Oswald Spengler

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Oswald Spengler (1880-1936)

deutscher Geschichtsphilosoph
eigentlich: Oswald Arnold Gottfried Spengler

Vom deutschen Volkscharakter (1927)

  • "Es gibt heute kein zweites Volk, das des Führers so bedürftig ist, um etwas zu sein, um auch nur an sich glauben zu können, aber auch keines, das einem großen Führer so viel sein kann."
— Oswald Spengler: Reden und Aufsätze. München 1937, S. 133. [1]

Unvollständige Quellenangabe (Hinweis)

Gedanken

  • "Wer Gott definiert, ist schon Atheist." - Gedanken; von der Religion

Jahre der Entscheidung

  • "Der Wille zur Mitte ist der greisenhafte Wunsch nach Ruhe um jeden Preis, nach Verschweizerung der Nationen, nach geschichtlicher Abdankung, mit der man sich einbildet, den Schlägen der Geschichte entronnen zu sein." - Jahre der Entscheidung, 1933
  • "Menschen, die sich zu Herren geboren und berufen fühlen. Was kommt auf die Zahl an? Sie hat nur das vorige Jahrhundert tyrannisiert, das vor Quantitäten auf den Knien lag. Ein Mann bedeutet viel gegenüber einer Masse von Sklavenseelen, von Pazifisten und Weltverbesserern, die Ruhe um jeden Preis ersehnen, selbst um den der ‚Freiheit’." - Jahre der Entscheidung

Der Mensch und die Technik

  • "Das schwerste Symptom des beginnenden Zusammenbruchs liegt in dem, was ich den Verrat an der Technik nennen möchte. […] Es beginnt statt des Exports von Produkten der Export von Geheimnissen, von Verfahren, Methoden, Ingenieuren und Organisatoren… verschwendet, verschleudert, verraten. Das ist der letzte Grund der Arbeitslosigkeit, die keine Krise ist, sondern der Beginn einer Katastrophe. Die Gefahr ist so groß geworden für jeden einzelnen, daß es kläglich ist, sich etwas vorzulügen." - Der Mensch und die Technik
  • "Optimismus ist Feigheit." - Der Mensch und die Technik

Untergang des Abendlandes

  • "Das Weib als Mutter ist, der Mann als Krieger und Politiker macht Geschichte." - Der Untergang des Abendlandes. Erster Band.
  • "Der Geist denkt, das Geld lenkt." - Untergang des Abendlandes. Erster Band
  • "Der kultivierte Mensch hat seine Energie nach innen, der zivilisierte nach außen." - Der Untergang des Abendlandes. Erster Band.
  • "Die privaten Mächte der Wirtschaft wollen freie Bahn für ihre Eroberung großer Vermögen. Keine Gesetzgebung soll ihnen im Wege stehen. Sie wollen die Gesetze machen, in ihrem Interesse, und sie bedienen sich dazu eines selbstgeschaffenen Werkzeugs, der Demokratie, der bezahlten Partei." - Untergang des Abendlandes, Seite 1193

Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

  • "Der Wille bestimmt die Bewegung." - Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • "Genau gesagt, baut nicht diese Schwalbe ihr Nest, sondern die Art tut es in ihr. Das Einzelwesen ist nur Organ des Gesamtwesens." - Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • "Hand und Geist sind zarteste und mächtigste Waffe." - Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • "Hochkultur ist Stadtkultur." - Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • "Leben ist Tun und Leiden. Je wissender der Mensch, desto tiefer sein seelisches Leid." - Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • "Methode ist List." - Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • "Seele ist ein Ereignis, ein Geschehen, kein Ding!" - Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • "Starker Intellekt lässt den Instinkt verkümmern." - Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • "Was anzieht, will erobert, was abstößt, vernichtet sein." - Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass
  • "Was ist Wahrheit? - Drei Wochen Pressearbeit, und alle Welt hat die Wahrheit erkannt. Ihre Gründe sind so lange unwiderleglich, als Geld vorhanden ist, sie ununterbrochen zu wiederholen." - Der Untergang des Abendlandes
  • "Wirklichkeit ist unendliches Wirken, unaufhörliche Bewegung." - Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Ich beneide jeden der lebt / Eis heauton. Fragmente aus dem Nachlass

  • "Immer wieder das niederschmetternde Gefühl, minderwertig zu sein. Angst vor jeder Art von Bindung." - Ich beneide jeden der lebt, Abschnitt 5 (S. 14)
  • "Jeder Versuch eine Schule, eine Weltanschauung gewaltsam zu züchten, führt zum Gegenteil." - Ich beneide jeden der lebt, Abschnitt 7 (S. 15)
  • "Nun, wenn durch mein ganzes Leben ein unstillbarer Hunger nach Sonne, Schönheit, Milde geht, so kommt es wohl daher, daß in dieser Gemeinschaft einander nicht verstehender Menschen, die ich „Elternhaus“ nennen mußte, kein Maß davon zu finden war." - Ich beneide jeden der lebt, Abschnitt 45 (S. 35)
  • "Was ich geworden bin, meinen Scharfblick etc., verdanke ich jener niederdrückenden falschen Erziehung meines Vaters, und also meine Schüchternheit, die meine Jugend zu einer Qual machte." - Ich beneide jeden der lebt, Abschnitt 60 (S. 43)
  • " Wenn ich mein Leben betrachte, ist es ein Gefühl das alles, alles beherrscht hat: Angst. Angst vor der Zukunft, Angst vor Verwandten, Angst vor Menschen, vor Schlaf, vor Behörden, v. Gewitter, v. Krieg, Angst, Angst." - Ich beneide jeden der lebt, Abschnitt 78 (S. 51)
  • "Ich vertrage den geistigen Umgang mit Frauen nur in kleinen Dosen. Die Klugen sind zu dumm, nur die dummen sind klug. Ein kluges Weib spricht nicht über gelehrte Dinge, ein dummes spricht nur davon." - Ich beneide jeden der lebt, Abschnitt 96 (S. 63)
  • "Hätte ich Freunde gehabt, denen ich mich mitteilen konnte, ich wäre heute anders. Ich hätte meine wichtigsten Dinge längst gesagt. Sie hätten mich nicht so fürchterlich niedergedrückt. Ich werde an den Folgen meiner Einsamkeit sterben." - Ich beneide jeden der lebt, Abschnitt 99 (S. 65)
  • "Ich habe seit meinem 15. Jahr immer, auch wenn ich mit anderen zusammen bin (gerade dann) d. Gefühl, daß mein Ich tief im Körper eingeschlossen sitzt und mit der Welt nur durch die Augen in Verbindung steht." - Ich beneide jeden der lebt, Abschnitt 105 (S. 69)

Quellen

  • Oswald Spengler: Ich beneide jeden, der lebt. Die Aufzeichnungen »Eis heauton« aus dem Nachlaß. Düsseldorf: Lilienfeld Verlag 2007. ISBN 978-3-940357-02-1

Weblinks

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