Martin Walser

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Martin Walser (*1927)[Bearbeiten]

deutscher Schriftsteller
eigentlich: Martin Johannes Walser

Zitate mit Quellenangabe[Bearbeiten]

  • "Am Bodensee, zwischen Lindau und Fischbach, kann jeder studieren, wie Sprache sich nach politischen Verhältnissen zu richten hat. Wer in den letzten 150 Jahren hier etwas gelten wollte, hat die zugezogenen Münchner oder Stuttgarter Beamten imitiert. Münchner Bairisch und Stuttgarter Schwäbisch sind zu bürgerlichen Standesmerkmalen geworden. Das Alemannische der Eingeborenen wurde zu einem Ausweis für mangelnde Erzogenheit und Bildung, die Imitation des Bairischen und Schwäbischen zu einem Karriere­-Indiz." Bemerkungen über unseren Dialekt. In: Walser, Martin: Dichten und Trachten 21, Frankfurt, 1967.
  • "Es ist, darf man sagen, der andauernde Zwang, dem unaufhörlichen Dasseinsschmerz nicht das letzte Wort zu lassen." - Stuttgarter Zeitung Nr. 160/2008 vom 11. Juli 2008, S. 31
  • "Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird. Wenn etwas vorbei ist, ist man nicht mehr der, dem es passierte." - Ein springender Brunnen. Roman. Suhrkamp Frankfurt am Main 1998. Seite 8
  • "Und ein Fachmann ist ein Mensch, der seiner Phantasie nur Vorstellungen erlaubt, die sein Verstand in Wirklichkeit verwandeln kann. Also wird nur noch das Allermöglichste gedacht. Das Nicht-sofort-mögliche ist das Unmögliche. Und das Unmögliche zu Denken ist dem Fachmann lächerlich." - Ehen in Philippsburg, Rowohlt, Reinbeck b. Hamburg 1963, Seite 40
  • "Was er schreibt, ist ununterbrochen schön." - über den Schriftsteller Hermann Kinder, Stuttgarter Zeitung Nr. 160/2008 vom 11. Juli 2008, S. 31
  • "Die Intellektuellen huren heute mit der Öffentlichkeit genau so wie vorher mit Gott. Wer das für einen Vorwurf hält, weiß nicht, was Gott war und was die Öffentlichkeit ist." - Tod eines Kritikers, Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2002, S. 32