Gefühl

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  • "Dagegen wenn wir mit all unserer Schwachheit und Mühseligkeit nur gerade fortarbeiten, so finden wir gar oft, dass wir mit unserem Schlendern und Lavieren es weiter bringen, als andere mit ihrem Segeln und Rudern - und - das ist doch ein wahres Gefühl seiner selbst, wenn man anderen gleich oder gar vorläuft." - Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther - Am 20. Oktober 1771
  • "Das Maß unserer Menschlichkeit bestimmt sich wesentlich danach, inwieweit wir über Worte verfügen, die das Erleben und die Gefühlswelt von Menschen auszudrücken vermögen." - Eugen Drewermann, An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen
  • "Das Wesentliche ist der Gedanke. Worte, die ich mir nicht selbst ausgedacht habe, zu meinen zu machen. Als wären sie in mir entstanden. Von mir gefühlt, empfunden und gedacht. Wenn das zum Ausdruck kommt, dann ist es egal, ob man beim Sprechen liegt oder sitzt." - Johanna Wokalek, über die Schauspielkunst, Stern Nr. 40/2008 vom 25. September 2008, S. 170
  • "Dass in dieser Musik etwas pulsiert, was wir in Europa bis dahin nicht kannten. Dass Jazz so »live« ist wie keine andere Musik und ein Gefühl der Freiheit vermittelt." - Paul Kuhn, auf die Frage, was ihm 1945 am Jazz gefallen habe, Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 58/2008 vom 8. März 2008, S. Z6
  • "Denn Verstand ist ein guter Pilgerstab zum Erdenwallen, Gefühl ein Ausfluss des ewigen Lichts, und der Punkt, auf dem Gefühl und Vernunft, sich selber unbewusst, umarmen, ist das höchste Ziel unseres Daseins, die göttliche Harmonie unserer Natur." - Zacharias Werner, an K. F. Fenkohl, 30. März 1804
  • "Der heutige Stadtmensch hat seine Gefühlswelt gleichsam mit einem Panzer umgeben, trägt seine Zärtlichkeit darin wie eine samtene Hand unter eiserner Faust." - Desmond Morris, Liebe geht durch die Haut
  • "Der Mann hat die gleichen psychischen Inhalte wie das Weib in artikulierterer From; wo sie mehr oder minder in Heniden denkt, dort denkt er bereits in klaren, distinkten Vorstellungen, an die sich ausgesprochen und stets die Absonderung von den Dingen gestattende Gefühlsknüpfen. Bei W sind <Denken> und <Fühlen> eins, ungeschieden, für M sind sie auseinanderzuhalten. W hat also viele Erlebnisse noch in Henidenform, wenn bei M längst Klärung eingetreten ist." - Otto Weininger, "Geschlecht und Charakter", MSB Matthes&Seitz, Berlin 1997, ISBN 9783882213126, S.117-128
  • "Der Mensch wirft alles, was er sein nennt, in eine Pfütze, aber kein Gefühl." - Heinrich von Kleist, Das Käthchen von Heilbronn II, 6 / Freiburg
  • "Der mütterlichen Liebe hat die Natur die Erhaltung aller Lebewesen anvertraut, und in den Freuden und selbst in den Leiden, die mit diesem köstlichen Gefühl verbunden sind, belohnt sie die Mutter." - Nicolas-Sébastien de Chamfort, Maximen und Gedanken
  • "Die achtziger Jahre waren keine gute Zeit, um erwachsen zu werden, jedenfalls keine Zeit, auf die man voller Sentiment zurückblicken kann. Schlaghosen, Clogs, Abba, Ilja Richter - die siebziger Jahre hatten Charme, da kam noch was aus den Sechzigern rüber, vielleicht sogar die Ahnung der Idee, die Welt könne besser werden. Die Achtziger hatten so etwas nicht. Auf der Illustrierten waren entweder nackte Frauen oder Atompilze, manchmal beides, und man wußte oft nicht, was schlimmer war." - Frank Goosen, Liegen lernen, Eichborn Verlag, Frankfurt am Main, 2000. ISBN 3-8218-0854-3. S. 35
  • "Die Freundschaft ist das edelste Gefühl, dessen das Menschenherz fähig ist." - Carl Hilty, Briefe
  • "Die Musik ist die Stenographie des Gefühls." - Leo Tolstoi, Rede, 12. Juni 1905
  • "Die Stärke der Gefühle kommt nicht so sehr vom Verdienst des Gegenstandes, der sie erregt, als von der Größe der Seele, die sie empfindet." - Théodore Jouffroy, Das grüne Heft
  • "Die Vernunft erscheint im Leben zuletzt; je mehr sie erkennt, je reifer sie wird, umso mehr lassen Gefühl und Einbildungskraft nach, jene beiden Kräfte, denen jede nachhaltige Initiative und jede echte Begeisterung entstammt." - Francesco de Sanctis, Über die Wissenschaft und das Leben
  • "Du kannst die Leute nicht motivieren wenn sie nicht das Gefühl haben unmittelbar selbst davon betroffen zu sein! Und damit arbeitet unsere Politik: Sie macht glaubend das man selbst ja nicht dazugehört und betroffen ist, und selbst wenn einer dann mal z.B. keine Arbeit hat und im Schuldensumpf steckt, selbst dann fühlt man sich nicht betroffen, sondern schämt sich eher und kommt erst gar nicht auf die Idee dagegen anzukämpfen." - Hans Söllner, Big Up! Magazin, April 2006

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  • "Ein Gefühl, das wir nicht erlebt haben, können wir in einem anderen nicht wiederfinden." - Wilhelm Dilthey, Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften, 1910
  • "Ein himmelhoher Unterschied: Gedanken können wir uns machen, Gefühle nicht." - Ernst Ferstl, "Zwischenrufe", Geest-Verlag, Ausgabe 2004, ISBN 3-936389-90-X
  • "Ein Unlustgefühl hemmt und schwächt das Streben. - Das Lustgefühl steigert den Energieaufwand." - William McDougall, Charakter und Lebensführung
  • "Einen konkreten Traum habe ich nicht, aber ich weiß, dass ich nie aufhören werde, Emotionen zu verspüren, und dass ich noch sehr lange Musik machen will." - Eros Ramazzotti, Interview in annabelle Nr. 19/05 vom 26. Oktober 2005
  • "Erziehung des Menschen in der Zivilisation beruht nicht darauf, dass er alles spontan ausdrückt, was ihm gefällt, sondern dass er ein wirksamer, werter Teilnehmer dieser Zivilisation ist, wo die Menschen dazu bereit sind, einander zu helfen, wo sie das Gefühl der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft haben, und wo sie den Zusammenhang mit der historischen Tradition ihrer Zivilisation sehen." - Leszek Kołakowski, Mini-Traktate über Maxi-Themen
  • "Es gibt kein tiefer empfundenes Gefühl als Selbstmitleid." - Gerhard Kocher, Vorsicht, Medizin! 1555 Aphorismen und Denkanstösse, Verlag Ott/h.e.p. Verlag Bern, 3. erweiterte Auflage mit 88 Cartoons, 2006, ISBN 3-7225-0048-6, S. 240
  • "Es ist ein angenehmes Gefühl, auf dem Rücken zu liegen und den leichten, weißen Wolken nachzueifern mit reiselustigen Gedanken." - Paul Zech, Die Vögel des Herrn Langfoot. Rudolstadt: Greifenverlag, 1954. S. 17
  • "Es ist ein großer Fehler, versucht man, unsere besten Gedanken in menschliche Sprache zu bringen. Wenn wir in die höheren Regionen des Gefühlsmäßigen und des geistigen Genusses steigen, sind sie nur durch so erhabene Hyroglyphen wie diese hier rings um uns auszudrücken." - Nathaniel Hawthorne, Der Marmorfaun, S. 182
  • "Es ist gut, so ein Buch wieder zu lesen, um gewisse Gefühle lebendig zu halten." - Vincent van Gogh, Briefe
  • "Es lebe also die Philosophie aus Gefühlen, die uns gerade zur Sache selbst führt!" - Immanuel Kant, Von einem neuerdings erhobenen vornehmen Ton in der Philosophie, A 400
  • "Es scheint, dass die Lebensart, in der jeder Einzelne nur daran interessiert ist, seine eigenen Wünsche zu erfüllen, und in der das Gefühl, den sozialen und kulturellen Verpflichtungen zu folgen, an Bedeutung verliert, jene Mentalität bildet, die Entwicklung totalitärer Ideologien begünstigt." - Leszek Kołakowski, Mini-Traktate über Maxi-Themen

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  • "Für das, was man sich nicht mehr erlaubt, nicht mehr erlauben darf, verliert man sein Fingerspitzengefühl." - Günther Anders, Lieben gestern. Notizen zur Geschichte des Fühlens

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[Bearbeiten] I

  • "Ich glaube, dass durch das Gefühl dem Geist einer Frau alles offenbar wird; nur bleibt es oft nicht darin haften." - Guy de Maupassant, Unser Herz, 1. Teil, I
  • "Ich liebte die Momente, in denen ich mich veliebte. Es konnte sein, dass das Gefühl in der nächsten Sekunde schon wieder verschwand, aber das spielte keine Rolle. Es ging um den Augenblick, die Moment-Liebe nannte ich es." - Ronald Reng, Mein Leben als Engländer, Köln, 2003, S. 72. ISBN 3462033395
  • "Ich möchte so leben, dass ich sowohl mit den Händen als auch mit dem Gefühl und dem Verstand arbeite." - Katherine Mansfield, Tagebücher
  • "Ich reite weniger mit Kraft, sondern mehr mit Gefühl." - Meredith Michaels-Beerbaum, Alverde, Ausgabe Juli 2008, S. 7
  • "Ich zögere, diesem fremden Gefühl, dessen sanfter Schmerz mich bedrückt, seinen schönen und ernsten Namen zu geben: Traurigkeit." - Françoise Sagan, Bonjour, tristesse, Ullstein Verlag, (Originalausgabe: Paris 1954, Deutsch: 1955), ISBN 3-550-06766-6

[Bearbeiten] J

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[Bearbeiten] L

  • "Laß dich vom Verstande leiten, aber verletze nicht die heilige Schranke des Gefühls." - Otto Ludwig, Zwischen Himmel und Erde. Aus: Ausgewählte Werke, Band 1. Hrsg. von Wilhelm Greiner. Leipzig: Reclam, [1956]. S. 629
  • "Lesen ist für mich die vergnüglichste und süßeste Beschäftigung für ungefähr zwei bis sechs Stunden täglich. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt mal Tage ganz ohne Lesen verbracht habe. Beim Lesen habe ich das Gefühl, ich gewinne Zeit, Lebenszeit, Aufmerksamkeit, Konzentration, Anregung, Bilder, Erfahrungen." - Julia Franck, Alverde, Ausgabe Juli 2008, S. 42

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  • "Man darf niemals glauben, am Ziel angekommen zu sein, was will man denn sonst noch, wenn man das Gefühl hat, bereits alles vom Leben erhalten zu haben - das Leben hat doch überhaupt keinen Sinn mehr, wenn man all seine Träume verwirklicht hat." - Eros Ramazzotti, Interview in annabelle Nr. 19/05 vom 26. Oktober 2005

[Bearbeiten] N

  • "Niemand ist vor einer unberechenbaren Gefühlsaufwallung gefeit." - Kai Hensel, in "Dresdner Neue Nachrichten", 27. November 2003

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[Bearbeiten] S

[Bearbeiten] U

  • "Unser Gefühl selbst ist nichts anderes als eine innere Musik immer währender Schwingung der Lebensnerven." - Wilhelm Heinse, Hildegard von Hohenthal

[Bearbeiten] V

  • "Vernunft und Gefühl sind die Sonne und der Mond am moralischen Firmament. Immer nur in der heißen Sonne würden wir verbrennen; immer nur im kühlen Mond würden wir erstarren." - Friedrich Maximilian Klinger, Betrachtungen über Gegenstände der Welt und Literatur 5
  • "Verstand ohne Gefühl ist unmenschlich; Gefühl ohne Verstand ist Dummheit." - Egon Bahr, Talkshow III nach 9, 9. März 1975
  • "Vier Wochen Golf spielen ist ein toller Spaß, den Sie auch mal versuchen sollten – aber im zweiten Monat beschleicht einen ein mulmiges Gefühl. Das Nichtstun ist ein merkwürdiges Dasein. Im dritten Monat setzt bei denkenden Menschen die Volldepression ein." - Hugh Grant, Der Spiegel, Nr. 10/2007, S. 189

[Bearbeiten] W

  • "Während unsere Seele voll Gefühl ist, sind unsere Reden voll Zweckmäßigkeit." - Luc de Vauvenargues, Unterdrückte Maximen
  • "Wenn diese törichten Gesetzgeber doch nur wüssten, wie beflissen sie unsere Gefühle befördern, in dem sie sich das Recht anmaßen, den Menschen Satzungen aufzuerlegen. Sich keinen Deut um Gesetzte zu scheren, sie samt und sonders zu brechen, mein Freund, dies ist die wahre Kunst, Wollust zu empfinden. Erlerne diese Kunst und zerreiße alle Zügel." - Donatien Alphonse François de Sade, Justine und Juliette
  • "Wenn er auf dem Platz ist, habe ich das Gefühl, dass alle andern Stürmer zusammen nur 1,50 m groß sind." - Matthias Sammer, als Trainer von Borussia Dortmund nach dem 3:1 seiner Mannschaft gegen Borussia Mönchengladbach über den 2,02 m großen Torschützen Jan Koller, 9. März 2002, 26. Spieltag, Saison 2001/02, RP online, 5. Mai 2002, rp-online.de
  • "Wenn mich etwas deprimiert, ist es die Erfahrung der Kontingenz, der Zufälligkeit und Beliebigkeit. Ich habe das sichere Gefühl, dass die großen Tragödien und Katastrophen erst noch kommen werden, gerade für mich und meine Generation." - Frank Schirrmacher, 1991, zeit.de
  • "Wer nicht so weit geht, wie sein Gefühl ihn treibt und sein Verstand ihm erlaubt, ist ein Dummkopf." - Heinrich Heine, Kalenderblatt
  • "Wie die autoritäre, restriktive, leibfeindliche Erziehung der Gründerjahre unerhört schmerzliche, jedoch klar strukturierte Neurosen und Psychosen erzeugt hatte, erzeugt die pluralistische Gesellschaft pluralistische Neurosen, die sich weniger durch ihre Schmerzhaftigkeit als durch ihren Gefühlsmangel auszeichnen." - Ernst Wilhelm Julius Bornemann, Die Zukunft der Liebe, Fischer TB, 1997, S.52
  • "Wir gehen immer mit dem Jung-Siegfried-Gefühl los. Wir denken, wir seien unverwundbar. Das ist natürlich völlig naiv und falsch." - Reinhold Messner, über Extrembergsteiger, Stuttgarter Zeitung Nr. 182/2008 vom 6. August 2008, S. 8
  • "Wir sind doch thörichte Menschen! Wie oft durchkreuzt die Furcht vor dem Lächerlichwerden unsere innigsten, zartesten Gefühle! Man schämt sich der Thräne und - spottet; man schämt sich des fröhlichen Lachens und - schneidet ein langweiliges Gesicht. - Wilhelm Raabe, Die Chronik der Sperlingsgasse. Berlin, 1897. S. 161

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Siehe auch: Fühlen, Mitgefühl, Schamgefühl, Empfinden
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