Rainer Maria Rilke

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Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke (1875-1926)[Bearbeiten]

deutsch-österreichischer Dichter

Zitate mit Quellenangabe[Bearbeiten]

  • "Dann ward ich ernst. In meinem Herzen brannte // ein junges Hoffen und ein alter Gram ... // Zur Zeit, als einmal dir die Gouvernante // den „Werther“ aus den Händen nahm." - Traumgekrönt, aus: Lieben S. 89-100, 1896
  • "… Gott war guter Laune. Geizen // ist doch wohl nicht seine Art; // und er lächelte: da ward // Böhmen, reich an tausend Reizen." - Larenopfer, Land und Volk, 1895. In: Sämtliche Werke, Band I. Frankfurt am Main: Insel, 1955. S. 22-23.
  • "Rose, oh reiner Widerspruch, Lust, // Niemandes Schlaf zu sein unter soviel // Lidern." - Inschrift des Grabsteines von Rainer Maria Rilke, testamentarisch festgelegt am 27. Oktober 1925.
  • "Sie sind so jung, so vor allem Anfang, und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein." - Briefe an einen jungen Dichter; Insel, Leipzig 1950; ISBN 3-458-08406-1; Seite 21; z. Zt. Worpswede bei Bremen, am 16. Juli 1903

Unvollständige Quellengabe (Hinweis)

  • "Alldieweil Liebe bei Lieb ist, // weiß Lieb nicht wie lieb Lieb ist; // wenn aber Lieb von Lieb scheidet, // weiß lieb Lieb wohl, was lieb Lieb war"
  • "Als war ich von dem Skorpion gestochen // und hoffte Heilung durch dasselbe Tier." - Sonette der Louïze Labë, Das Erste Sonett
  • Das Erz hat Heimweh. Und verlassen // Will es die Münzen und die Räder, // Die es ein kleines Leben lehren. // Und aus Fabriken und aus Kassen // Wird es zurück in das Geäder // Der aufgetanen Berge kehren, // Die sich verschließen hinter ihm." - Das Stundenbuch
  • "Das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen." - 1. Duineser Elegie
  • "Des Sommers Wochen standen still, // Es stieg der Bäume Blut, jetzt fühlst du, dass es fallen will // In den, der alles tut." - Das Stundenbuch
  • "Irgendwo blüht die Blume des Abschieds und streut immerfort Blütenstaub, den wir atmen, herüber; auch noch im kommendsten Wind atmen wir Abschied." - Muzot, Oktober 1924
  • "O Herr, gib jedem seinen eignen Tod. // Das Sterben, das aus jenem Leben geht, // darin er Liebe hatte, Sinn und Not." - aus "Das Stundenbuch - Das Buch von der Armut und dem Tode", 1903
  • "Tanzt die Orange. Wer kann sie vergessen, // wie sie, ertrinkend in sich, sich wehrt // wider ihr Süßsein. Ihr habt sie besessen. // Sie hat sich köstlich zu euch bekehrt. // Tanzt die Orange." - Sonette an Orpheus 1. Teil, XV
  • "Und das sind die Wünsche: Leise Dialoge // Täglicher Stunden mit der Ewigkeit." - Das ist die Sehnsucht, Motto des Gedichtbands "Mir zur Feier", 1899
  • "Wenn arme Leute nachdenken, soll man sie nicht stören." - Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
  • "Wer spricht von Siegen? Übersteh'n ist alles!" - Requiem "Für Wolf Graf von Kalckreuth", geschrieben am 4./5. November 1908 in Paris
  • "Wir bauen an dir mit zitternden Händen // Und wir türmen Atom auf Atom. // Aber wer kann dich vollenden, Du Dom." - Das Stunden-Buch


Zitate mit Bezug auf Rainer Maria Rilke[Bearbeiten]

  • "Der ewige Doktorand ist nichts Neues. Es gab ihn immer. Neu ist die Unzahl von Menschen, die der politische Akademisierungswahn in diese Sackgasse gejagt hat. Das typische Los eines ewigen Doktoranden, vor dem man schon vor 50 Jahren warnte, sieht so aus: Er arbeitet über Rilke. Jedesmal, wenn er glaubt, fertig zu sein, erscheint eine neue Veröffentlichung über Rilke. Er will sie berücksichtigen (usw.)." - Helmut Schoeck, Das Recht auf Ungleichheit, 1990, S. 45


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