Moritz Gottlieb Saphir

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Der Mensch entgeht dem Drucke nie: im Leben auf dem Stein – zum Sprechen; im Tode unter dem Stein – zum Schweigen. M. G. Saphir.
Scheiner's Kaffeehaus in Baden bei Wien 1832

Moritz Gottlieb Saphir (1795-1858)[Bearbeiten]

österreichischer Schriftsteller, Journalist und Satiriker

Zitate mit Quellenangabe[Bearbeiten]

  • "Der Wein und die Wahrheit sind sich nur insofern ähnlich, als man mit beiden anstoßt." - Nachtschatten der Zeit und des Lebens. 2. Band. München: Landauer, 1832. S. 20 Google Books
  • "Viele Journalisten und Recensenten sind wie die Kakadus, sie ziehen die Klaue ein, wenn sie gefüttert werden, und drücken ein Auge zu, wenn sie zu trinken bekommen." - Die sieben alten Weisen als sieben moderne Narren. Gehalten zum Besten „der grauen Schwestern" im "Josephstädter-Theater". In: Ausgewählte Schriften. 4. Band. 3. Auflage. Brünn und Wien: Karafiat, 1865. S. 244 Google Books
  • "Von drei bis vier, da fehlet keiner, // Ein Bündniß ist es, ein geschwornes, // sie sitzen alle da bei Scheiner // und rauchen friedlich ihr Gefrornes!" - Einrichtung. In: Humoristische Damen-Bibliothek, Band 2. Wien & Leipzig 1862. S. 10 Google Books
  • "Wer unter Menschen nur einen Engel sucht, der findet kaum Menschen. Wer aber unter Menschen nur Menschen sucht, der findet gewiß seinen Engel." - Große, gewaltige Wohlthätigkeits-Akademie und Vorlesung von Menschen und Thieren in der Arche Noa, zum Besten der ersten großen Ueberschwemmung. In: Ausgewählte Schriften. Band 8. Brünn und Wien, 1865. S. 27 Google Books

Fälschlich zugeschrieben[Bearbeiten]

  • "Weil gar zu schön im Glas der Wein geblunken,// hat sich der Hans dick voll getrinkt.// Drauf ist im Zickzack er nach Haus gehunken// und seiner Grete in den Arm gesinkt.// Die aber hat ganz mächtig abgewunken// und hinter ihm die Türe zugeklunken." - In Dieter E. Zimmer: "Die Wortlupe" (2006) S. 83 und DIE ZEIT 16.12.1999. Eine Primärquelle nennt Zimmer nicht.
  • Die Zeitschrift "Der Sprachdienst" der Gesellschaft für deutsche Sprache übernahm die Verse 1967 aus den "Basler Nachrichten" vom 17. Dezember 1966 mit keiner weiteren Quellenangabe als der, Saphir habe sie "an zwei Damen, die sich nicht einigen konnten", geschrieben (S. 157 books.google, books.google, books.google). 1978 brachte "Der Sprachdienst" sie abermals, nun jedoch mit dem Zusatz: "ein Österreicher soll die Spottverse geschmiedet haben: Moritz Gottlieb Saphir (1795-1858). Eine Durchsicht des Saphirschen Werkes hat dies jedoch bisher nicht bestätigt" (Seite 64 books.google). 1987 schrieb "Der Sprachdienst" schließlich nur noch von Versen "eines uns nicht bekannten Verfassers" (Seite 53 books.google). Robert Sedlaczek, der das Gedicht mit einer bei Zimmer fehlenden (fünften) Zeile "Doch weil er gar zu sehr nach Wein gestinkt" zitiert, stützt die angebliche Autorschaft Saphirs ebenfalls nur auf die Mitteilung eines Lesers seiner Kolumne und nicht auf eine Primärquelle (wienerzeitung.at 29.09.2009).
1918 hatte die von Hugo Kantrowitz (1854-1935) in New York herausgegebene Apotheker-Zeitung in ihrer Rubrik Zeitgemässe Betrachtungen in Prosa und Poesie. Begründet von Oskar Zipfel, cand. chem., a. H. der Landsmannschaft ‚Hunnia'. (Unter gütiger Mitwirkung des Herrn O'Hertzke, Professors der Psychologie a. D.) die Verse unter der Überschrift "Der poetische Erguss" in der folgenden Fassung gebracht, wobei es sich um die Erstveröffentlichung handeln dürfte:
"Weil gar zu schön im Glas der Wein geblunken,// Hat sich der Zipfel heute voll getrinkt;// Drauf ist im Zackzick er nach Haus gehunken// Und seinem Freund, dem Hertzke, in den Arm gesinkt.// Der aber hat ganz zornig abgewunken // Und hinter ihm die Türe zugeklunken. [...]" - Band 39 S. 149 books.google, books.google, books.google, books.google.

Weblinks[Bearbeiten]

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