Friedrich Hölderlin

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Friedrich Hölderlin (1770-1843)[Bearbeiten]

deutscher Dichter

Zitate mit Quellenangabe[Bearbeiten]

  • "Ach! der Menge gefällt, was // auf den Marktplatz taugt, // Und es ehret der Knecht nur // den Gewaltsamen." Menschenbeifall zeno.org

Hyperion, I. Band[Bearbeiten]

Alle Zitate nach: Hyperion oder der Eremit in Griechenland, J. G. Cotta'sche Buchhandlung, Tübingen 1797, Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource

  • "Ach! wär' ich nie in eure Schulen gegangen! Die Wissenschaft, der ich in den Schacht hinunter folgte, von der ich, jugendlich thöricht, die Bestätigung meiner reinen Freude erwartete, die hat mir alles verdorben. // Ich bin bei euch so recht vernünftig geworden, habe gründlich mich unterscheiden gelernt von dem, was mich umgibt, bin nun vereinzelt in der schönen Welt, bin so ausgeworfen aus dem Garten der Natur, wo ich wuchs und blühte, und vertrokne an der Mittagssonne." - Erstes Buch, Hyperion an Bellarmin II, S. 11f.
  • "Eines zu seyn mit Allem, das ist Leben der Gottheit, das ist der Himmel des Menschen." - Erstes Buch, Hyperion an Bellarmin II, S. 10
  • "O ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt, und wenn die Begeisterung hin ist, steht er da, wie ein mißratener Sohn, den der Vater aus dem Hause stieß, und betrachtet die ärmlichen Pfennige, die ihm das Mitleid auf den Weg gab." - Erstes Buch, Hyperion an Bellarmin II, S. 12
  • "Immerhin hat das den Staat zur Hölle gemacht, daß ihn der Mensch zu seinem Himmel machen wollte." - Erstes Buch, Hyperion an Bellarmin VII, S. 53
  • "Tausendmal hab' ich es ihr und mir gesagt: das Schönste ist auch das Heiligste." - Zweites Buch, Hyperion an Bellarmin XVII, S. 99
  • "Was kümmert mich der Schiffbruch der Welt, ich weiß von nichts, als meiner seligen Insel." - Zweites Buch, Hyperion an Bellarmin XXX, S. 156
  • "Was wäre das Leben ohne Hoffnung? Ein Funke, der aus der Kohle springt und verlischt." - Erstes Buch, Hyperion an Bellarmin VI, S. 37
  • "Wie ein heulender Nordwind, fährt die Gegenwart über die Blüthen unsers Geistes und versengt sie im Entstehen." - Erstes Buch, Hyperion an Bellarmin IV, S. 23

Hyperion II. Band[Bearbeiten]

Alle Zitate nach: Hyperion oder der Eremit in Griechenland, J. G. Cotta'sche Buchhandlung, Tübingen 1799, Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource

Unvollständige Quellengabe (Hinweis)

an Christian Landauer[Bearbeiten]

  • "Ich fühl es endlich, nur in ganzer Kraft ist ganze Liebe." - an Christian Landauer, Februar 1801
  • "Vor den Alpen, die in der Entfernung von einigen Stunden hieherum sind, stehe ich immer noch betroffen, ich habe wirklich einen solchen Eindruck nie erfahren, sie sind wie eine wunderbare Sage aus der Heldenjugend unserer Mutter Erde und mahnen an das alte bildende Chaos, indes sie niedersehn in ihrer Ruhe, und über ihrem Schnee in hellerem Blau die Sonne und die Sterne bei Tag und Nacht erglänzen." - an Christian Landauer, Februar 1801

Epigramm, Reflexion, Andenken, Patmos, Friedrich Hölderlins Leben[Bearbeiten]

  • "Lern im Leben die Kunst, im Kunstwerk lerne das Leben // Siehst du das Eine recht, siehst du das Andere auch." - Epigramm, für die geplante Zeitschrift "Iduna"
  • "Man kann auch in die Höhe fallen, so wie in die Tiefe." - Reflexion
  • "Nun versteh' ich den Menschen erst, da ich ferne von ihm und in der Einsamkeit lebe!" - zitiert in Wilhelm Waiblinger, Friedrich Hölderlins Leben, Dichtung und Wahnsinn
  • "… und darum ist der Güter Gefährlichstes, die Sprache dem Menschen gegeben, damit er schaffend, zerstörend, und untergehened, und wiederkehrend zur ewiglebenden, zur Meisterin und Mutter, damit er zeuge, was er sei / geerbt zu haben, gelernt von ihr, ihr Göttlichstes, die allerhaltende Liebe." - Betitelt mit "Im Walde" nach der Großen Stuttgarter Ausgabe, Bd.2.1, S. 325; Betitelung, Zuordnung und Genese jedoch sehr umstritten
  • "Was bleibet aber, stiften die Dichter." - Andenken
  • "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch." - Patmos

Zitate mit Bezug auf Hölderlin[Bearbeiten]

  • "Oft ist mir, als sei dieses ganze Griechenland wie eine einzige seiner Inseln. Es gibt keine Brücke dahin. Es ist ein Anfang. Hölderlin hat sein Anfängliches gerettet. Wir aber vermögen kaum mehr dem Rettenden zu entsprechen. Wir sind schon ins Ungebundene geraten, wenn wir uns anschicken müssen, nach der Verbindlichkeit der Dichtung und d. h. des Denkens und der Kunst zu fragen." - Martin Heidegger an Erhart Kästner, 23. August 1962. Martin Heidegger - Erhart Kästner, Briefwechsel 1953 - 1974. Hg. von Heinrich W. Petzet. Insel Verlag, Frankfurt a. M. 1986, S. 51
  • "Hölderlins Dichtung ist für uns ein Schicksal. Es wartet darauf, daß die Sterblichen ihm entsprechen. Die Entsprechung führt auf den Weg einer Einkehr in die Nähe der entflohenen Götter, d. h. in den Raum ihrer uns schonendnen Flucht." - Martin Heidegger an Erhart Kästner, 23. August 1962. Martin Heidegger - Erhart Kästner, Briefwechsel 1953 - 1974. Hg. von Heinrich W. Petzet. Insel Verlag, Frankfurt a. M. 1986, S. 59f

Weblinks[Bearbeiten]

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