Mark Aurel

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Mark Aurel (121-180)[Bearbeiten]

römischer Kaiser

Überprüft[Bearbeiten]

Selbstbetrachtungen[Bearbeiten]

  • "Alles ist wie durch ein heiliges Band miteinander verflochten! Nahezu nichts ist fremd. Eines schließt sich ja dem anderen an und schmückt, mit ihm vereinigt, dieselbe Welt. Aus allem zusammen ist eine Welt vorhanden, ein Gott, alles durchdringend, ein Körperstoff, ein Gesetz, eine Vernunft, allen vernünftigen Wesen gemein, und eine Wahrheit, sofern es auch eine Vollkommenheit für all diese verwandten, derselben Vernunft teilhaftigen Wesen gibt." - Selbstbetrachtungen
  • "Alles was du siehst, wird die alles lenkende Natur bald verwandeln und aus diesem Stoff andere Dinge schaffen und aus deren Stoff wiederum andere, damit die Welt immer verjüngt werde." - Selbstbetrachtungen VII, 25
  • (Original altgriech.: "Πάντα ὅσα ὁρᾷς ὅσον οὔπω μεταβαλεῖ ἡ τὰ ὅλα διοικοῦσα φύσις καὶ ἄλλα ἐκ τῆς οὐσίας αὐτῶν ποιήσει καὶ πάλιν ἄλλα ἐκ τῆς ἐκείνων οὐσίας, ἵνα ἀεὶ νεαρὸς ᾖ ὁ κόσμο.")
  • (Lat.: "Quaecunque vides, haec omnia jamjam natura, quae res omnes administrat, mutabit, aliaque ex eorum materia faciet, et ex horum rursus alia, ut mundus semper sit novus.")
  • (Original altgriech.: "‹Πάντα› ὅσα κοινοῦ τινος μετέχει πρὸς τὸ ὁμογενὲς σπεύδει.")
  • (Lat.: "Quaecunque aliquid commune habent, ad id, quod ejusdem generis est, tendunt.")
  • "Bald - und du hast alles vergessen. Bald - und alles hat dich vergessen." - Selbstbetrachtungen VII, 21
  • (Original altgriech.: "Ἐγγὺς μὲν ἡ σὴ περὶ πάντων λήθη, ἐγγὺς δὲ ἡ πάντων περὶ σοῦ λήθη.")
  • (Lat.: "Instat tempus, quo tu omnium oblitus eris: instat, quo omnes tui obliti erunt.")
  • "Betrachte die ganze Natur, wovon du nur ein winziges Stücklein bist, und das ganze Zeitmaß von welchem nur ein kurzer und kleiner Abschnitt dir zugewiesen ist, und das Schicksal, wovon das deinige nur ein Bruchteil bildet." - Selbstbetrachtungen
  • "Der Tod ist ebenso, wie die Geburt, ein Geheimnis der Natur, hier Verbindung, dort Auflösung derselben Grundstoffe." - Selbstbetrachtungen IV, 5
  • (Original altgriech.: "Ὁ θάνατος τοιοῦτον, οἷον γένεσις, φύσεως μυστήριον' σύγκρισις ἐκ τῶν αὐτῶν στοιχείων, εἰς ταὐτὰ ‹λύσις›.")
  • (Lat.: "Mors tale quid est, quale ortus, naturae actio occulta, concretio ex elementis et dissolutio in eadem.")
  • "Die beste Art, sich zu rächen ist, nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten." - Selbstbetrachtungen VI, 6
  • (Original altgriech.: "Ἄριστος τρόπος τοῦ ἀμύνεσθαι τὸ μὴ ἐξομοιοῦσθαι.")
  • (Lat.: "Optima ratio ulciscendi, non similem malis fieri.")
  • "Die Natur hat ebenso das Ende eines jeden Dinges zum Ziel wie seinen Anfang oder seine Fortsetzung, gleichsam wie der, der einen Ball aufwirft." - Selbstbetrachtungen VIII, 20
  • (Original altgriech.: "Ἡ φύσις ἐστόχασται ἑκάστου οὐδέν τι ἔλασσον τῆς ἀπολήξεως ἢ τῆς ἀρχῆς τε καὶ διεξαγωγῆς, ὡς ὁ ἀναβάλλων τὴν σφαῖραν.")
  • (Lat.: "Natura cujusque rei rationem habet, non minus, quod ad ejus finem attinet, quam ad ortum ejus et transitum, ad instar ejus, qui pilam emittit.")
  • "Die Welt ist ein einziges lebendiges Wesen, ein Weltstoff und eine Weltseele. In dieses Weltbewußtsein wird alles aufgenommen so wie alles aus ihm hervorgeht, so jedoch, daß von den Einzelwesen eines des anderen Mitursache ist und auch sonst die innigste Verknüpfung unter ihnen stattfindet." - Selbstbetrachtungen / Marc Aurel; [nach der Übers. aus dem Griech. von C. F. Schneider]. - Essen : Phaidon, [1996]. (Bibliothek der Philosophie ; Band 2), - ISBN 3-88851-105-4 - Kapitel IV, Abschnitt 40
  • "Eine bittere Gurke? Wirf sie weg! Dornensträucher im Weg? Weiche ihnen aus! Das ist alles. Frage nicht noch: Wozu gibt es solche Dinge in der Welt?" - Selbstbetrachtungen VIII, 50
  • (Original altgriech.: "Σίκυος πικρός; ἄφες. βάτοι ἐν τῇ ὁδῷ; ἔκκλινον. ἀρκεῖ, μὴ προσεπείπῃς' τί δὲ καὶ ἐγένετο ταῦτα ἐν τῷ κόσμῳ.")
  • (Lat.: "Cucumis amarus: mitte! Vepres in via: declina! sufficit. Noli haec verba addere: »Quare quaeso haec quoque in mundo sunt?«.")
  • "Glücklich sein heißt einen guten Charakter haben." - Selbstbetrachtungen VII, 17 (nach Übersetzung von F. C. Schneider)
  • "Glücklich sein heißt einen guten Genius haben oder gut sein." - Selbstbetrachtungen VII, 17 (nach Übersetzung von Albert Wittstock)
  • "Lass die Einbildung schwinden, und es schwindet die Klage, dass man dir Böses getan." - Selbstbetrachtungen
  • "Nach der Beschaffenheit der Gegenstände, die du dir am häufigsten vorstellst, wird sich auch deine Gesinnung richten; denn von den Gedanken nimmt die Seele ihre Farbe an." - Selbstbetrachtungen V, 16 (nach Übersetzung von Albert Wittstock)
  • "Nichts begegnet einem, was er von Natur nicht zu ertragen vermag." - Selbstbetrachtungen V, 18
  • (Original altgriech.: "Οὐδὲν οὐδενὶ συμβαίνει ὃ οὐχὶ ἐκεῖνο πέφυκε φέρειν.")
  • (Lat.: "Nihil cuiquam accidit, ad quod ferendum natura non sit comparatus.")
  • "Sei wie ein Fels, an dem sich beständig die Wellen brechen! Er bleibt stehen, und rings um ihn legen sich die angeschwollenen Gewässer." - Selbstbetrachtungen, IV, 49.
  • (Original altgriech.: "Ὅμοιον εἶναι τῇ ἄκρᾳ, ᾗ διηνεκῶς τὰ κύματα προσρήσσεται' ἡ δὲ ἕστηκε καὶ περὶ αὐτὴν κοιμίζεται τὰ φλεγμήναντα τοῦ ὕδατος.")
  • (Lat.: "Promontorii instar esse, ad quod fluctus perpetuo alliduntur: illud autem consistit et circa se maris aestum compescit.")
  • "Tu nicht, als wenn du Tausende von Jahren zu leben hättest. Der Tod schwebt über deinem Haupte. So lange du noch lebst, so lange du noch kannst, sei ein rechtschaffener Mensch." - Selbstbetrachtungen IV, 17
  • (Original altgriech.: "Μὴ ὡς μύρια μέλλων ἔτη ζῆν. τὸ χρεὼν ἐπήρτηται' ἕως ζῇς, ἕως ἔξεστιν, ἀγαθὸς γενοῦ.")
  • (Lat.: "Ne ut qui millia annorum victurus sit; fatum impendet; dum vivis, dum licet, fac bonus fias.")
  • "Übe dich auch in den Dingen, an denen du verzweifelst." - Selbstbetrachtungen XII, 6
  • (Original altgriech.: "Ἔθιζε καὶ ὅσα ἀπογινώσκεις.")
  • (Lat.: "Adsuesce etiam iis, quae fieri posse desperas.")
  • "Was für ein lächerlicher Fremdling auf Erden ist der, der über irgendein Ereignis in seinem Leben erstaunt." - Selbstbetrachtungen XII, 13
  • "Wenn du am Morgen widerwillig aufwachst, dann halte dir vor Augen: Ich wache auf, um die Arbeit eines Menschen zu tun." - "Aufzeichnungen über mich selbst", V,1, www.uni rostock.de
  • "Wie die Gedanken sind, die du am häufigsten denkst, ganz so ist auch deine Gesinnung. Denn von den Gedanken wird die Seele gesättigt." - Selbstbetrachtungen V, 16 (nach Übersetzung von C. F. Schneider)
  • "Wie es nur eine Erde gibt für alles Irdische, ein Licht für alles, was sehen kann, und eine Luft für alles was atmen kann, so ist es auch nur ein Geist, der unter sämtlichen Vernunftwesen verteilt ist" - Selbstbetrachtungen IX, 8
  • "Wie wichtig ist es doch, sich bei Delikatessen und ähnlichen Speisen vorzustellen, dass dieses die Leiche eines Fischs, jenes die Leiche eines Vogels oder Schweines ist, ebenso, dass der Falerner der Saft einer Traube ist und das Purpurgewand die Wolle eines Schafes mit Blut einer Muschel benetzt." - Selbstbetrachtungen VI, 13
  • (Original altgriech.: "Οἷον δὴ τὸ φαντασίαν λαμβάνειν ἐπὶ τῶν ὄψων καὶ τῶν τοιούτων ἐδωδίμων, ὅτι νεκρὸς οὗτος ἰχθύος, οὗτος δὲ νεκρὸς ὄρνιθος ἢ χοίρου' καὶ πάλιν, ὅτι ὁ Φάλερνος χυλάριόν ἐστι σταφυλίου καὶ ἡ περιπόρφυρος τριχία προβατίου αἱματίῳ κόγχης δεδευμένα.")
  • (Lat.: "Quemadmodum jam de obsoniis atque ejusmodi eduliis imaginem animo concipimus, ut, hoc piscis cadaver esse, illud cadaver avis aut porci, item, Falernum esse succulum uvulae, praetextam oviculae pilos, conchae cruore infectos.")
  • "Du mußt doch endlich einmal begreifen, was das für ein Kosmos ist, von dem du ein Teil bist, und wer der Gestalter der Welt ist, als dessen Ausstrahlung du ins Leben tratst! Daß dir nur eine engbegrenzte Spanne Zeit vergönnt ist; nutzt du sie nicht zur Erleuchtung deiner Seele, dann wird sie eines Tages verstrichen sein und du selbst dahin, und eine zweite Möglichkeit wird dir nicht gegeben werden." - Selbstbetrachtungen II, 4. Übersetzung durch Arno Mauersberger in: Der Weg zu sich selbst, Anaconda Verlag, Köln, 2008, ISBN 3866473109, S. 14.


Quellen[Bearbeiten]

Es gibt viele Übersetzungen der Selbstbetrachtungen von Marc Aurel, z.B. die relativ neue Auflage nach der Übers. aus dem Griech. von C. F. Schneider von 1857 - Essen : Phaidon, [1996]. (Bibliothek der Philosophie ; Band 2), - ISBN 3-88851-105-4 - Für andere Übersetzungen siehe auch Mark Aurel (Literatur)

Die Übersetzung von C. F. Schneider ist auf der Seite von Projekt-Gutenberg einsehbar: Selbstbetrachtungen - gutenberg.org.

Eine Übersetzung von Albert Wittstock ist verfügbar auf der Seite des deutschen Projekt-Gutenberg: Des Kaisers Marcus Aurelius Antonius Selbstbetrachtungen - gutenberg.spiegel.de.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons
Commons führt Medien zu Marcus Aurelius Antoninus Augustus.
Wikisource
Wikisource führt Texte oder Textnachweise von Marc Aurel auf griechisch.