Franz Kafka

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Franz Kafka (1883-1924)[Bearbeiten]

deutschsprachiger Schriftsteller

Überprüft[Bearbeiten]

Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg[Bearbeiten]

  • "Das Glück begreifen, daß der Boden, auf dem Du stehst, nicht größer sein kann, als die zwei Füße ihn bedecken." - Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg, 1917-19
  • "Die Demut gibt jedem, auch dem einsam Verzweifelnden, das stärkste Verhältnis zum Mitmenschen, und zwar sofort, allerdings nur bei völliger und dauernder Demut." - Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg
  • "Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis ist der Wunsch zu sterben." - Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg
  • "Im Kampf zwischen dir und der Welt sekundiere der Welt." - Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg, 1917-19
  • "Prüfe dich an der Menschheit. Den Zweifelnden macht sie zweifeln, den Glaubenden glauben." - Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg, 1917-19
  • "Verstecke sind unzählige, Rettung nur eine, aber Möglichkeiten der Rettung wieder so viele wie Verstecke. Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg; was wir Weg nennen, ist Zögern." - Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg, 1917-19
  • "Von einem gewissen Punkt an gibt es keine Rückkehr mehr. Dieser Punkt ist zu erreichen." - Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg, 1917-19

Der Prozess[Bearbeiten]

  • "Die Logik ist zwar unerschütterlich, aber einem Menschen, der leben will, widersteht sie nicht." - Der Prozess. 10. Kapitel. Berlin: Verlag Die Schmiede, 1925. S. 401. ANNO
  • "Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht." - Der Prozess. 9. Kapitel. Berlin: Verlag Die Schmiede, 1925. S. 388. ANNO
  • "Die Schrift ist unveränderlich und die Meinungen sind oft nur ein Ausdruck der Verzweiflung darüber." - Der Prozess. 9. Kapitel. Berlin: Verlag Die Schmiede, 1925. S. 383. ANNO
  • "»Richtiges Auffassen einer Sache und Mißverstehn der gleichen Sache schließen einander nicht vollständig aus.«" - Der Prozess. 9. Kapitel. Berlin: Verlag Die Schmiede, 1925. S. 381. ANNO

Tagebücher[Bearbeiten]

  • "Das, was Verantwortungsgefühl ist und als solches sehr ehrenswert wäre, ist im letzten Grunde Beamtengeist, Knabenhaftigkeit, vom Vater gebrochener Wille." - Tagebücher, 27. August 1916
  • "Die Argumentation im allgemeinen: Ich bin an F[elice]. verloren." - Tagebücher, 9. März 1914
  • "Die Eltern, die Dankbarkeit von ihren Kindern erwarten (es gibt sogar solche, die sie fordern), sind wie Wucherer, sie riskieren gern das Kapital, wenn sie nur genug Zinsen bekommen." - Tagebücher, 12. November 1914
  • "Ein Mensch, der kein Tagebuch hat, ist einem Tagebuch gegenüber in einer falschen Position." - Tagebücher, 29. September 1911
  • "Ein unglücklicher Mensch, der kein Kind haben soll, ist in sein Unglück schrecklich eingeschlossen." - Tagebücher, 27. Dezember 1911
  • "Es gibt Möglichkeiten für mich, gewiss, aber unter welchem Stein liegen sie?" - Tagebücher, 1914
  • "Goethe hält durch die Macht seiner Werke die Entwicklung der deutschen Sprache wahrscheinlich zurück." - Tagebücher, 1911
  • "Ich bin unpünktlich, weil ich die Schmerzen des Wartens nicht fühle. Ich warte wie ein Rind." - Tagebücher, 1911
  • "Vor dem Heiraten hütet er [E.K.] sich, trotzdem er schon vierunddreißig Jahre alt ist, denn die Amerikanerinnen heiraten oft nur, um sich scheiden zu lassen, was für sie sehr einfach, für den Mann aber sehr teuer ist." - Tagebücher, 12. Dezember 1914
  • "Was bist du? Elend bin ich. Zwei Brettchen gegen die Schläfen geschraubt habe ich." - Tagebücher, 4. Juli 1916
  • "Was ich geleistet habe, ist nur ein Erfolg des Alleinseins." - Tagebücher, 1913
  • "Zweifellos ist in mir die Gier nach Büchern. Nicht eigentlich sie zu besitzen oder zu lesen, als vielmehr sie zu sehen, mich in der Auslage eines Buchhändlers von ihrem Bestand zu überzeugen." - Tagebücher, 11. November 1911
  • "Es ist sehr gut denkbar, daß die Herrlichkeit des Lebens um jeden und immer in ihrer ganzen Fülle bereit liegt, aber verhängt, in der Tiefe, unsichtbar, sehr weit. Aber sie liegt dort, nicht feindselig, nicht widerwillig, nicht taub. Ruft man sie mit dem richtigen Wort, beim richtigen Namen, dann kommt sie. Das ist das Wesen der Zauberei, die nicht schafft, sondern ruft." - Tagebücher, 18. Oktober 1921 kafka.org

Briefe[Bearbeiten]

  • "Ich bin zu der Meinung gekommen, daß die Tuberkulose, so wie ich sie habe, keine besondere Krankheit, keine eines besonderen Namens werte Krankheit ist, sondern nur eine ihrer Bedeutung nach vorläufig nicht einzuschätzende Verstärkung des allgemeinen Todeskeims." - Brief aus Zürau an Max Brod, Anfang Oktober 1917 pdf Seite 111.
  • "Ich glaube, man sollte überhaupt nur noch solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? [...] Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns." - Brief an Oskar Pollak, 27. Januar 1904, in: Franz Kafka: Briefe 1902-1924. S. Fischer Verlag. Lizenzausgabe für Europa von Schocken Books New York 1958, S. 27.
  • "Manchmal scheint es mir, Gehirn und Lunge hätten sich ohne mein Wissen verständigt. ‘So geht es nicht weiter’ hat das Gehirn gesagt und nach fünf Jahren hat sich die Lunge bereit erklärt, zu helfen." - Brief aus Zürau an Max Brod (BR 161), Mitte September 1917
  • "Prag läßt nicht los. Uns beide nicht. Dieses Mütterchen hat Krallen. Da muß man sich fügen oder -. An zwei Seiten müßten wir es anzünden, am Vyšehrad und am Hradschin, dann wäre es möglich, daß wir loskommen. Vielleicht überlegst Du es Dir bis zum Karneval." - Brief an Oskar Pollak [Prag, Stempel: 20. XII. 1902], in: Briefe 1902-1024, Hrsg. Max Brod. S. Fischer Frankfurt/Main 1958. S. 14
  • "Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle." - Brief an Oskar Pollak, 8. November 1903
  • "[...] Hüte Dich Felice das Leben für banal zu halten, wenn banal einförmig, einfach kleinsinnig heißen soll, das Leben ist bloß schrecklich, das empfinde ich, wie kaum ein anderer. Oft - und im Innersten vielleicht ununterbrochen - zweifle ich daran ein Mensch zu sein." - Brief an Felice Bauer, in: Franz Kafka: Briefe 1913-März 1914. Hrsg. Hans-Gerd Koch. Frankfurt/Main 1999. S. 233f

Stadtwappen, In der Strafkolonie, Heimkehr etc.[Bearbeiten]

  • "Der Gedanke, einmal in seiner Größe gefaßt, kann nicht mehr verschwinden; solange es Menschen gibt, wird auch der starke Wunsch da sein, den Turm zu Ende zu bauen." - Stadtwappen. In: Beim Bau der Chinesischen Mauer. Berlin: Kiepenheuer, 1931. S. 33
  • "Der Grundsatz, nach dem ich entscheide ist: Die Schuld ist immer zweifellos" - In der Strafkolonie, 1916. In: Gesammelte Werke: Erzählungen, Hg. Max Brod. Fischer Taschenbuch Verlag 1983, S. 156
  • "Je länger man vor der Tür zögert, desto fremder wird man." - Heimkehr. In: Erzählungen aus dem Nachlass. http://www.textlog.de/32095.html.
  • "Wie könnten Narren müde werden!" - Kinder auf der Landstraße. In: Betrachtung. Leipzig: Rowohlt, 1912. S. 16
  • "In diesem Augenblick ging über die Brücke ein geradezu unendlicher Verkehr." - Das Urteil. In: Franz Kafka: Gesammelte Werke. Band 5, Frankfurt a.M. 1950, S.53. [1]

Weblinks[Bearbeiten]

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