebracht.
genie sein ist anstrengend - man muss so oft nichts tun
von aussen gesehen gibt es in grenouilles leben lange "verlorene, unsinnige oder unergibige" zeiten, wo er in gewissem sinne "nichts" tut. in seiner kindheit bringt er es zu nichts, lernt kaum sprechen, geschweige denn lesen oder schreiben, leistet nichts besonderes. dann macht er eine gerberlehre, ok.dann geht er zu baldini, aber er macht auch dort nicht im üblichen sinne vorwärts: der gesellenbrief ist ihm egal, er lässt sich ausnutzen und lässt zu, dass baldini die karriere macht, die er verdient hätte. dann will er nach grasse, ok. aber dort geht er nicht hin, sondern verplempert ganze 7(!) jahre ohne irgendetwas zu tun auf einem berg. dann verliert er weiter zeit durch die sache in montpellier. was willst du denn eigentlich? würden die leute ihn fragen, wenn er eine famlilie mit hätte mit leuten, denen etwas an ihm gelegen wäre. denk doch mal an deine zukunft!in grasse lernt er die efleurage, ok. aber er kann sie schon lange und verplempert weiter zeit in dieser bude, obwohl er längst besser ist als seine vorgesetzten.er macht tatsächlich "nichts" aus seiner begabung, da hat druot recht. dieses nichtstun ist aber natürlich nicht wirkliches nichtstun. es ist einerseits eben dieses warten können und so verhindern, dasss man oberflächlich wird. ddas nichts gibt genau das nötige vakuum, um die geniale kraft zu empfangen.zweitens ist es ständige arbeit am eigenen potential: riechen, kreieren, experimente machen für die elfeurage des mädchen.drittens sind es persönliche emotionale reifungsprozesse, die in solchen zeiten geschehen, wie eben zum beispiel der im berg. mit seiner art kommt grenouille von aussen gesehen ineffizient und langsam vorwärts, dafür aber ist sein apparat in der stunde x so geschärft, dass das, was er dann rauslässt (das absolute parfum) ihn mit einem schlag in unerreichbare höhen katapultiert und gleichzeitig ist er in jenem moment, dem ziel seines lebens noch genau am selben punkt wie als kind auf dem holzhaufen. er ist nicht so weitgekommen oder hat es soweit gebracht, nein war schon immer dort.und trotzdem hat er den weg gebraucht.einer der vielen widersprüche.
genie ist die fähigkeit, nur zu betrachten, ohne wille, ehrgeiz oder gedanken einzuschalten.
niemand macht das mehr als der vollinstinktive grenouille. er ist als person im innersten leer - ohne geruch - daher schafft er es, die dinge anzuschauen, ohne dass sich sein wille störend einmischen würde. er ist nicht, er ist erst durch das betrachten der dinge. er ist die absorbtion dessen, was ihn umgibt. wobei gar nichts ist er natürlich nicht. wenn ein anderer, ebenso genialer parfumeur wie er auftauchen würde, dann würde der auch nur absorbieren, aber seine parfums wären trotzdem anders als die von grenouille. also hat er eine individualität. aber sie besteht nur aus jener individuell-geprägten emotional-chemischen substanz, die eigentlich jeder mensch in sich trägt. andere menschen verfälschen diese immer mit ihrem willen und verstand und nennen dieses gemisch aus echter substanz und willensstruktur persönlichkeit.grenouille verfälscht nicht. die chemische seelensubstanz ist der spiegel, welcher das, was ihn umgibt, reflektiert. man könnte sagen: er reklektiert nur, aber auf seine art. dadurch, dass die dinge durch diesen filter der unverfälschten seelensubstanz fliessen, kommen sie zu ihrer wahrheit: sie sind nicht mehr die dinge, sondern nur noch deren essenz, der duft in grenouilles fall. einige beispiele, um die willenlose und die willenverfälschte sichtweise zu erläutern: 1 grenouille zeigt seine geniale begabung. unverfälschte sichtweise: er ist ein genie, wie es die zunft noch nie sah. willenverfälscht: er kann ja nicht grösser sein als der grosse frangipani, so ein dahergelaufener, der kennt ja die parfumeurskunst gar nicht. ok, eine gewisse beagung hat er... 2 grenouille fragt auf dem sterbebett: gibt es noch andere methoden? unverfälscht: er will wissen, ob es noch andere methoden gibt, also sag ich es ihm. vielleicht hat es ja etwas mit seiner krankheit zu tun. verfälscht: ach ja, komm, einem sterbenden sollte man nicht den letzten willen abschlagen, der arme..ach, dass er auch gerade jetzt sterben muss.. grenouille ist sein leben lang immer mit der wahrheit verbunden. er denkt und fühlt immer genau das, was eben sache ist: er riecht menschen, die für seine nase stinken. er denkt: menschen stinken für meine nase. er sieht , dasss baldini weniger begabt ist als er. er denkt: baldini ist weniger begabt als ich. er sieht, dass er keinen geruch hat. er denkt: ich habe keinen geruch, weil ich kein mensch bin. er leidet darunter, also leidet er darunter. er sieht: für da perfekte parfum brauche ich laure, also denkt er: für das perfekte parfum brauche ich laure. er riecht, dass seine chefin in grasse eine geschäftstüchtige frau ist. also denkt er: sie ist eine geschäftstüchtige frau. so einfach. er lässt nichts weg und erfindet nichts dazu. was grenouille garantiert nie denken würde: vielleicht stinken die leute für mich ja nur, weil ich meinen komplex überspielen muss, dass ich selbst nicht stinke. oder: es ist unmenschlich und verantwortungslos, leute zu verachten. oder: ich habe nicht das recht, mich baldini überlegen zu fühlen, schliessich hat er eine so lange ausbildung und so viel erfahrung. alle leute könnten viel genialer sein, wenn sie schon mal nur bei der wahrheit bleiben würden, auch wenn es anstrengend ist. das ist natürlich nicht dasselbe wie ein aufrichtiger mensch sein. ein mensch kann die ganze zeit lügen und trotzdem in sich die wahrheit sehen.die wahrheit ist auch hässlich. die menschen stinken tatsächlich, sie sind oberflächlich, verachtenswert. das zu sehen braucht mut und einen freien geist.grenouille sieht eigentlich nichts anderes, als was ALLE sehen würden, wenn sie sich auf diese ebene einlassen würden. genius ist ja mit dem wort "echt" verwandt. auf englisch heisst genuine echt. auch goethes spruch "das erste und das letzte, was man vom genie erwartet, ist die wahrheit", kann so gesehen werden. so macht man denn häufig die erfahrung, dass wenn aussprüche von genies zitiert werden, die leute entweder nickend lächeln oder beschämt sind. auf jeden fall haben sie den "stimmt schon, im grunde ist es ja so einfach"-blick drauf. zum beispiel: "halb zog er sie, halb sank sie hin". da kann es noch so viele emanzipationsschübe geben, jede heterosexuelle frau auf der welt weiss, was mit diesem satz gemeint ist und kichert still in sich hinein. weil es einfach die unverfälschte wahrheit ist.
ich verneige mich vor dem genie, das alles in sich vereint: den sklaven und den tyrannen, den heiligen und den verbrecher usw (ungefährer wortlauf nach thomas mann)
auch hier ist grenouille exemplarisch: er ist das, was man sehr widersprüchlich nennt. obwohl es eigentlich gar nicht widersprüchlich ist, sondern nur reich. jemand hat mal gesagt, dass widersprüche erst dann anfangen, wenn die sprache versagt beim ausdruck einer inneren stimmung. wenn jemand, wie im vorderen kapitel beschrieben, die wahrheit in seiner seele aufnimmt, und zwar die GANZE wahrheit, dann hat er eben alles in sich, den südpol wie den nordpol. das wirkt dann von aussen gesehen widersprüchlich. grenouille zum beispiel ist ausseroredentlich sensibel. seine nase ist von einmaliger feinheit und er selbst ist krankhaft menschenscheu, hat angst vor den meschen, duckt sich immer, als ob man ihn schlagen wolle, und er ist ungeschickt im umgang. das alles deutet auf eine unendlich feine seele hin. aber: er ist auch ein zäher zeck, der alle krankheiten , die schlechteste behandlung und die schlimmsten, für seine nase ja eigentlich unerträglichen gestänke, erträgt . und er ist ein kaltblütiger, wohlbesonnener, sekrupelloser mörder, der sogar katzen ohne wimpernzucken im fett ertränkt. ein anderer widerspruch: er kann durch düfte in extatisch-obsessiv-entrückte zustände kommen und andere ebenso verrückt machen. was die gerüche betrifft, ist er also sehr emotional aufgeladen. aber: er zeigt im leben sozusagen keine gefühle, ist genau das, was die leute "eher der ruhige typ, ohne temperament und halt nicht so emotional" nennen würden.und schlimmer noch: auch im duftbereich ist er ganz und gar nicht immer emotional: wenn es nicht der moment ist, sich am duft von laure zu berauschen, dann berauscht er sich nicht. "ein kopfmensch, der plant und kalkuliert", würden die leute sagen. wobei kopfmensch natürlich völlig falsch ist, kalkulierend hingegen stimmt.auch ist grenouille einerseits ein menschenverachtender unmensch mit einem riesenego, andererseits ein nichts auf der suche nach liebe und ein kompromissloser sklave für die schönheit, dem seine person und sein leben nichts gelten im verleich zur kunst. oder: er ist der bescheidenste mensch, von dem ich je gehört oder gelesen habe. er spricht nie über sein talent, er blufft nicht, er will keine karriere machen, er äussert sich nicht abfällig über leute, die ihm unterlegen sind, er lässt andere leben ohen sie zu kritisieren. andererseits ist er in seinem innern alles andere als bescheiden, er hat wie gesagt ein ego wie napoleon und den anspruch und die sicherheit, gott zu sein, nicht mehr und nicht weniger. oder: er wirkt auf andere langweilig, unfassbar und inexistent - ein fahles,substanzloses, anödendes mauerblümchen also, das man gerne übersieht, und doch (oder gerade deshalb) hat genau diese person eine künstlerische parallelwelt in sich, so reich und stark wie das universum selbst - und ist daher in gewissem sinne alles nur nicht langweilig.das sieht man ja auch daran, dass sein leben die unterschiedlichsten leute fasziniert.