Niccolò Machiavelli

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Niccolò Machiavelli (1469-1527)[Bearbeiten]

italienischer Schriftsteller, Philosoph, Dichter und Staatsmann

Der Fürst[Bearbeiten]

de. Wikisource: Der Fürst

  • "Die Menschen sind so einfältig und hängen so sehr vom Eindruck des Augenblickes ab, dass einer, der sie täuschen will, stets jemanden findet, der sich täuschen lässt." - Der Fürst, Kapitel "Inwieweit Herrscher ihr Wort halten sollen"
  • "Ein Fürst, der nicht weise ist, kann auch niemals weise beraten werden." - Der Fürst
Der Fürst (Machiavelli Regis) 007.jpg
  • "Eine Veränderung bewirkt stets eine weitere Veränderung." - Der Fürst
  • "Es darf daher ein Fürst keinen andern Gegenstand noch Gedanken haben, noch irgend zu seinem Handwerk was andres wählen, außer dem Krieg und die Ordnung und Disziplin desselben, weil dieses das einzige Handwerk ist, das dem Befehlenden geziemt, und sich so kräftig erweist, daß es nicht nur die geborenen Fürsten aufrecht erhält, sondern selbst öfters Privatpersonen zu dieser Stufe befördert hat." - Der Fürst (1513), Vierzehntes Kapitel: Was dem Fürsten in Hinsicht auf Kriegswesen obliegt. Übersetzung Gottlob Regis, Tübingen, 1842, de.wikisource.org
  • "Es gibt drei Arten der Intelligenz: die eine versteht alles von selber, die zweite vermag zu begreifen, was andere erkennen, und die dritte begreift weder von selber noch mit Hilfe anderer." - Der Fürst
  • "Es gibt nämlich kein anderes Mittel, Schmeicheleien zu vermeiden, als den Menschen beizubringen, dass sie dich nicht beleidigen, wenn sie dir die Wahrheit sagen. Doch wenn dir jeder die Wahrheit sagen darf, so fehlt es dir gegenüber an der Ehrerbietung." - Der Fürst
  • "Fortuna ist ein Weib; um es unterzukriegen, muss man es schlagen und stoßen. Man sieht auch, dass es sich leichter von Draufgängern bezwingen läßt als von denen, die kühl abwägend vorgehen." - Der Fürst
  • "Ihr müßt euch nämlich darüber im klaren sein, dass es zweierlei Arten der Auseinandersetzungen gibt: die mit Hilfe des Rechts und die mit Gewalt. Die erstere entspricht dem Menschen, die letztere den Tieren. Da die erste oft nicht zum Ziele führt, ist es nötig, zur zweiten zu greifen." - Der Fürst
  • "Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist." - Der Fürst
  • "So ist denn ein Fürst, der das Übel erst dann erkennt, wenn es da ist, nicht wahrhaft weise, was ja nur wenigen gegeben ist." - Der Fürst

Vom Staat[Bearbeiten]

Briefe[Bearbeiten]

  • "Die Menschen müssen sich so verhalten, dass sie sich nicht zu rechtfertigen brauchen, denn eine Rechtfertigung setzt immer einen Fehler oder die Vermutung eines Fehlers voraus." - Briefe an die Zehn, 11. April 1505
  • "Ein Vater muss lernen, das Handeln seiner Söhne zu akzeptieren, und zwar nicht gemessen an seinen Wünschen, sondern an deren Möglichkeiten." - Briefe (an die Zehn, 21. November 1500)
  • "Eine Eroberung weckt den Durst nach einer weiteren Eroberung." - Briefe, an Francesco Vettori, 10. Dezember 1514
  • "Es ist nicht so leicht zu bewerkstelligen, dass sich mehrere leitende Persönlichkeiten gegen eine einzige verbünden; gelingt es, so ist dieses Bündnis oft nicht von langer Dauer." - Briefe, an Francesco Vettori, 10. Dezember 1514
  • "Wer seine Bequemlichkeit für die anderer aufgibt, verliert die seinige, ohne dass man ihm dafür dankt." - Briefe, an Francesco Vettori, 10. Dezember 1513

Kriegskunst[Bearbeiten]

  • "Eine Republik zählt mehr große Männer als eine Monarchie; in jener wird die Tapferkeit fast immer geehrt, in dieser fürchtet man sie sehr." - Kriegskunst
  • "Wo die Strafen groß sind, müssen auch die Belohnungen groß sein." - Kriegskunst
  • "Zieh viele darüber zurate, was du tun sollst, aber teile nur wenigen mit, was du ausführen wirst." - Kriegskunst

Andere[Bearbeiten]

  • "Das Pech und die Natur halten unsere Rechnung immer im Gleichgewicht, nie erzeigt sie uns eine Wohltat, dass nicht gleich ein Übel käme." - Mandragola
  • "Es ist nicht weise, das zu verteidigen, was man ohnehin aufgeben muss." - Geschichte von Florenz
  • "Ich habe immer gehört, dass man drei Gattungen von Menschen meiden soll: Sänger, Alte und Verliebte." - Clizia
  • "Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt." - Mensch und Staat. Ausgewählt und hrsg. v. Matthias Jonasson. Deutsch von Johannes Ziegler. Insel-Verlag 1940 Projekt Gutenberg
  • "Unsere Sehnsucht wird immer größer, je weniger wir sie befriedigen können." - Clizia
  • "Wenn Reformen dauerhaft sein sollen, so müssen sie langsam durchgeführt werden." - Über die Reform des Staates von Florenz
  • "Wo die Not drängt, da wird Tollkühnheit zur Klugheit." - Geschichte von Florenz
  • "Wo man weniger weiß, argwöhnt man am meisten." - Die Undankbarkeit
  • "Wo große (Vermögens-)Gleichheit herrscht oder hergestellt ist, gründe man eine Republik, wo hingegen große (Vermögens-)Ungleichheit herrscht, eine Monarchie ..." (Discorsi, S.112, zit. nach Horkheimer GS 2 (Frankfurt, Fischer Verlag, 1987), S. 188

Weblinks[Bearbeiten]

Wikisource
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