Diskussion:Gregor I., der Große

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Georg Schramm benutzt in seinem Programm folgendes Zitat: "die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht" und ordnet es Papst Gregor dem Großen zu. In wie weit ist das gesichert? - HiopX (Der vorstehende, nicht signierte Beitrag stammt von HiopX (DiskussionBeiträge) 21:03, 17. Jul. 2011 (CEST))

Laut Josef Pieper S. 186 books.google Moralia in Job 54, 45. --Vsop.de 17:09, 19. Jul. 2011 (CEST)
"Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht" books.google.com Moralia in Job 54, 45 16:39, 19. Sep. 2011 217.50.183.236. (siehe Diskussion)
Was, bitteschön, ist das denn? Bei Josef Pieper S. 186 books.google heißt es, Thomas von Aquin habe in seinem Spätwerk Über das Böse Gregor zitiert: "Mit größerer Wucht stellt sich die Vernunft dem Bösen entgegen, wenn Zorn ihr dienstbar zur Hand geht." ("tunc enim robustius contra vitia erigitur, cum subdita rationi famulatur" Quaestiones Disputatae de Malo XII). Moralia in Job besteht aber nur aus 35 Büchern, weshalb 54, 45 nicht stimmen kann. Passen würde Buch 5 Kapitel 45, wo es in Absatz 7 [83.] heißt: Cavendum ne ira menti ex zelo commotae dominetur. Sed cum per zelum animus movetur, curandum summopere est ne haec eadem, quae instrumento virtutis assumitur, menti ira dominetur, nec quasi domina praeeat, sed velut ancilla ad obsequium parata, a rationis tergo nunquam recedat. Tunc enim robustius contra vitia erigitur, cum subdita rationi famulatur. Subjekt des letzten Satzes ist aber nicht die Vernunft, sondern der Zorn, der sich stärker gegen das Böse erhebt, wenn er der Vernunft unterworfen dient. Thomas' Summa Theologia, Secunda Secundae, Quaestio 158 Articulus 1 bietet allerdings eine gewissermaßen umgedrehte Version, in der ratio das Subjekt ist und die deshalb zu Piepers Übersetzung passt: "Unde Gregorius dicit, in V Moral., quod tunc robustius ratio contra vitia erigitur, cum ira subdita rationi famulatur."
Dass die Präsentation des Zitats sehr unzulänglich war, rechtfertigt es ganz gewiss nicht, von "Müll" zu sprechen. --Vsop.de 23:24, 21. Sep. 2011 (CEST)

Bei allem Respekt für die Gelehrsamkeit von Vsop: Ich werde mir nicht verbieten lassen, sehr unzulänglich reingemüllte Zitate in der Zusammenfassung als Müll zu bezeichnen. gez. Dr. Klaus Graf in der Instanz --Historiograf 16:36, 22. Sep. 2011 (CEST)

Ein Hinweis dazu: Leider habe ich noch keine Zeit gehabt, nachzulesen; ich bin gerade im fünften Band von Johannes Hallers Werk Das Papsttum - Idee und Wirklichkeit und habe auch instinktiv gedacht, daß es sich um ein späteres Zitat handeln muß im Umkreis des Investiturstreites. Vielleicht von Gregor VII. Leider ist Hallers Werk nicht zum Nachschlagen geeignet. Ich meine mich zu erinnern das Zitat in Band drei gelesen zu haben. Wenn ich je wieder fündig werden sollte, werde ich es an entsprechender Stelle einstellen. Ich halte es darüberhinaus für sinnlos, im Internet zu recherchieren, da solche Fehler hier nur multipliziert und nicht korregiert werden. unsigniert 21:45, 18. Mär. 2012‎ Baumpfleger

Was Baumpfleger bei Johannes Haller gelesen zu haben sich zu erinnern meint und "instinktiv gedacht" hat, berechtigt natürlich dazu, Recherchen im Internet pauschal für sinnlos zu erklären und sich keinen Deut darum zu scheren, dass ich die Quellen des in Rede stehenden Zitats bei Joseph Pieper: Schriften zur philosophischen Anthropologie und Ethik: Das Menschenbild der Tugendlehre, 2. Auflage Felix Meiner 2006, S. 186, bei Gregorius Magnus, Moralia in Iob, 5, CAPUT XLIV, 7 [83.] sowie in Thomas' Summa Theologia, Secunda Secundae, Quaestio 158 Articulus 1 Ad secundum dicendum nachgewiesen habe. Was Zorn und Vernunft mit dem "Umkreis des Investiturstreits" zu tun haben sollen, erschließt sich mir bisher allerdings noch nicht. --Vsop.de (Diskussion) 00:35, 19. Mär. 2012 (CET)

In einem Interview mit der Badischen Zeitung sagt Schramm (alias Lothar Dombrowski: "Die Wut, mein lieber junger Freund, gilt als die kleine, unbeherrschte Schwester des Zorns. Der Zorn ist die gestaltende Kraft der menschlichen Zivilgesellschaft. Das sagt Thomas von Aquin." Insofern kann man nicht (mehr) behaupten, dass Schramm die Aussage Gregor I. zuordnet. http://www.badische-zeitung.de/muellheim/georg-schramm-der-zorn-ist-die-gestaltende-kraft--54269483.html (Der vorstehende, nicht signierte Beitrag stammt von 93.122.72.90 (DiskussionBeiträge) 16:26, 29. Jun. 2012 (CEST))

Das ist so nicht richtig. Ich kenne die Aussagen von Georg Schramm gut, und es gibt beide Verianten, einmal schreibt er es Gregor I., einmal Thomas von Aquin zu. Hier liegt vermutlich Zeit zwischen, was neuer und was älter ist weiß ich nicht, ist aber auch müßig.
Mir scheint die stelle von Vsop gut zu passen, vermutlich einfach etwas anders übersetzt.
Vermutlich hat Herr Schramm dann etwas durcheinanderbekommen ;-)

--Eltirion (Diskussion) 19:09, 23. Mär. 2013 (CET)

Wie denn dieses entweder-oder-Denken? Schramm ist durchaus in der Lage zwei Zitate zum Thema Zorn zu machen, die beide richtig sind und im kausalem Verhältnis zueinander stehen. Das wohl ältere Zitat: "Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht" von Gregor d.G. ist Teil seines Programms "Meister Yodas Ende - Über die Zweckentfremdung der Demenz". Was Thomas von Aquin zu dem Thema gesagt hat, baut offensichtlich darauf auf, nur dass Gregor das Böse bekämpfen will und Thomas die Zivilgesellschaft konstruktiv gestalten will. --Manorainjan (Diskussion) 15:34, 13. Mär. 2016 (CET)

Fragt Schramm doch einfach. <unsigniert> 8. März 2018, 05:49 Uhr Spezial:Beiträge/77.87.228.68

Schramm hat dazu in einem seiner Auftritte gesagt, dass er diese Passage nach einem Hinweis eines Zuhörers geändert hat. Ursprünglich hatte er das Zitat Papst Gregor zugeordnet, später dann Thomas von Aquin. --TwoThe (Diskussion) 14:36, 7. Jun. 2018 (CEST)