Ganzes

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Zitate[Bearbeiten]

  • "Alles, was hier erreicht werden kann, ist das: einmal sich zu erleben als das Ganze. Um dich hat es gelebt, lebt es, wird es leben: und du warst in einer Gottesstunde - sie alle. Das kann dir keiner verleihen oder bestätigen. Das kannst nur du wissen und in dir haben. Und das ist deine Ewigkeit." - Kurt Kluge, Der Herr Kortüm, (1934/37), Stuttgart 1938, S.408
  • "Anstatt verständig zu belehren und ruhig einzuwirken, streut man willkürlich Samen und Unkraut zugleich nach allen Seiten, kein Mittelpunkt, auf den hingeschaut werde, ist mehr gegeben, jeder Einzelne tritt als Lehrer und Führer hervor und gibt seine vollkommene Torheit für ein vollendetes Ganze[!]." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Geistes-Epochen nach Hermanns neusten Mitteilungen
  • "Bei einem großen dichterischen Werk geht das aber nicht, da läßt sich nicht ausweichen, alles, was zur Verknüpfung des Ganzen gehört und in den Plan hinein mit verflochten ist, muß dargestellt werden, und zwar mit getroffener Wahrheit. - Johann Wolfgang von Goethe, Eckermann, 18. September 1823
  • "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile." - Aristoteles: verkürztes Zitat aus Metaphysik VII 10, 1041 b
    • Ausführlicher: "Das was aus Bestandteilen so zusammengesetzt ist, dass es ein einheitliches Ganzes bildet, nicht nach Art eines Haufens, sondern wie eine Silbe, das ist offenbar mehr als bloss die Summe seiner Bestandteile. Eine Silbe ist nicht die Summe ihrer Laute: ba ist nicht dasselbe wie b plus a, und Fleisch ist nicht dasselbe wie Feuer plus Erde."
  • "Dichtung ist wie jedes Kunstwerk dem lebenden Organismus ähnlich. Das einzelne Wort trägt den Formwillen des Ganzen in sich, so wie jede Zeile um den Plan des Ganzen weiß." - Karl Heinrich Waggerl, Nachlass
  • "Die Erfahrung der Harmonie, des zusammenhängenden Ganzen, trägt die philosophische Bezeichnung »Ganzheit« und hat den religiösen Namen »Gott«." - Max Lüscher in: "Mein Gottesbild": Fünfzig Beiträge namhafter Autoren - Eine Anthologie / hrsg. von Jan Brauers. - München : Nymphenburger, 1990 - ISBN 3-485-00611-4 - Abschnitt: "Was ist Gott?" S. 214
  • "Die menschliche Gestalt kann nicht bloß durch das Beschauen ihrer Oberfläche begriffen werden, man muss ihr Inneres entblößen, ihre Teile sondern, die Verbindungen derselben bemerken, die Verschiedenheiten kennen, sich von Wirkung und Gegenwirkung unterrichten, das Verborgene, Ruhende, das Fundament der Erscheinung sich einprägen, wenn man dasjenige wirklich schauen und nachahmen will, was sich als ein schönes, ungetrenntes Ganze[!] in lebendigen Wellen vor unserm Auge bewegt." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Kunst. Einleitung in die Zeitschrift "Propyläen"
  • "Die modische Neigung, die Forschung auf niedrigeren Integrationsebenen für die »wissenschaftlichere« zu halten, führt dann allzuleicht zum Atomismus, d. h. zu Teiluntersuchungen untergeordneter Systeme ohne die obligate Berücksichtigung der Art und Weise, in der diese dem Aufbau der Ganzheit eingefügt sind." - Konrad Lorenz, Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit (1973), zitiert nach 29. Aufl., München 2002, ISBN 3-492-20050-8, S. 102
  • "Ein einziges Glied, das in einer großen Kette bricht, vernichtet das Ganze." - Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre III, 12
  • "Immer strebe zum Ganzen, und kannst du selber kein Ganzes // Werden, als dienendes Glied schließ an ein Ganzes dich an." - Friedrich Schiller, Tabulae Votivae, Votivtafeln: Pflicht für jeden
  • "Je höher du wirst aufwärts gehn, // Dein Blick wird immer allgemeiner, // Stets einen größeren Teil wirst du vom Ganzen sehn, // Doch alles einzelne immer kleiner." - Friedrich Rückert, Vierzeilen I, 33
  • "Stumm betrachte ich den See, // den eine Brise kräuselt. // Nichts weiß ich, wenn an das Ganze denke // Oder es ist das Ganze, das mich vergisst." - Fernando Pessoa aus Contemplo o lago mudo
  • "Wie alles sich zum Ganzen webt, // Eins in dem andern wirkt und lebt!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Vers 447 f. / Faust
  • Wir lieben immer mehr das Halbe als das Ganze, den versprechenden Morgen als den Mittag in höchster Sonnenhöhe." - Johann Gottfried Herder, Vom Erkennen und Empfinden der menschlichen Seele

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