Johann Wolfgang von Goethe
aus Wikiquote, der freien Zitatsammlung
| Dieser Artikel behandelt den Dichter Goethe. Für weitere Personen mit dem Namen Goethe siehe Goethe (Begriffsklärung). |
[Bearbeiten] Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
deutscher Dichter
[Bearbeiten] Überprüft
[Bearbeiten] Iphigenie auf Tauris
- "Die Vorsicht stellt der List sich klug entgegen." - Iphigenie auf Tauris, 5. Aufzug, 3. Auftritt / Thoas
- "Du sprichst ein großes Wort gelassen aus." - Iphigenie auf Tauris, 1. Aufzug, 3. Auftritt / Thoas
- "Man spricht vergebens viel, um zu versagen; Der andre hört von allem nur das Nein." - Iphigenie auf Tauris. 1. Aufzug, 3. Auftritt / Thoas
- "Um Guts zu tun, braucht's keiner Überlegung." - Iphigenie auf Tauris, 5. Aufzug, 3. Auftritt / Iphigenie
- "Und am Ufer steh' ich lange Tage, das Land der Griechen mit der Seele suchend." - Iphigenie auf Tauris, 1. Aufzug, 1. Auftritt / Iphigenie
- "Zwischen uns sei Wahrheit." - Iphigenie auf Tauris, 3. Aufzug, 1. Auftritt / Orest
[Bearbeiten] Faust
[Bearbeiten] Faust in ursprünglicher Gestalt - Urfaust
| Wikipedia führt einen Artikel über Urfaust. |
- "Da lachte die Vergifftrinn (Vergifterin) noch: // Ha sie (die Ratte) pfeift auf dem letzten Loch // Als hett sie Lieb im Leibe " - Urfaust, Auerbachs Keller in Leipzig / Frosch
- Anmerkung
- Unter dem Titel "Faust in ursprünglicher Gestalt" wurde eine nach Goethes Tod aufgefundene Abschrift eines ersten Manuskripts von Faust I (Göchhausen'sche Abschrift) veröffentlicht. Das Manuskript selbst ist nicht erhalten.
[Bearbeiten] Faust. Eine Tragödie - Faust I
| Wikipedia führt einen Artikel über Faust I. |
- "Aber die Sonne duldet kein Weißes, // Überall regt sich Bildung und Streben, // Alles will sie mit Farben beleben; // Doch an Blumen fehlts im Revier, // Sie nimmt geputzte Menschen dafür." - Faust I, Vers 911 ff. / Faust - Osterspaziergang
- "Ach neige, // Du Schmerzenreiche, // Dein Antlitz gnädig meiner Not!" - Faust I, Vers 3587 ff. / Gretchen (Margarete)
- "Ach wenn in unsrer engen Zelle // Die Lampe freundlich wieder brennt, // Dann wird's in unserm Busen helle, // Im Herzen, das sich selber kennt. // Vernunft fängt wieder an zu sprechen // Und Hoffnung wieder an zu blühn; // Man sehnt sich nach des Lebens Bächen, // Ach! nach des Lebens Quelle hin." - Faust I, Vers 1194 ff. / Faust
- "Allein der Vortrag macht des Redners Glück." - Faust I, Vers 546 / Wagner
- "Allwissend bin ich nicht; doch viel ist mir bewusst." - Faust I, Vers 1582 / Mephistopheles
- "Am meisten lieb ich mir die vollen, frischen Wangen." - Faust I, Vers 320 / Mephistopheles
- "Bedenkt, Ihr habet weiches Holz zu spalten." - Faust I, Vers 111 / Direktor
- "Bescheidne Wahrheit sprech ich dir. // Wenn sich der Mensch, die kleine Narrenwelt, // Gewöhnlich für ein Ganzes hält." - Faust I, Vers 1346 ff. / Mephistopheles
- "Besonders lernt die Weiber führen; // Es ist ihr ewig Weh und Ach // So tausendfach // Aus e i n e m Punkte zu kurieren." - Faust I, Vers 2024 ff. / Mephistopheles
- "Blut ist ein ganz besondrer Saft." - Faust I, Vers 1740 / Mephistopheles
- "Das also war des Pudels Kern!" - Faust I, Vers 1323 / Faust
- "Das Alter macht nicht kindisch, wie man spricht, // Es findet uns nur noch als wahre Kinder." - Faust I, Vers 212 f. / Lustige Person
- "Dass ich erkenne, was die Welt // Im Innersten zusammenhält." - Faust I, Vers 382 f. / Faust
- "Dem Hunde, wenn er gut gezogen, // Wird selbst ein weiser Mann gewogen." - Faust I, Vers 1174 f. / Wagner
- "Dem Volke hier wird jeder Tag ein Fest. // Mit wenig Witz und viel Behagen // dreht jeder sich im engen Zirkeltanz, // Wie junge Katzen mit dem Schwanz." - Faust I, Vers 2161 ff. / Mephistopheles
- "Den Teufel spürt das Völkchen nie, // und wenn er sie beim Kragen hätte." - Faust I, Vers 2181 f. / Mephistopheles
- "Denn eben wo Begriffe fehlen, // Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein." - Faust I, Vers 1995 f. / Mephistopheles
- "Denn was man schwarz auf weiß besitzt, // Kann man getrost nach Hause tragen." - Faust I, Vers 1966 f. / Schüler
- "Der Äpfelchen begehrt Ihr sehr, // Und schon vom Paradiese her. // Von Freuden fühl ich mich bewegt, // Dass auch mein Garten solche trägt." - Faust I, Vers 4132 ff. / Die Schöne
- "Der ganze Strudel strebt nach oben; // Du glaubst zu schieben, und du wirst geschoben." - Faust I, Vers 4116 f. / Mephistopheles
- "Der letzte Trunk sei nun, mit ganzer Seele, // Als festlich hoher Gruß, dem Morgen zugebracht!" - Faust I, Vers 735 f. / Faust
- "Der Menschheit ganzer Jammer faßt mich an." - Faust I, Vers 4406 / Faust
- "Der saubern Herren Pfuscherei // Ist, merk ich, schon bei Euch Maxime." - Faust I, Vers 106 f. / Dichter
- "Der Worte sind genug gewechselt, // Laßt mich auch endlich Taten sehn; // Indes ihr Komplimente drechselt, // Kann etwas Nützliches geschehn." - Faust I, Vers 214 ff. / Direktor
- "Des Menschen Tätigkeit kann allzuleicht erschlaffen, // Er liebt sich bald die unbedingte Ruh; // Drum geb ich gern ihm den Gesellen zu, // Der reizt und wirkt und muß als Teufel schaffen." - Faust I, Vers 340 ff. / Der Herr
- "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." - Faust I , Vers 765 / Faust
- "Die Hand, die samstags ihren Besen führt, // Wird sonntags dich am besten karessieren (liebkosen)." - Faust I, Vers 844 f. / Erster (Schüler)
- "Die Kirche hat einen guten Magen, // Hat ganze Länder aufgefressen // Und doch noch nie sich übergessen." - Faust I, Vers 2836 ff. / Mephistopheles
- "Die Kunst ist lang! // Und kurz ist unser Leben." - Faust I, Vers 558 f. / Wagner
- "Die Masse könnt ihr nur durch Masse zwingen." - Faust I, Vers 95 / Direktor
- "Die schlechteste Gesellschaft läßt dich fühlen, // Dass du ein Mensch mit Menschen bist." - Faust I, Vers 1637 f./ Mephistopheles
- "Die Träne quillt, die Erde hat mich wieder." - Faust I, Vers 784 / Faust
- "Die Zeiten der Vergangenheit // Sind uns ein Buch mit sieben Siegeln." - Faust I, Vers 575 f. / Faust
- "Du gleichst dem Geist, den Du begreifst." - Faust I, Vers 512 / Geist
- "Du kannst! So wolle nur!" - Faust I, Vers 4544 / Faust
- "Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen (Franzosen) leiden, // Doch ihre Weine trinkt er gern." - Faust I, Vers 2272 f. / Brander
- "Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange // Ist sich des rechten Weges wohl bewusst." - Faust I, Vers 328 f. / Der Herr
- "Ein jeder lernt nur, was er lernen kann; // Doch der den Augenblick ergreift, // Das ist der rechte Mann." - Faust I, Vers 2017 ff. / Mephistopheles
- "Ein Kerl, der spekuliert (hier: grübelt, sich in Gedanken verspinnt), // Ist wie ein Tier, auf dürrer Heide // Von einem bösen Geist im Kreis herumgeführt, // Und ringsumher liegt schöne grüne Weide." - Faust I, Vers 1830 ff. / Mephistopheles
- "Ein Mann, der recht zu wirken denkt, // Muss auf das beste Werkzeug halten." - Faust I, Vers 109 f. / Direktor
- Ein Mittel, ohne Geld // Und Arzt und Zauberei zu haben: // Begib dich gleich hinaus aufs Feld, // Fang an zu hacken und zu graben, // Erhalte dich und deinen Sinn // In einem ganz beschränkten Kreise, // Ernähre dich mit ungemischter Speise, // Leb mit dem Vieh als Vieh und acht es nicht für Raub, // Den Acker, den du erntest, selbst zu düngen; // Das ist das beste Mittel, glaub, // Auf achtzig Jahr dich zu verjüngen!" - Faust I, Vers 2351 ff. / Mephistopheles
- "(Ich bin) Ein Teil von jener Kraft, // Die stets das Böse will und stets das Gute schafft." - Faust I, Vers 1336 / Mephistopheles
- "Einst hatt ich einen schönen Traum; // Da sah ich einen Apfelbaum, // Zwei schöne Äpfel glänzten dran, // Sie reizten mich, ich stieg hinan." - Faust I, Vers 4128 ff. / Faust
- "Er (der Mensch, der kleine Gott der Welt) nennt's Vernunft und braucht's allein, // nur tierischer als jedes Tier zu sein." - Faust I, Vers 285 f. / Mephistopheles
- "Erquickung hast Du nicht gewonnen, // Wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt." - Faust I, Vers 568 f. / Faust
- "Es erben sich Gesetz und Rechte // Wie eine ew'ge Krankheit fort; // Sie schleppen von Geschlecht sich zum Geschlechte // und rücken sacht von Ort zu Ort. // Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage; // Weh dir, dass du ein Enklel bist! // Vom Rechte, das mit uns geboren ist, // Von dem ist leider! nie die Frage." - Faust I, Vers 1972 ff. / Mephistopheles
- "Es irrt der Mensch, solang er strebt." - Faust I, Vers 317 / Der Herr
- "Es lebe, wer sich tapfer hält!" - Faust I, Vers 3370 / Mephistopheles
- "Es war die Art zu allen Zeiten, // […] // Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten." - Faust I, Vers 2560 ff. / Mephistopheles
- "Für einen Leichnam bin ich nicht zu Haus." - Faust I, Vers 321 / Mephistopheles
- "Gatten, die sich vertragen wollen, // Lernen's von uns beiden! // Wenn sich zweie lieben sollen, // Braucht man sie nur zu scheiden." - Faust I, Vers 4243 ff. / Oberon
- "Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell von hinnen, // Doch Ordnung lehrt Euch Zeit gewinnen." - Faust I, Vers 1908 f. / Mephistopheles
- "Gefühl ist alles; // Name ist Schall und Rauch." - Faust I, Vers 3456 f. / Faust
- "Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, // Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen." - Faust I, Vers 2565 f. / Mephistopheles
- "Grau, teurer Freund, ist alle Theorie // Und grün des Lebens goldner Baum." - Faust I, 2038 f. / Mephistopheles
- "Greift nur hinein ins volle Menschenleben! // Ein jeder lebt's, nicht vielen ist's bekannt, // Und wo Ihr's packt, da ist's interessant." - Faust I, Vers 167 ff. / Lustige Person
- "Habe nun, ach! Philosophie, // Juristerei und Medizin, // Und leider auch Theologie! // Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. // Da steh ich nun, ich armer Tor! // Und bin so klug als wie zuvor." - Faust I, Vers 354 ff. / Faust - Anfangsverse Faust I-Tragödie
- "Heinrich! Mir graut's vor dir." - Faust I, Vers 4610 / Margarete
- "Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!" - Faust I, Vers 940 / Faust
- "Hier ist ein Saft, der eilig trunken macht." - Faust I, Vers 732 / Faust
- "Ich bin der Geist, der stets verneint! // Und das mit Recht; denn alles, was entsteht, // Ist wert, daß es zugrunde geht; // Drum besser wär's, daß nichts entstünde. // So ist denn alles, was ihr Sünde, // Zerstörung, kurz das Böse nennt, // Mein eigentliches Element." - Faust I, Vers 1338 ff. / Mephistopheles
- "Ich bin von je der Ordnung Freund gewesen." - Faust I, Vers 3011 / Marthe
- "Ich hab es öfters rühmen hören, // Ein Komödiant könnt einen Pfarrer lehren." - Faust I, Vers 526 f. / Wagner
- "Ihr habt das Recht, gesittet pfui zu sagen. // Man darf das nicht vor keuschen Ohren nennen, // Was keusche Herzen nicht entbehren können." - Faust I, Vers 3294 ff. / Mephistopheles
- "Ihr Mann ist tot und lässt Sie grüßen." - Faust I, Vers 2916 / Mephistopheles
- "Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten." - Faust I, Vers 1 - Anfangsvers Faust I-Zueignung
- "Ihr wißt, auf unsern deutschen Bühnen // Probiert ein jeder, was er mag." - Faust I, Vers 231 f. / Direktor
- "Im Anfang war die Tat!" - Faust I, Vers 1237 / Faust
- "In jedem Kleide werd ich wohl die Pein // Des engen Erdelebens fühlen. // Ich bin zu alt, um nur zu spielen, // Zu jung, um ohne Wunsch zu sein." - Faust I, Vers 1544 ff. / Faust
- "Mein Leipzig lob ich mir! // Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute." - Faust I, Vers 2171 f. / Frosch
- "Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, // Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?" - Faust I, Vers 2605 f. / Faust
- "Mir wird von alledem so dumm, // als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum." Faust I, Vers 1946 f. / Schüler
- "Mit Euch, Herr Doktor, zu spazieren // Ist ehrenvoll und ist Gewinn." - Faust I, Vers 941 f. / Wagner
- "Mit Frauen soll man sich nie unterstehn zu scherzen." - Faust I, Vers 3160 / Mephistopheles
- "Mit Worten lässt sich trefflich streiten." - Faust I, Vers 1997 / Mephistopheles
- "Nach einem selbstgesteckten Ziel // Mit holdem Irren hinzuschweifen, // Das, alte Herrn, ist eure Pflicht." - Faust I, Vers 208 ff. / Lustige Person
- "Nach Golde drängt, // Am Golde hängt // Doch alles. Ach wir Armen!" - Faust I, Vers 2802 ff. / Margarete
- "Natürlich, wenn ein Gott sich erst sechs Tage plagt, // Und selbst am Ende bravo sagt, // Da muss es was Gescheites werden." - Faust I, Vers 2441 ff. / Mephistopheles
- "Nun sag, wie hast du's mit der Religion?" - Faust I, Vers 3415 / Margarete - Gretchenfrage
- "Nur rastlos betätigt sich der Mann." - Faust I, Vers 1759 / Faust
- "O glücklich, wer noch hoffen kann, // Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen! // Was man nicht weiß, das eben brauchte man, // Und was man weiß, kann man nicht brauchen." - Faust I, Vers 1064 ff. / Faust
- "O wär ich nie geboren!" - Faust I, Vers 4596 / Faust
- "Sie ist die erste nicht !" - Faust I, Trüber Tag. Feld, / Mephistopheles
- "So schreitet in dem engen Bretterhaus (Theater) // Den ganzen Kreis der Schöpfung aus, // Und wandelt mit bedächt'ger Schnelle // Vom Himmel durch die Welt zur Hölle." - Faust I, Vers 239 ff. / Direktor
- "Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben." - Faust I, Vers 2062 / Mephistopheles
- "Sucht nur die Menschen zu verwirren, // Sie zu befriedigen ist schwer." - Faust I, Vers 131 f. / Direktor
- "Sünd und Schande // Bleibt nicht verborgen." - Faust I, Vers 3821 f. / Böser Geist
- "Uns ist ganz kannibalisch wohl, // Als wie fünfhundert Säuen!" - Faust I, Vers 2293 f. / Alle (lustigen Gesellen)
- "Unsre Taten selbst, so gut als unsre Leiden, // Sie hemmen unsres Lebens Gang." - Faust I, Vers 632 f. / Faust
- "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche // Durch des Frühlings holden belebenden Blick." - Faust I, Vers 903 f. / Faust - Osterspaziergang
- "Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern // Und hüte mich, mit ihm zu brechen. // Es ist gar hübsch von einem großen Herrn, // so menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen." - Faust I, Vers 350 ff. / Mephistopheles
- "Was du ererbt von deinen Vätern hast, // erwirb es, um es zu besitzen. // Was man nicht nützt, ist eine schwere Last; // Nur was der Augenblick erschafft, das kann er nützen." - Faust I, Vers 682 ff. / Faust
- "Was glänzt, ist für den Augenblick geboren; // Das Echte bleibt der Nachwelt unverloren." - Faust I, Vers 73 f. / Dichter
- "Was ihr den Geist der Zeiten heißt, // Das ist im Grund der Herren eigner Geist, // In dem die Zeiten sich bespiegeln." - Faust I, Vers 577 ff. / Faust
- "Was willst du dich das Stroh zu dreschen plagen?" - Faust I, Vers 1839 / Mephistopheles
- "Welch Schauspiel! aber ach! ein Schauspiel nur!" - Faust I, Vers 454 / Faust
- "Wenn ich sechs Hengste zahlen kann, // Sind ihre Kräfte nicht die meine? // Ich renne zu und bin ein rechter Mann, // Als hätt ich vierundzwanzig Beine." - Faust I, Vers 1824 ff. / Mephistopheles
- "Wer darf das Kind beim rechten Namen nennen? // Die wenigen, die was davon erkannt, // Die töricht gnug ihr volles Herz nicht wahrten, // Dem Pöbel ihr Gefühl, ihr Schauen offenbarten, // Hat man von je gekreuzigt und verbrannt." - Faust I, Vers 589 ff. / Faust
- "Wer fertig ist, dem ist nichts recht zu machen, // Ein Werdender wird immer dankbar sein." - Faust I, Vers 182 f. / Lustige Person
- "Werd ich zum Augenblicke sagen: // Verweile doch! Du bist so schön! // Dann magst du mich in Fesseln schlagen, // dann will ich gern zugrunde gehn!" - Faust I, Vers 1700 ff. / Faust
- "Wer sich behaglich mitzuteilen weiß, // den wird des Volkes Laune nicht erbittern." - Faust I, Vers 81 f. / Lustige Person
- "Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen." - Faust I, Vers 97 / Direktor
- "Wie alles sich zum Ganzen webt, // Eins in dem andern wirkt und lebt!" - Faust I, Vers 447 f. / Faust
- "Wie anders tragen uns die Geistesfreuden, // Von Buch zu Buch, von Blatt zu Blatt! // Da werden Winternächte hold und schön, // Ein selig Leben wärmet alle Glieder, // Und ach! entrollst du gar ein würdig Pergamen (Pergament), // So steigt der ganze Himmel zu dir nieder." - Faust I, Vers 1104 ff. / Wagner
- "Wie glücklich würde sich der Affe schätzen, // Könnt er nur auch ins Lotto setzen!" - Faust I, Vers 2400 f. / Mephistopheles
- "Wo fass ich dich, unendliche Natur? // Euch Brüste, wo? Ihr Quellen alles Lebens." - Faust I, Vers 455 f. / Faust
- "Zwar weiß ich viel, doch möcht ich alles wissen." - Faust I, Vers 601 / Wagner
- "Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, // Die eine will sich von der andern trennen." - Faust I, Vers 1112 f. / Faust
[Bearbeiten] Faust. Der Tragödie Zweiter Teil - Faust II
| Wikipedia führt einen Artikel über Faust II. |
- "Alles Vergängliche // Ist nur ein Gleichnis // Das Unzulängliche, // Hier wirds Ereignis; // Das Unbeschreibliche, // Hier ist es getan; // Das Ewig-Weibliche // Zieht uns hinan." - Faust II, Vers 12104 ff. / Chorus mysticus - Schlussverse Faust II
- "Alt ist das Wort, doch bleibet hoch und wahr der Sinn, // Dass Scham und Schönheit nie zusammen, Hand in Hand, // Den Weg verfolgen über der Erde grünen Pfad." - Faust II, Vers 8754 ff. / Phorkyas
- "Auch ein gelehrter Mann // Studiert so fort, weil er nicht anders kann. // So baut man sich ein mäßig Kartenhaus, // Der größte Geist baut's doch nicht völlig aus." - Faust II, Vers 6639 ff. / Mephistopheles
- "Auf strenges Ordnen, raschen Fleiß // Erfolgt der allerschönste Preis; // Dass sich das Werk vollende, // Genügt ein Geist für tausend Hände." - Faust II, Vers 11507 ff. / Faust
- "Aus dem Palast ins enge Haus (des Sarges), // So dumm läuft es am Ende doch hinaus." - Faust II, Vers 11529 f. / Mephistopheles
- "Bewundert viel und viel gescholten…" - Faust II, Vers 8488 / Helena
- "Bin männlichen Geschlechts, der Geiz!" - Faust II, Vers 5665 / Der Abgemagerte
- "Daran erkenn ich den gelehrten Herrn! // Was ihr nicht tastet, steht euch meilenfern, // Was ihr nicht faßt, das fehlt euch ganz und gar, // Was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht wahr, // Was ihr nicht wägt, hat für euch kein Gewicht, // Was ihr nicht münzt, das, meint ihr, gelte nicht." - Faust II, Vers 4917 ff. / Mephistopheles
- "Das ist der Weisheit letzter Schluss: // Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, // Der täglich sie erobern muss." - Faust II, Vers 11574 ff. / Faust
- "Das Schaudern ist der Menschheit bestes Teil." - Faust II, Vers 6272 / Faust
- "Dem Tüchtigen ist diese Welt nicht stumm." - Faust II, Vers 11446 / Faust
- "Den lieb ich, der Unmögliches begehrt." - Faust II, Vers 7488 / Manto
- "Denn wer den Schatz, das Schöne, heben will, // Bedarf der höchsten Kunst: Magie der Weisen." - Faust II, Vers 6315 f. / Mephistopheles
- "Denn wo Gespenster Platz genommen, // Ist auch der Philosoph willkommen. // Damit man seiner Kunst und Gunst sich freue, // Erschafft er gleich ein Dutzend neue. " - Faust II, Vers 7843 ff. / Mephistopheles
- "Der Rost macht erst die Münze wert" - Faust II, Vers 8224 / Thales
- "Des Lebens Pulse schlagen frisch lebendig, // Ätherische Dämmerung milde zu begrüßen; // Du, Erde, warst auch diese Nacht beständig // Und atmest neu erquickt zu meinen Füßen." - Faust II, Vers 4679 ff. / Faust
- "Die Sorge, sie schleicht sich durchs Schlüsselloch ein." - Faust II, Vers 11391 / Sorge
- "Die Tat ist alles, nichts der Ruhm." - Faust II, Vers 10188 / Faust
- "Die Welle beugt sich jedem Winde gern." - Faust II, Vers 7853 / Thales
- "Dieser Erdenkreis // gewährt noch Raum zu großen Taten." - Faust II, Vers 10181 f. / Faust
- "Einbläsereien sind des Teufels Redekunst." - Faust II, Vers 6400 / Mephistopheles
- "Ein großer Aufwand, schmählich! ist vertan." - Faust II, Vers 11837 / Mephistopheles
- "Es leuchtet! seht! - Nun lässt sich wirklich hoffen, // Dass, wenn wir aus viel hundert Stoffen // Durch Mischung - denn auf Mischung kommt es an - // Den Menschenstoff gemächlich komponieren, // In einen Kolben verlutieren (einschließen) // Und ihn gehörig kohobieren (durch stufenweise Destillation reinigen), // So ist das Werk im Stillen abgetan." - Faust II, Vers 6848 ff. / Wagner
- "Gehorche willig der Gewalt ! // Und bist du kühn und hältst du Stich (stand), // So wage Haus und Hof und - dich." - Faust II, Vers 11375 ff. / Chorus
- "Hoch ist der Doppelgewinn zu schätzen: // Barmherzig sein, und sich zugleich ergetzen." - Faust II, Vers 8402 f. / Nereus
- "Ihr bleibt bei meinem Worte kalt, // Euch guten Kindern lass ich's gehen; // Bedenkt: der Teufel, der ist alt, // So werdet alt, ihn zu verstehen!" - Faust II, Vers 6815 ff. / Mephistopheles
- "Ihr glücklichen Augen, // Was je ihr gesehn, // Es sei wie es wolle, // Es war doch so schön!" - Faust II, Vers 11300 ff. / Lynkeus der Türmer
- "Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist." - Faust II, Vers 6771 / Baccalaureus
- "Krieg, Handel und Piraterie, // Dreieinig sind sie, nicht zu trennen." - Faust II, Vers 11187 f. / Mephistopheles
- "Rechnung für Rechnung ist berichtigt, // Die Wucherklauen sind beschwichtigt, // Los bin ich solcher Höllenpein; // Im Himmel kann's nicht heitrer sein." - Faust II, Vers 6041 ff. / Marschalk
- "Rosen, ihr blendenden, // Balsam versendenden! // Flatternde, schwebende, // Heimlich belebende, // Zweiglein beflügelte, // Knospen entsiegelte, // Eilet zu blühn!" - Faust II, Vers 11699 ff. / Chor der Engel
- "Sie streiten sich, [..] um Freiheitsrechte; // Genau besehn, sind's Knechte gegen Knechte." - Faust II, Vers 6962 f./ Mephistopheles
- "Solch ein Gewimmel möcht ich sehn, // Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn." - Faust II, Vers 11579 f. / Faust
- "Soll zwischen uns kein fernster Zwist sich regen, Ich liebe mir den Zaubrer zum Kollegen." - Faust II, Vers 6141 f./ Schatzmeister
- "Stünd ich, Natur, vor dir ein Mann allein, // Da wär's der Mühe wert, ein Mensch zu sein." - Faust II, Vers 11406 f. / Faust
- "Über Rosen lässt sich dichten, // In die Äpfel muss man beißen." - Faust II, Vers 5168 f. / Gärtner
- "Uns bleibt ein Erdenrest // Zu tragen peinlich, // Und wär er von Asbest (unvergänglich), // Er ist nicht reinlich." - Faust II, Vers 11954 ff. / Die vollendeteren Engel
- "Wenn man der Jugend reine Wahrheit sagt, // Die gelben Schnäbeln keineswegs behagt, // Sie aber hintendrein nach Jahren // Das alles derb an eigner Haut erfahren, // Dann dünkeln sie, es käm aus eignem Schopf." - Faust II, Vers 6744 ff. / Mephistopheles
- "Wenn sich lau die Lüfte füllen // Um den grün umschränkten Plan, // Süße Düfte, Nebelhüllen // Senkt die Dämmerung heran. // Lispelt leise süßen Frieden, // Wiegt das Herz in Kindesruh; // Und den Augen dieses Müden // Schließt des Tages Pforte zu." - Faust II, Vers 4634 ff. / Chor
- "Wer befehlen soll, // muss im Befehlen Seligkeit empfinden." - Faust II, Vers 10250 f. / Faust
- "Wer immer strebend sich bemüht, // Den können wir erlösen." - Faust II, Vers 11936 f. / Engel
- "Wer kann was Dummes, wer was Kluges denken, // Das nicht die Vorwelt schon gedacht?" - Faust II, Vers 6809 f. / Mephistopheles
- "Wer lange lebt, hat viel erfahren, // Nichts Neues kann für ihn auf dieser Welt geschehn." - Faust II, Vers 6861 f. / Mephistopheles
- "Wie sich Verdienst und Glück verketten, // Das fällt den Toren niemals ein; // Wenn sie den Stein der Weisen hätten, // Der Weise mangelte dem Stein." - Faust II, Vers 5061 ff. / Mephistopheles
- "Wo fehlt's nicht irgendwo auf dieser Welt? // Dem dies, dem das, hier aber fehlt das Geld." - Faust II, Vers 4889 f. / Mephistopheles
- "Zum Sehen geboren, // Zum Schauen bestellt." - Faust II, Vers 11288 f. / Lynkeus der Türmer
[Bearbeiten] Faust - Paralipomena
| Wikipedia führt einen Artikel über Paralipomena. |
- " Euch gibt es zwei Dinge // So herrlich und groß: // Das glänzende Gold // Und der weibliche Schoß. // Das eine verschaffet, // Das andre verschlingt; // Drum glücklich, wer beide // Zusammen erringt!" - Paralipomenon 52 (Walpurgisnacht) / Satan
- "Für euch sind zwei Dinge // Von köstlichem Glanz: // Das leuchtende Gold // Und ein glänzender Schwanz. // Drum wißt euch, ihr Weiber, // Am Gold zu ergetzen // Um mehr als das Gold // Noch die Schwänze zu schätzen!" - Paralipomenon 52 (Walpurgisnacht) / Satan
- Anmerkung
- Unter dem Begriff "Paralipomena" wurden nach Goethes Tod seine vorbereitenden Aufzeichnungen (Skizzen, Verse u.a.) veröffentlicht, die er nicht in die Endfassungen von Faust I und II aufgenommen hat. Die Zählung der Paralipomena folgt der von Max Hecker.
[Bearbeiten] Wilhelm Meister
- "Alles Gescheite ist schon gedacht worden. Man muss nur versuchen, es noch einmal zu denken." - Band II, Betrachtungen im Sinne der Wanderer, Kunst, Ethisches, Natur
- "An der Farbe lässt sich die Sinnesweise, an dem Schnitt die Lebensweise des Menschen erkennen." - Wilhelm Meisters Wanderjahre II
- "Aufmerksamkeit ist das Leben!" - Wilhelm Meisters Wanderjahre
- "Bekanntschaften, wenn sie sich auch gleichgültig ankündigen, haben oft die wichtigsten Folgen." - Wilhelm Meisters Wanderjahre
- "Das Allgemeine und Besondere fallen zusammen; das Besondere ist das Allgemeine, unter verschiedenen Bedingungen erscheinend." - Wilhelm Meisters Wanderjahre II, Betrachtungen im Sinne der Wanderer. Kunst, Ethisches, Natur
- "Das Gewebe dieser Welt ist aus Notwendigkeit und Zufall gebildet; die Vernunft des Menschen stellt sich zwischen beide und weiß sie zu beherrschen; sie behandelt das Notwendige als den Grund ihres Daseins; das Zufällige weiß sie zu lenken, zu leiten und zu nutzen, und nur, indem sie fest und unerschütterlich steht, verdient der Mensch, ein Gott der Erde genannt zu werden." - Wilhelm Meisters Lehrjahre I
- "Das Instrument sollte nur die Stimme begleiten, denn Melodien, Gänge und Läufe ohne Worte und Sinn scheinen mir Schmetterlingen oder schönen bunten Vögeln ähnlich zu sein, die in der Luft vor unsern Augen herumschweben, die wir allenfalls haschen und uns zueignen möchten, da sich der Gesang dagegen wie ein Genius gen Himmel hebt und das bessere Ich in uns ihn zu begleiten anreizt." - Wilhelm Meisters Lehrjahre II,1
- "Das Menschenpack fürchtet sich vor nichts mehr als vor dem Verstande; vor der Dummheit sollten sie sich fürchten, wenn sie begriffen was fürchterlich ist; Aber jener ist unbequem und man muss ihn beiseite schaffen, dieser ist nur verderblich, und das kann man abwarten." - Wilhelm Meisters Lehrjahre
- "Das Wahre ist gottähnlich; es erscheint nicht unmittelbar, wir müssen es in seinen Manifestationen erraten." - Wilhelm Meisters Wanderjahre, Aus Makariens Archiv
- "Dass doch die Jugend immer zwischen den Extremen schwankt!" - Wilhelm Meisters Lehrjahre
- "Dem Reinen ist alles rein." - Wilhelm Meisters Wanderjahre III (Bibelzitat aus Titusbrief 1:15)
- "Den besten Unterricht zieht man aus vollständiger Umgebung." - Wilhelm Meisters Wanderjahre
- "Der denkende Mensch hat die wunderliche Eigenschaft, dass er an die Stelle, wo das unaufgelöste Problem liegt, gern ein Phantasiebild hinfabelt, das er nicht loswerden kann." - Wilhelm Meisters Wanderjahre II, Betrachtungen im Sinne der Wanderer. Kunst, Ethisches, Natur
- "Der edle Mensch kann sich in Momenten vernachlässigen, der vornehme nie." - Wilhelm Meisters Lehrjahre V
- "Der Italiener hat überhaupt ein tieferes Gefühl für die hohe Würde der Kunst als andere Nationen, jeder, der nur irgend etwas treibt, will Künstler, Meister und Professor heißen." - Wilhelm Meisters Lehrjahre VIII, 7
- "Die Eigenliebe lässt uns sowohl unsre Tugenden als unsre Fehler viel bedeutender, als sie sind, erscheinen." - Wilhelm Meisters Lehrjahre IV
- "Dulden wir keinen Juden unter uns; denn wie sollten wir ihm den Anteil an der höchsten Kultur vergönnen, deren Ursprung und Herkommen er verleugnet." - Wilhelm Meisters Lehrjahre III
- "Ein einziges Glied, das in einer großen Kette bricht, vernichtet das Ganze." - Wilhelm Meisters Wanderjahre III, 12
- "Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher als ein alter Irrtum." - Wilhelm Meisters Wanderjahre, Aus Makariens Archiv
- "Es gibt keine patriotische Kunst und keine patriotische Wissenschaft. Beide gehören, wie alles hohe Gute, der ganzen Welt an und können nur durch allgemeine freie Wechselwirkung aller zugleich Lebenden, in steter Rücksicht auf das, was uns vom Vergangenen übrig und bekannt ist, gefördert werden." - Wilhelm Meisters Wanderjahre, Aus Makariens Archiv
- "Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden. Es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun." - Wilhelm Meisters Wanderjahre, Aus Makariens Archiv
- "Es kann doch kein Deutscher einen Schuh zuschnallen, der es nicht von einer fremden Nation gelernt hat." - Wilhelm Meisters Lehrjahre
- "Handeln ist leicht, denken schwer; nach dem Gedanken handeln unbequem." - Wilhelm Meisters Lehrjahre
- "Hypothesen sind Wiegenlieder, womit der Lehrer seine Schüler einlullt." - Wilhelm Meisters Wanderjahre II, Betrachtungen im Sinne der Wanderer. Kunst, Ethisches, Natur
- " Man sieht die Blumen welken und die Blätter fallen, aber man sieht auch Früchte reifen und neue Knospen keimen." - Wilhelm Meisters Wanderjahre I, Zweites Kapitel, Der Lilienstengel
- "Muss denn alles schädlich sein, was gefährlich aussieht?" - Wilhelm Meisters Lehrjahre
- "Niemand weiß, was er tut, wenn er recht handelt; aber des Unrechten sind wir uns immer bewußt." - Wilhelm Meisters Lehrjahre VII, Neuntes Kapitel (Lehrbrief), gutenberg.spiegel.de
- "Sie werden die einfache, treue Rechtlichkeit deutscher Zustände nicht verschmähen, und mir verzeihen, wenn ich nach meiner Art und Denkweise, nach Herankommen und Stellung, kein anmutigeres Bild finde, als wie sie uns der deutsche Mittelstand in seinen reinen Häuslichkeiten sehen lässt." - Wilhelm Meisters Wanderjahre I,7
- "Sieht man ein Übel, so wirkt man unmittelbar darauf, d.h. man kuriert unmittelbar aufs Symptom los." - Wilhelm Meisters Wanderjahre II, Betrachtungen im Sinne der Wanderer. Kunst, Ethisches, Natur
- "So bleibt die eigentliche Religion ein Inneres, ja Individuelles, denn sie hat ganz allein mit dem Gewissen zu tun, dieses soll erregt, soll beschwichtigt werden." - Wilhelm Meisters Wanderjahre I,7
- "Spricht man ja mit sich selbst nicht immer, wie man denkt." - Wilhelm Meisters Wanderjahre
- "Und wenn ich dich lieb habe, was geht's dich an?" - Wilhelm Meisters Lehrjahre IV,9
- "Uns rührt die Erzählung jeder guten Tat, uns rührt das Anschauen jedes harmonischen Gegenstandes, wir fühlen dabei, dass wir nicht ganz in der Fremde sind, wir wähnen einer Heimat näher zu sein, nach der unser Bestes, Innerstes ungeduldig hinstrebt." - Wilhelm Meisters Lehrjahre VII,1
- "Was aber ist deine Pflicht? Die Forderung des Tages." - Wilhelm Meisters Wanderjahre II, Betrachtungen im Sinne der Wanderer. Kunst, Ethisches, Natur
- "Was ist denn Glauben? Die Erzählung einer Begebenheit für wahr halten, was kann mir das helfen? Ich muß mir ihre Wirkungen, ihre Folgen zueignen können. Dieser zueignende Glaube muss ein eigener, dem natürlichen Menschen ungewöhnlicher Zustand des Gemüts sein. […] So nahte meine Seele dem Menschgewordenen und am Kreuz Gestorbenen, und in dem Augenblick wusste ich, was Glauben war." - Wilhelm Meisters Lehrjahre VI - Bekenntnisse einer schönen Seele
- "Wenn man es genau betrachtet, so wird jede, auch nur die geringste Fähigkeit uns angeboren." - Wilhelm Meisters Lehrjahre VIII, 3
- "Wer das Geld bringt, kann die Ware nach seinem Sinne verlangen." - Wilhelm Meisters Wanderjahre
- "Wer nie sein Brot mit Tränen aß, // Wer nie die kummervollen Nächte // Auf seinem Bette weinend saß, // Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte." - Wilhelm Meisters Lehrjahre 2, 13
- "Verschwiegenheit fordern, ist nicht das Mittel, sie zu erlangen." - Wilhelm Meisters Wanderjahre I
- "Was bin ich denn gegen das All?" - Wilhelm Meisters Wanderjahre
[Bearbeiten] Maximen und Reflexionen
- "Alle Empiriker streben nach der Idee und können sie in der Mannigfaltigkeit nicht entdecken; alle Theoretiker suchen sie im Mannigfaltigen und können sie darinne nicht auffinden." - Maximen und Reflexionen, Nr. 803 bei Hecker
- "Alles ist einfacher, als man denken kann, zugleich verschränkter, als zu begreifen ist." - Maximen und Reflexionen, Nr. 1209 bei Hecker
- "Alles Lebendige bildet eine Atmosphäre um sich her." - Maximen und Reflexionen, Nr. 435 bei Hecker
- "Alles, was wir treiben und tun, ist ein Abmüden; wohl dem, der nicht müde wird!" - Maximen und Reflexionen, Nr. 303 bei Hecker
- "Anstatt meinen Worten zu widersprechen, sollten sie nach meinem Sinne handeln." - Maximen und Reflexionen, Nr. 114 bei Hecker
- "Auch jetzt im Augenblick sollte jeder Gebildete Sternes Werke wieder zur Hand nehmen, damit auch das 19. Jahrhundert erführe, was wir ihrem schuldig sind, und einsähe, was wir ihm schuldig werden können." - über Laurence Sterne, Maximen und Reflexionen, 760
- "Aufrichtig zu sein, kann ich versprechen, unparteiisch zu sein, aber nicht." - Aus Kunst und Alterthum, 4. Band, 2. Heft 1823, Nr. 184. Aus: Maximen und Reflexionen. hg. von Max Hecker. Weimar: Goethe-Gesellschaft, 1907. S. 33 books.google.com-USA*
- "Aus vielen Skizzen endlich ein Ganzes hervorzubringen, gelingt selbst den Besten nicht immer." - Maximen und Reflexionen
- "Begegnet uns jemand, der uns Dank schuldig ist, gleich fällt es uns ein. Wie oft können wir jemandem begegnen, dem wir Dank schuldig sind, ohne daran zu denken!" - Maximen und Reflexionen, 5
- "Daher denn auch der Mathematiker seine Formelsprache so hoch steigert, uns, insofern es möglich, in der meßbaren und zählbaren Welt die unmeßbare mitzubegreifen. Nun erscheint ihm alles greifbar, faßlich und mechanisch, und er kommt in den Verdacht eines heimlichen Atheismus, indem er ja das Unmeßbarste, welches wir Gott nennen, zugleich mitzuerfassen glaubt und daher dessen besonderes oder vorzügliches Dasein aufzugeben scheint." - Maximen und Reflexionen1286
- "Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist der Enthusiasmus, den sie erregt." - Maximen und Reflexionen, 495
- "Das erste und letzte, was vom Genie gefordert wird, ist Wahrheitsliebe." - Maximen und Reflexionen, VII, Nr. 1
- "Das ist der glücklichste Mensch, der das Ende seines Lebens mit dem Anfang in Verbindung setzen kann." - Maximen und Reflexionen, Aus Kunst und Altertum 1821
- "Das Klassische nenne ich das Gesunde und das Romantische das Kranke." - Maximen und Reflexionen, Nr. 1031
- "Das Naive als natürlich ist mit dem Wirklichen verschwistert. Das Wirkliche ohne sittlichen Bezug nennen wir gemein." - Maximen und Reflexionen
- "Das schädlichste Vorurteil ist, dass irgend eine Art Naturuntersuchung mit dem Bann belegt werden könne." - Maximen und Reflexionen
- "Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche ruhig zu verehren." - Maximen und Reflexionen, Nr. 1207 bei Hecker
- "Den Stoff sieht jedermann vor sich, den Gehalt findet nur der, der etwas dazu zu tun hat, und die Form ist ein Geheimnis den Meisten." - Maximen und Reflexionen, Nr. 289 bei Hecker
- "Der echter Schüler lernt aus dem Bekannten das Unbekannte entwickeln und nähert sich dem Meister." - Maximen und Reflexionen
- "Der Hass ist ein aktives Missvergnügen, der Neid ein passives; deshalb darf man sich nicht wundern, wenn der Neid so schnell in Hass übergeht." - Maximen und Reflexionen
- "Der mittelmäßigste Roman ist immer noch besser als die mittelmäßigen Leser, ja der schlechteste partizipiert etwas von der Vortrefflichkeit des ganzen Genres." - Maximen und Reflexionen 1406
- "Der Mystizismus ist die Scholastik des Herzens, die Dialektik des Gefühls." - Maximen und Reflexionen
- "Der Roman ist eine subjektive Epopee, in welcher der Verfasser sich die Erlaubnis ausbittet, die Welt nach seiner Weise zu behandeln. Es fragt sich also nur, ob er eine Weise habe, das andere wird sich schon finden." - Maximen und Reflexionen 133
- "Derjenige, der sich mit Einsicht für beschränkt erklärt, ist der Vollkommenheit am nächsten." - Maximen und Reflexionen
- "Die Dunkelheit gewisser Maximen ist nur relativ: nicht alles ist dem Hörenden deutlich zu machen, was dem Ausübenden einleuchtet." - Maximen und Reflexionen, Nr. 1068 bei Hecker
- "Die Form will so gut verdaut sein als der Stoff; ja, sie verdaut sich viel schwerer." - Maximen und Reflexionen, Nr. 1083 bei Hecker
- "Die Geheimnisse der Lebenspfade darf und kann man nicht offenbaren, es gibt Steine des Anstoßes, über die ein jeder Wanderer stolpern muß. Der Poet aber deutet auf die Stelle hin." - Maximen und Reflexionen 617
- "Die Mathematiker sind eine Art Franzosen: Redet man zu ihnen, so übersetzen sie es in ihre Sprache, und dann ist es alsbald etwas anderes." - Maximen und Reflexionen
- "Die Menge kann tüchtige Menschen nicht entbehren, und die Tüchtigen sind ihnen jederzeit zur Last." - Maximen und Reflexionen, 3
- "Die Menschen, da sie zum Notwendigen nicht hinreichen, bemühen sich ums Unnütze." - Maximen und Reflektionen
- "Die Menschen werden an sich und andern irre, weil sie die Mittel als Zweck behandeln." - Maximen und Reflexionen, I, Nr. 11
- "Die Weisheit ist nur in der Wahrheit." - Maximen und Reflexionen
- "Die Wissenschaften so gut als die Künste bestehen in einem überlieferbaren (realen), erlernbaren Teil und in einem unüberlieferbaren (idealen), unlernbaren Teil." - Maximen und Reflexionen, Nr. 1155 bei Hecker
- "Die Wissenschaften zerstören sich auf doppelte Weise selbst: Durch die Breite, in die sie gehen, und durch die Tiefe, in die sie sich versenken." - Maximen und Reflexionen, Nr. 1161 bei Hecker
- "Die Freigebigkeit erwirbt einem jede Gunst, vorzüglich wenn sie von Demut begleitet wird." - Maximen und Reflexionen
- "Drei Klassen von Narren: Die Männer aus Hochmut, die Mädchen aus Liebe, die Frauen aus Eifersucht." - Maximen und Reflexionen
- "Ein lustiger Gefährte ist ein Rollwagen auf der Wanderschaft." - Maximen und Reflexionen, 136
- "Ein Unterschied, der dem Verstand nichts gibt, ist kein Unterschied." - Maximen und Reflexionen
- "Eine solche Skizze braucht nicht im höchsten Grade ausgeführt und vollendet zu sein, wenn sie gut gesehen, gedacht und fertig ist, so ist sie für den Liebhaber oft reizender als ein größeres ausgeführtes Werk." - Maximen und Reflexionen, 455
- "Es ist ganz einerlei, ob man das Wahre oder das Falsche sagt: Beidem wird widersprochen." - Maximen und Reflexionen, 677
- "Es ist mir in den Wissenschaften gegangen wie einem, der früh aufsteht, in der Dämmerung die Morgenröte, sodann aber die Sonne ungeduldig erwartet und doch, wie sie hervortritt, geblendet wird." - Maximen und Reflexionen 372
- "Es ist mit den Jahren wie mit den sibyllinischen Büchern: Je mehr man ihrer verbrennt, desto teurer werden sie." - Maximen und Reflexionen
- "Hoffnung ist die zweite Seele der Unglücklichen." - "Maximen und Reflexionen"
- "In jeder großen Trennung liegt ein Keim von Wahnsinn; man muss sich hüten, ihn nachdenklich auszubrüten und zu pflegen." - Maximen und Reflexionen
- "Madame Roland, auf dem Blutgerüste, verlangte Schreibzeug, um die ganz besondern Gedanken aufzuschreiben, die ihr auf dem letzten Wege vorgeschwebt. Schade, dass man ihr's versagte; denn am Ende des Lebens gehen dem gefassten Geiste Gedanken auf, bisher undenkbare; sie sind wie selige Dämonen, die sich auf den Gipfeln der Vergangenheit glänzend niederlassen." - Maximen und Reflektionen; Allgemeines, Ethisches, Literarisches; VII.; Nr. 395
- "Mit den Jahren steigern sich die Prüfungen." - Maximen und Reflexionen
- "Mystik deutet auf die Geheimnisse der Natur und Vernunft und sucht sie durch Wort und Bild zu lösen." - Maximen und Reflexionen
- "Nichts ist widerwärtiger als die Majorität: denn sie besteht aus wenigen kräftigen Vorgängern, aus Schelmen, die sich accomodiren, aus Schwachen, die sich assimilieren, und der Masse, die nachtrollt, ohne nur im mindesten zu wissen was sie will." - Maximen und Reflexionen
- "Sei nicht ungeduldig, wenn man deine Argumente nicht gelten lässt." - Maximen und Reflexionen, 797
- "Sobald die Tyrannei aufgehoben ist, geht der Konflikt zwischen Aristokratie und Demokratie unmittelbar an." - Maximen und Reflexionen
- "Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein; sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen." - Maximen und Reflexionen
- "Vollkommenheit ist die Norm des Himmels, Vollkommenes wollen die Norm des Menschen." - Maximen und Reflexionen
- "Wenn ein deutscher Literator seine Nation vormals beherrschen wollte, so musste er ihr nur glauben machen, es sei einer da, der sie beherrschen wolle. Da waren sie gleich so verschüchtert, dass sie sich, von wem es auch wäre, gern beherrschen ließen." - Maximen und Reflexionen, 324
- "Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen." - Maximen und Reflexionen; II.; Nr. 23, 91
- "Widerspruch und Schmeichelei machen beide ein schlechtes Gespräch." - Maximen und Reflexionen
[Bearbeiten] West-östlicher Divan
- "Denn das Leben ist die Liebe // Und des Lebens Leben Geist" - West-östlicher Divan, zitiert in Julius Stenzel: Zur Entwicklung des Geistbegriffs in der griechischen Philosophie (1956), abgedruckt in Um die Begriffswelt der Vorsokratiker / (von Kurt Rietzler u.a.) ; hg. von Hans-Georg Gadamer. - Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1968. (Wege der Forschung ; 9), S. 214
- "Denn wie ein Märchenerzähler auch nicht an die Zaubereien glaubt, die er vorspiegelt, sondern sie nur aufs beste zu beleben und auszustatten gedenkt, damit seine Zuhörer sich daran ergötzen, ebensowenig braucht gerade der lyrische Dichter dasjenige alles selbst auszuüben, womit er hohe und geringe Leser und Sänger ergötzt und schmeichelt." - West-östlicher Divan, Noten und Abhandlungen / Hafis
- "Dichten ist ein Übermut!" Buch des Sängers: Derb und Tüchtig
- "Ein großer Teil des Alten Testaments ist mit erhöhter Gesinnung, ist enthusiastisch geschrieben und gehört dem Felde der Dichtkunst an." - West-östlicher Divan: Noten und Abhandlungen - Hebräer
- "Es gibt nur drei echte Naturformen der Poesie: die klar erzählende, die enthusiastisch aufgeregte und die persönlich handelnde: Epos, Lyrik und Drama. Diese drei Dichtweisen können zusammen oder abgesondert wirken." - West-östlicher Divan, Noten und Abhandlungen - Naturformen der Dichtung
- "Für Sorgen sorgt das liebe Leben // Und Sorgenbrecher sind die Reben." - Westöstlicher Divan - Saki Nameh: Das Schenkenbuch - Trunken müssen wir alle sein
- "Gottes ist der Orient! // Gottes ist der Occident! Nord- und südliches Gelände // Ruht im Frieden seiner Hände!" - West-östlicher Divan, Moganni Nameh: Buch des Sängers - Talismane
- "Grenzenlose Tautologien und Wiederholungen bilden den Körper dieses heiligen Buches, das uns, so oft wir auch darangehen, immer von neuem anwidert, dann aber anzieht, in Erstaunen setzt und am Ende Verehrung abnötigt […] Der Stil des Korans ist seinem Inhalt und Zweck gemäß streng, groß, furchtbar, stellenweise wahrhaft erhaben; so treibt ein Keil den anderen, und darf sich über die große Wirksamkeit des Buches niemand verwundern." - West-östlicher Divan, Noten und Abhandlungen
- "Jugend ist Trunkenheit ohne Wein." - West-östlicher Divan - Saki Nameh: Das Schenkenbuch - Trunken müssen wir alle sein
- "Laß dich nur in keiner Zeit // Zum Widerspruch verleiten, // Weise fallen in Unwissenheit, // Wenn sie mit Unwisssenden streiten." Buch der Sprüche.
- "Mir willst du zum Gotte machen, // solch ein Jammerbild am Holze!" - „West-östlicher Diwan“, zitiert in: Abermals krähte der Hahn, 1996, S. 680
- "Närrisch, dass jeder in seinem Falle // Seine besondere Meinung preist! // Wenn Islam »Gott ergeben« heißt, // In Islam leben und sterben wir alle." - West-östlicher Divan - Hikmet Nameh: Buch der Sprüche
- "Ob der Koran von Ewigkeit sei? // Darnach frag´ ich nicht ! ... // Dass er das Buch der Bücher sei // Glaub´ ich aus Mosleminen-Pflicht // Dass aber der Wein von Ewigkeit sei, daran zweif'l ich nicht. // Der Trinkende, wie es auch immer sei,// Blickt Gott frischer ins Angesicht." - Saki Nameh: Das Schenkenbuch, Goethe-BA Bd. 3, S. 118
- "Sagt es niemand, nur den Weisen // Weil die Menge gleich verhöhnet." Buch des Sängers: Selige Sehnsucht.
- "Sich im Respekt zu erhalten // Muss man recht borstig sein. // Alles jagt man mit Falken, // Nur nicht das wilde Schwein." - Buch der Sprüche
- "Wer nicht von dreitausend Jahren // Sich weiß Rechenschaft zu geben, // Bleib im Dunkeln unerfahren, // Mag von Tag zu Tage leben." - West-östlicher Divan - Rendsch Nameh: Buch des Unmuts - Und wer franzet oder britet
- "Wer schweigt, hat wenig zu sorgen; // Der Mensch bleibt unter der Zunge verborgen." Buch der Sprüche.
- "Werdet ihr in jeder Lampe Brennen // Fromm den Abglanz höhern Lichts erkennen, // Soll euch nie ein Missgeschick verwehren, // Gottes Thron am Morgen zu verehren." - West-östlicher Divan - Parsi Nameh: Buch des Parsen - Vermächtnis altpersischen Glaubens
- "Will der Neid sich doch zerreißen, // Lass ihn seinen Hunger speisen." - West-östlicher Divan - Buch der Sprüche
[Bearbeiten] Dichtung und Wahrheit
- "Aber er war aus der Stille, der Dämmerung, der Dunkelheit, welche ganz allein die reinen Produktionen begünstigen kann." - Dichtung und Wahrheit III, 13
- "Aber wie das Erhabene von Dämmerung und Nacht, wo sich die Gestalten vereinigen, gar leicht erzeugt wird, so wird es dagegen vom Tage verscheucht, der alles sondert und trennt, und so muss es auch durch jede wachsende Bildung vernichtet werden, wenn es nicht glücklich genug ist, sich zu dem Schönen zu flüchten und sich innig mit ihm zu vereinigen, wodurch denn beide gleich unsterblich und unverwüstlich sind." - Dichtung und Wahrheit II, 6
- "Diderot war nahe genug mit uns verwandt, wie er denn in alledem, weshalb ihn die Franzosen tadeln, ein wahrer Deutscher ist." - Dichtung und Wahrheit III, 11
- "Die Jugend will lieber angeregt als unterrichtet sein." - Dichtung und Wahrheit
- "Fehlt es dem protestantischen Kultus im ganzen an Fülle, so untersuche man das einzelne, und man wird finden, der Protestant hat zu wenig Sakramente, ja er hat nur eins, bei dem er sich tätig erweist, das Abendmahl: denn die Taufe sieht er nur an andern vollbringen, und es wird ihm nicht wohl dabei." - Dichtung und Wahrheit II,7
- "Ich, der ich immer gehört hatte, auf die Ohrfeige eines Mädchens gehöre ein derber Kuss." - Dichtung und Wahrheit I, 2
- "In dem Abendmahle sollen die irdischen Lippen ein göttliches Wesen verkörpert empfangen und unter der Form irdischer Nahrung einer himmlischen teilhaftig werden." - Dichtung und Wahrheit II, 7
- "In einem wohleingerichteten Staate soll das Recht selbst nicht auf unrechte Weise geschehn." Dichtung und Wahrheit, III, 14
- "In einer Stadt wie Frankfurt befindet man sich in einer wunderlichen Lage, immer sich kreuzende Fremde deuten nach allen Weltgegenden hin und erwecken Reiselust." - Dichtung und Wahrheit IV, 18
- "Knaben, denen ja doch alles zum Scherze dienen muß, sich am Schall der Worte, am Fall der Silben ergötzen, und durch eine Art von parodistischem Mutwillen den tiefen Gehalt des edelsten Werks zerstören." - Dichtung und Wahrheit III,11
- "Wollte man die Herrlichkeit des Frühlings und seiner Blüten nach dem wenigen Obst berechnen, das zuletzt noch von den Bäumen genommen wird, so würde man eine sehr unvollkommene Vorstellung jener lieblichen Jahreszeit haben." - Dichtung und Wahrheit, Früheres Vorwort
[Bearbeiten] Die Wahlverwandtschaften
- "Das Betragen ist ein Spiegel, in welchem jeder sein Bild zeigt." - Die Wahlverwandtschaften. 2. Teil, Kap. 5. Aus Ottiliens Tagebuche
- "Das weibliche Geschlecht hegt ein eignes, inneres, unwandelbares Interesse, von dem sie nichts in der Welt abtrünnig macht, im äußern geselligen Verhältnis hingegen lassen sie sich gern und leicht durch den Mann bestimmen, der sie eben beschäftigt, und so durch Abweisen wie durch Empfänglichkeit, durch Beharren und Nachgiebigkeit führen sie eigentlich das Regiment, dem sich in der gesitteten Welt kein Mann zu entziehen wagt." - Die Wahlverwandtschaften II, 7
- "Der sinnliche Mensch lacht oft, wo nichts zu lachen ist. Was ihn auch anregt, sein inneres Behagen kommt zum Vorschein." - Die Wahlverwandtschaften II, 4
- "Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden." - Die Wahlverwandtschaften II
- "Man erziehe die Knaben zu Dienern und die Mädchen zu Müttern, so wird es überall wohl stehen." - Die Wahlverwandtschaften II,7
- "Männer sollten von Jugend auf Uniform tragen, weil sie sich gewöhnen müssen, zusammen zu handeln, sich unter ihresgleichen zu verlieren, in Masse zu gehorchen und ins Ganze zu arbeiten." - Die Wahlverwandtschaften II,7
- "Sich mitzuteilen ist Natur; Mitgeteiltes aufzunehmen, wie es gegeben wird, ist Bildung." - Die Wahlverwandtschaften II, 4
- "Völlig fremde und gegeneinander gleichgültige Menschen, wenn sie eine Zeitlang zusammenleben, kehren ihr Inneres wechselseitig heraus, und es muss eine gewisse Vertraulichkeit entstehen." - Die Wahlverwandtschaften II, 13
- "Wir blicken so gern in die Zukunft, weil wir das Ungefähre, was sich in ihr hin und her bewegt, durch stille Wünsche so gern zu unsern Gunsten heranleiten möchten." - Die Wahlverwandtschaften II, 4
[Bearbeiten] Zahme Xenien
- "Allerlieblichste Trochäen // Aus der Zeile zu vertreiben // Und schwerfälligste Spondeen // An die Stelle zu verleiben, // Bis zuletzt ein Vers entsteht, // Wird mich immerfort verdrießen. // Laß die Reime lieblich fließen, // Laß mich des Gesangs genießen // Und des Blicks, der mich versteht!" - Zahme Xenien V
- "Das Leben wohnt in jedem Sterne: // Er wandelt mit den andern gerne // Die selbsterwählte, reine Bahn, // Im innern Erdenball pulsieren // Die Kräfte, die zur Nacht uns führen // Und wieder zu dem Tag heran." - Zahme Xenien VI
- "Den deutschen Mannen gereicht´s zum Ruhm, // Dass sie gehasst das Christentum, // Bis Herrn Carolus leidigem Degen // Die edlen Sachsen unterlegen." - „Zahme Xenien“, 9, Nachl., zitiert in: Abermals krähte der Hahn, 1996, S. 681
- "Der Alte schlummert wie das Kind, // Und wie wir eben Menschen sind, // Wir schlafen sämtlich auf Vulkanen." - Zahme Xenien IV - Was hast du...
- "Der Purist. // Sinnreich bist du, die Sprache von fremden Wörtern zu säubern, // nun so sage doch, Freund, wie man Pedant uns verdeutscht. " - Xenie 152
- "Glaubt nicht, dass ich fasele, dass ich dichte; // Seht hin und findet mir andre Gestalt! // Es ist die ganze Kirchengeschichte // Mischmasch von Irrtum und von Gewalt." - „Zahme Xenien“, 9, Nachl., zitiert in: „Abermals krähte der Hahn“, 1996, S. 681
- "Ihr schmähet meine Dichtung, // Was habt ihr denn getan? // Wahrhaftig, die Vernichtung, // Verneinend fängt sie an, // Doch ihren scharfen Besen // Strengt sie vergebens an: // Ihr seid gar nicht gewesen! // Wo träfe sie euch an?" - Zahme Xenien V
- "Im Auslegen seid frisch und munter! Legt ihr's nicht aus, so legt was unter." - Zahme Xenien II
- "Lasst euch nur von Pfaffen sagen, // Was die Kreuzigung eingetragen! // Niemand kommt zum höchsten Flor // Von Kranz und Orden, // Wenn einer nicht zuvor // Derb gedroschen worden." - Zahme Xenien IX
- "Seit sechzig Jahren seh ich gröblich irren // Und irre so derb mit drein, // Da Labyrinthe nun das Labyrinth verwirren, // Wo soll euch Ariadne sein?" - Zahme Xenien II
- "Was auch als Wahrheit oder Fabel // In tausend Büchern dir erscheint, // Das alles ist ein Turm zu Babel, // Wenn es die Liebe nicht vereint." - Zahme Xenien III
- "Was ich nicht loben kann, // Davon sprech ich nicht." - Zahme Xenien, IV
- "»Was lassen sie denn übrig zuletzt, // Jene unbescheidnen Besen?« // Behauptet doch Heute steif und fest, // Gestern sei nicht gewesen." - Zahme Xenien III
- "Wer mit dem Leben spielt, kommt nie zurecht; // wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt immer ein Knecht." - Zahme Xenien / VIII
- "Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, hat auch Religion; wer jene beiden nicht besitzt, der habe Religion." - Zahme Xenien IX
[Bearbeiten] Die Leiden des jungen Werther
- "Dagegen wenn wir mit all unserer Schwachheit und Mühseligkeit nur gerade fortarbeiten, so finden wir gar oft, dass wir mit unserem Schlendern und Lavieren es weiter bringen, als andere mit ihrem Segeln und Rudern - und - das ist doch ein wahres Gefühl seiner selbst, wenn man anderen gleich oder gar vorläuft." - Die Leiden des jungen Werther - Am 20. Oktober 1771
- "Die meisten verarbeiten den größten Teil der Zeit, um zu leben, und das bisschen, das ihnen von Freiheit übrig bleibt, ängstigt sie so, dass sie alle Mittel aufsuchen, um es los zu werden." - Die Leiden des jungen Werther - Am 17. Mai 1771
- "Die Stadt selbst ist unangenehm, dagegen rings umher eine unaussprechliche Schönheit der Natur." - Die Leiden des jungen Werther - Am 4. Mai 1771 (über Wetzlar)
- "Ein Mensch, der um anderer willen, ohne dass es seine eigene Leidenschaft, sein eigenes Bedürfnis ist, sich um Geld oder Ehre oder sonst etwas abarbeitet, ist immer ein Tor." - "Die Leiden des jungen Werther - Den 19. Julius"
- "Ein leichter Sinn trägt alles!" - Die Leiden des jungen Werther - Am 20. Oktober 1771
- "Guter Gott von deinem Himmel, alte Kinder siehst du und junge Kinder, und nichts weiter; und an welchen du mehr Freude hast, das hat dein Sohn schon lange verkündet." - Die Leiden des jungen Werther - Am 29. Junius 1771
- "Und ich habe […] gefunden, dass Missverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen als List und Bosheit." - Die Leiden des jungen Werther - Am 4. Mai 1771
- "Was ich weiß, kann jeder wissen. Mein Herz hab' ich allein." - Die Leiden des jungen Werther
- "...denn darin sind die Weiber fein und haben recht; wenn sie zwei Verehrer in gutem Vernehmen mit einander erhalten koennen, ist der Vorteil immer ihr,.." - Die Leiden des jungen Werther - Am 30. Julius 1771
- "Ich will, lieber Freund, ich verspreche dir's, ich will mich bessern, will nicht mehr ein bisschen Übel, das uns das Schicksal vorlegt, wiederkäuen, wie ich's immer getan habe; ich will das Gegenwärtige genießen, und das Vergangene soll mir vergangen sein." - Die Leiden des jungen Werther - Am 4. Mai 1771
[Bearbeiten] Götz von Berlichingen
- "Armut, Keuschheit und Gehorsam, - drei Gelübde, deren jedes, einzeln betrachtet, der Natur das unausstehlichste scheint, so unerträglich sind sie alle." - Götz von Berlichingen, Erster Akt - Herberge im Wald / Martin
- "Das ist Weibergunst! Erst brütet sie mit Mutterwärme unsere liebsten Hoffnungen an, dann gleich einer unbeständigen Henne verläßt sie das Nest und übergibt ihre schon keimende Nachkommenschaft dem Tod und der Verwesung." - Götz von Berlichingen, Zweiter Akt, Bamberg / Weislingen
- "Der Großmütige gleicht einem Mann, der mit seinem Abendbrot Fische fütterte, aus Unachtsamkeit in den Teich fiel und ersoff." - Götz von Berlichingen, 1. Fassung A IV, Rathaus / Sickingen
- "Die Menge schätzt nur den Widerschein des Verdienstes." - Götz von Berlichingen, Zweiter Akt - Bamberg / Adelheid
- "Die Welt ist ein Gefängnis." - Götz von Berlichingen, Fünfter Akt - Gärtchen am Turn / Elisabeth
- "Glückliches Kind! Das kein Übel kennt, als wenn die Suppe lang ausbleibt." - Götz von Berlichingen / Weislingen
- "Vor Ihro Kaiserliche Majestät hab ich, wie immer, schuldigen Respekt. Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsch lecken!" - Götz von Berlichingen, Dritter Akt - Jagsthausen / Götz
- "Wollte, Gott hätte mich zum Gärtner oder zum Laboranten gemacht! Ich könnte glücklich sein." - Götz von Berlichingen, 1. Akt, Herberge im Wald / Martin
- "Wo viel Licht ist, ist starker Schatten." - Götz von Berlichingen, Erster Akt - Jagsthausen. Götzens Burg / Götz
[Bearbeiten] Farbenlehre
- "Da ein Lexikon sowie ein Kompendium einer Erfahrungswissenschaft eigentlich nur eine Sammlung des kursierenden Wahren und Falschen ist, so wird man auch von dieser Gesellschaft nichts weiter erwarten." - Zur Farbenlehre, 6. Abteilung. Achtzehntes Jahrhundert [I]: Nachlese. Aus: Naturwissenschaftliche Schriften. Gedenkausgabe der Werke, Briefe und Gespräche. 28. August 1949. hg. von Ernst Beutler, Bd. 15, Zürich: Artemis, 1948 ff. S. 635
- "Das Auge ist das letzte, höchste Resultat des Lichtes auf den organischen Körper. Das Auge als ein Geschöpf des Lichtes, leistet alles, was das Licht selbst leisten kann." - Vorstudien zur Farbenlehre, "Das Auge"
- "Das Auge hat sein Dasein dem Licht zu danken. Aus gleichgültigen tierischen Hilfsorganen ruft sich das Licht ein Organ hervor, das seinesgleichen werde, und so bildet sich das Auge am Lichte fürs Licht, damit das innere Licht dem äusseren entgegentrete." - Goethes Naturwissenschaftliche Schriften (Kürschner) „Entwurf einer Farbenlehre“, Bd. 3, S. 88
- "Das Licht überliefert das Sichtbare dem Auge; das Auge überliefert's dem ganzen Menschen. Das Ohr ist stumm, der Mund ist taub; aber das Auge vernimmt und spricht. In ihm spiegelt sich von außen die Welt, von innen der Mensch. Die Totalität des Innern und Äußern wird durchs Auge vollendet." – Farbenlehre, Stuttgart (Kohlhammer) 1950-55, Erstausgabe 1810
- "Der Wissenschaftler muss durch sein Handeln immer wieder kund tun, dass er zum humanen Teil der Menschheit gehört." - Zur Farbenlehre
- "Die Farben sind Taten des Lichts, Taten und Leiden." - Zur Farbenlehre
- "Endlich ist noch bemerkenswert, dass wilde Nationen, ungebildete Menschen, Kinder eine große Vorliebe für lebhafte Farben empfinden, dass Tiere bei gewissen Farben in Zorn geraten, dass gebildete Menschen in Kleidung und sonstiger Umgebung die lebhaften Farben vermeiden und sie durchgängig von sich zu entfernen suchen." - Farbenlehre - 1. Abteilung, Anhang Pathologische Farben Satz 135
- "Es ist äußerst schwer, fremde Meinungen zu referieren, besonders wenn sie sich nachbarlich annähern, kreuzen und decken." - Geschichte der Farbenlehre, Einleitung
- "Jene unmittelbare Verwandtschaft des Lichtes und des Auges wird niemand leugnen, aber sich beide zugleich als eins und dasselbe zu denken, hat mehr Schwierigkeit." - Goethes Naturwissenschaftliche Schriften (Kürschner), Farbenlehre
[Bearbeiten] Andere Werke
- "Aber ich werde der Letzte nicht sein, den es bitter gereute, // Frauenrat befolget zu haben." - Reineke Fuchs 7. Gesang Vs 101
- "Aber vermag der Maler wohl auszudrücken: Ich liebe?" - Johann Wolfgang von Goethe, Der neue Pausias und sein Blumenmädchen
- "Ach, und in demselben Flusse schwimmst du nicht ein zweites Mal." - Dauer im Wechsel, nach Heraklit
- "Als wenn ich auf den Maskenball käme // Und gleich die Larve vom Angesicht nähme." - Sprichwörtlich. Aus: Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Band 2, Stuttgart und Tübingen: Cotta, 1827. S. 250
- "Armut ist die größte Plage, Reichtum ist das höchste Gut." - Der Schatzgräber
- "Alle Schöpfung ist Werk der Natur. Von Jupiters Throne // Zuckt der allmächtige Strahl, nährt und erschüttert die Welt." - Vier Jahreszeiten - Herbst
- "»Alles erkläret sich wohl,« so sagt mir ein Schüler, »aus jenen // Theorien, die uns weislich der Meister gelehrt.« // Habt ihr einmal das Kreuz von Holze tüchtig gezimmert, // Passt ein lebendiger Leib freilich zur Strafe daran." - Venezianische Epigramme, 79
- "Alles Schöne der Alten ist bloß charakteristisch, und bloß aus dieser Eigentümlichkeit entsteht die Schönheit." - Schriften zur Kunst
- "Am jüngsten Tag, wenn die Posaunen schallen // Und alles aus ist mit dem Erdeleben, // Sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben // Von jedem Wort, das unnütz uns entfallen." - Sonette XIII - Warnung
- "Anstatt verständig zu belehren und ruhig einzuwirken, streut man willkürlich Samen und Unkraut zugleich nach allen Seiten, kein Mittelpunkt, auf den hingeschaut werde, ist mehr gegeben, jeder Einzelne tritt als Lehrer und Führer hervor und gibt seine vollkommene Torheit für ein vollendetes Ganze[!]." - Schriften zur Literatur - Geistes-Epochen nach Hermanns neusten Mitteilungen
- "Aristokratisch gesinnt ist mancher Gelehrte, denn gleich ist's, // Ob man auf Helm und Schild oder auf Meinungen ruht." - Xenien 174 - Der Widerstand
- "Betrachten wir genau, so ist es vielleicht die jugendliche Anschauung des Meeres, die dein Engländer, dem Spanier so große Vorzüge über den mittelländischen Dichter gibt." - Schriften zur Literatur, Olfried und Lisena
- "Das freundliche Mannheim, das gleich und heiter gebaut ist." - Hermann und Dorothea
- "Das ist Italien das ich verließ. [...] Deutsche Redlichkeit suchst du in allen Winkeln vergebens;//Leben und Weben ist hier, aber nicht Ordnung und Zucht; // Jeder sorgt nur fuer sich, misstraut dem Andern, ist eitel, // Und die Meister des Staats sorgen nur wieder fuer sich. " - Venezianische Epigramme, 4.
- "Das reizt nicht mehr, und was nicht reizt, ist tot." - Torquato Tasso, Aufzug II, Szene 1 / Prinzessin
- "Das wahre Glück ist die Genügsamkeit." - Stammt aus dem Gedicht "Adler und Taube", 3, 9-10
- "Das Wort verwundet leichter, als es heilt." - Die natürliche Tochter / Herzog
- "Das Ziel meiner innigsten Sehnsucht, deren Qual mein ganzes Inneres erfüllte, war Italien, dessen Bild und Gleichnis mir viele Jahre vergebens vorschwebte, bis ich endlich durch kühnen Entschluß die wirkliche Gegenwart zu fassen mich erdreistete." - Kampagne in Frankreich 1792 - Zwischenrede
- "Dass kein Neapolitaner von seiner Stadt weichen will, dass ihre Dichter von der Glückseligkeit der hiesigen Lage in gewaltigen Hyperbeln singen, ist ihnen nicht zu verdenken, und wenn auch noch ein paar Vesuve in der Nachbarstadt stünden. Man mag sich hier an Rom gar nicht zurück erinnern: gegen die hiesige freie Lagen kommt einem die Hauptstadt der Welt im Tibergrunde wie ein altes überplaziertes Kloster vor." - Italienische Reise I, Neapel den 3. März 1787
- "Deine Größe, Berlin, pflegt jeder Fremde zu rühmen; führt der Weg ihn zu uns, stutzt er, so klein uns zu sehn." - Über Weimar
- "Denke ich an Neapel, ja gar nach Sizilien, so fällt es einem sowohl in der Erzählung als in Bildern auf, dass in diesen Paradiesen der Welt sich zugleich die vulkanische Hölle so gewaltsam auftut und seit Jahrtausenden die Wohnenden und Genießenden aufschreckt und irre macht." - Italienische Reise I, 16. Februar 1787
- "Denn ein äußerlich Zerstreuen, // Das sich in sich selbst zerschellt, // Fordert inneres Erneuen, // Das den Sinn zusammenhält." - Inschriften, Denk- und Sendeblätter 5, Der Prinzessin Maria von Sachsen-Weimar und Eisenach
- "Denn hat, wie in der Liebe geschieht, ein Mann sein Inneres aufgeschlossen und sich hingegeben, so ist das ein Geschenk, das er nicht zurücknehmen kann, und es würde unmöglich sein, ein ehemals geliebtes Wesen zu beschädigen oder ungeschützt zu lassen." - Biographische Einzelnheiten - Zum Jahre 1804
- "Denn höher vermag sich // niemand zu heben, als wenn er vergibt." - Reineke Fuchs 12, 148f
- "Denn man verdient wenig Dank von den Menschen, wenn man ihr inneres Bedürfnis erhöhen, ihnen eine große Idee von ihnen selbst geben, ihnen das Herrliche eines wahren, edlen Daseins zum Gefühl bringen will." - Italienische Reise I, 19. September 1786
- "Denn welcher Kluge fänd im Vatikan // Nicht seinen Meister?" - Torquato Tasso / Antonio
- "Denn wer lange bedenkt, der wählt nicht immer das Beste." - Hermann und Dorothea, 4. Gesang, Euterpe. Mutter und Sohn
- "Der Dichter soll uns seine Personen in ihren Handlungen darstellen, der Gesprächschreiber darf sich ja wohl kürzer fassen und sich und seinen Lesern durch eine allgemeine Schilderung geschwind über die Exposition weghelfen." - Die guten Weiber / Sinklair
- "Der Mensch erfährt, er sei auch, wer er mag, // ein letztes Glück und einen letzten Tag." - Sprüche in Reimen/ Epilog zum Trauerspiele Essex (18.10.1913) in: Nachgelassene Werke Bd. V, 1833, Seite 286
- "Der musikalische Komponist wird bei dem Enthusiasmus seiner melodischen Arbeiten den Generalbaß, der Dichter das Silbenmaß nicht vergessen." - Schriften zur Kunst - Diderots Versuch über die Malerei
- "Der Skizzist spricht aber unmittelbar zum Geiste, besticht und entzückt dadurch jeden Unerfahrnen." - Der Sammler und die Seinigen
- "Der Stier zieht seinen Pflug ohne Widerstand; aber dem edeln Pferde, das du reiten willst, mußt du seine Gedanken ablernen, du mußt nichts Unkluges, nichts unklug von ihm verlangen." - Egmont, IV. Aufzug - Der Culenburgische Palast / Egmont
- "Der Tüchtige hilft sich, wie er helfen kann, // Und wenn zuletzt ihm Fehl zu Fehle schlägt, // Ergibt er sich dem Kreuze, das er trägt." - Prolog zur Eröffnung des Berliner Theaters am 26. Mai 1821 / Muse des Dramas
- "Der Zeitungsschreiber selbst ist wirklich zu beklagen, // Gar öfters weiß er nichts, und oft darf er nichts sagen." - Mitschuldigen A II Sz 2 / Der Wirt
- "Des echten Mannes wahre Feier ist die Tat." - Pandora / Prometheus
- "Die Heil'gen Drei König' mit ihrem Stern, sie essen, sie trinken, und bezahlen nicht gern." - Epiphaniasfest
- "Die ich rief, die Geister, / Werd' ich nun nicht los." - Der Zauberlehrling
- "Die jetzige Generation entdeckt immer, was die alte schon vergessen hat." - Überliefert von Friedrich Wilhelm Riemer (Mitteilungen über Goethe)
- "Die Geistesaugen haben mit den Augen des Leibes in stetem lebendigem Bunde zu wirken." – Schriften zur Botanik und Wissenschaftslehre, dtv-Gesamtausgabe Bd. 39, S. 80
- "Die Menschen lieben die Dämmerung mehr als den hellen Tag, und eben in der Dämmerung erscheinen die Gespenster." - Groß-Cophta A II Sz 4 / Marquise
- "Die menschliche Gestalt kann nicht bloß durch das Beschauen ihrer Oberfläche begriffen werden, man muss ihr Inneres entblößen, ihre Teile sondern, die Verbindungen derselben bemerken, die Verschiedenheiten kennen, sich von Wirkung und Gegenwirkung unterrichten, das Verborgene, Ruhende, das Fundament der Erscheinung sich einprägen, wenn man dasjenige wirklich schauen und nachahmen will, was sich als ein