„Der Tee ist meiner Meinung nach ein Phantasticum, der Kaffee ein Energeticum – daher besitzt der Tee auch einen ungleich höheren musischen Rang. Ich merke beim Kaffee, dass er das feine Gitter von Licht und Schatten zerstört, die fruchtbaren Zweifel, die während der Niederschrift eines Satzes auftauchen. Man überfährt seine Hemmungen. Am Tee dagegen ranken sich die Gedanken genuin empor.“ Aus: Ernst Jünger, Brief an Albert Hofmann, Kirchhorst am 3. März 1948.
„Wie das duftet! Wie das belebt! Eure Räusche, Knechte der gegohrenen Getränke, sind grobe Peitschenhiebe, die Striemen hinterlassen, während der Rausch aus dem Tee das Streicheln einer feinen, weichen, schönen Hand ist, die auch noch in der Erinnerung wohltut.“ Aus: Otto Julius Bierbaum: Eine empfindsame Reise im Automobil. Kapitel I: Von Berlin nach Wien. Leipzig 1903 (Projekt Gutenberg).
„Der Thee ist eine hochwichtige Angelegenheit für alle Russen; die Flamme des Samowar ist die erste, die im Hause leuchtet; der Samowar ist das erste Wort, das ein Diener beim Erwachen spricht. Von Petersburg bis Tiflis kann man das Frühstück entbehren, wenn man nur in der Frühe ein paar Gläser Thee hat; man ersetzt auch abends die Hauptmahlzeit durch Thee.“ Aus: Alexandre Dumas: Reise im Kaukasus: 1858-1859. Dritter Teil. Hartleben, Leipzig 1859, S. 143 (Google Books).