Christian Morgenstern

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Christian Morgenstern

Christian Morgenstern (1871–1914)[Bearbeiten]

deutscher Dichter

Zitate mit Quellenangabe[Bearbeiten]

  • "Blödem Volke unverständlich // treiben wir des Lebens Spiel." - Galgenberg. In: Alle Galgenlieder. Zürich: Diogenes, 1981. S. 98
  • "Die Ameisen oder Emsen // sind so weit jetzt, dass sie Gemsen // sich als Sklaven halten (aus // Gründen ihres Körperbaus)." - Im Jahre 19000. In: Alle Galgenlieder. Zürich: Diogenes, 1981. S. 78
  • "Ein Wiesel // saß auf einem Kiesel // Inmitten Bachgeriesel. // Wisst ihr // weshalb? // Das Mondkalb // verriet es mir // Im Stillen: // Das raffinier- // te Tier // tat's um des Reimes willen." - Das ästhetische Wiesel. Aus: Alle Galgenlieder. Zürich: Diogenes 1981, S. 36
  • "Es gibt ein sehr probates Mittel, // die Zeit zu halten am Schlawittel: // Man nimmt die Taschenuhr zur Hand // und folgt dem Zeiger unverwandt." - Palmström, Die Zeit. Aus: Ausgewählte Werke. Hg. von Klaus Schuhmann, Leipzig: Insel, 1975. S. 310
  • "Es ist Nacht, // und mein Herz kommt zu dir, // hält's nicht aus, // hält's nicht aus mehr bei mir." - Es ist Nacht. In: Werke und Briefe : Stuttgarter Ausgabe; kommentierte Ausgabe. Band 2: Lyrik: 1906-1914, hrsg. von Martin Kießig. Stuttgart : Urachhaus, 1992, S. 160 ISBN 3-87838-502-1
  • "Ich liebe dich, du Seele, die da irrt // im Thal des Lebens nach dem rechten Glücke." - Ich liebe Dich. In: Und aber ründet sich ein Kranz. Berlin: S. Fischer, 1902 Commons
  • "In Dank verschlingt sich alles Sein." - Die Fußwaschung. In: Wir fanden einen Pfad. München: R. Piper & Co., 1914, S. 57
  • "Mein kleiner Wecker tickt und tickt." - O Zeit und Ewigkeit. In: Sämtliche Dichtungen. Abteilung 1, Band 7, Basel 1971–1973, S. 7. zeno.org
  • "Ruhe, Ruhe, tiefe Ruhe. // Lautlos schlummern Menschen, Tiere. // Nur des Gipfels Gletschertruhe // schüttet talwärts ihre // Wasser." - Wasserfall bei Nacht, In: Wir fanden einen Pfad, München: R. Piper & Co., 1914. S. 74-75
  • "Weil, so schließt er messerscharf, // nicht sein kann, was nicht sein darf." - Die unmögliche Tatsache. In: Palmström. Alle Galgenlieder. Diogenes 1981, S. 164
  • "Wer vom Ziel nicht weiß, // kann den Weg nicht haben, // wird im selben Kreis // all sein Leben traben." - Wer vom Ziel nichts weiß. In: Wir fanden einen Pfad. München: R. Piper & Co., 1914, S. 40
  • "Lehrer-Komödie. Die Armut der Lehrer, während die Staaten Unsummen für die Wehrmacht hinauswerfen. Da sie nur Lehrer für 600 Mark sich leisten können, bleiben die Völker so dumm, daß sie sich Kriege für 60 Milliarden leisten müssen." In: Aphorismen (1907), S.165

Stufen[Bearbeiten]

  • "Alle wahrhaft große Dichtungen sind Variationen zum Schicksalsliede, seien es Maestosi, Allegri oder Scherzi." - Kunst 1894. In: Stufen (1922), S. 56
  • "Alles Denken ist Zurechtmachen." - Erkennen 1906. In: Stufen (1922), S. 205
  • "Alles muß allem dienen. Es gibt im letzten Sinne keine Ungerechtigkeit." - Ethisches 1906. In: Stufen (1922), S. 140
  • "Darum können Zeitungen so sehr schaden, weil sie den Geist so unsäglich dezentrieren, recht eigentlich zerstreuen." - Psychologisches 1909. In: Stufen (1922), S. 197
  • "Das Ich ist die Spitze eines Kegels, dessen Boden das All ist." - Weltbild: Anstieg 1895. In: Stufen (1922), S. 218
  • "Der Körper, der Übersetzer der Seele (Gottes) ins Sichtbare." - Weltbild: Episode, Tagebuch eines Mystikers 1906. In: Stufen (1922), S. 240 gutenberg.spiegel.de
  • "Der Welt Schlüssel heißt Demut. Ohne ihn ist alles Klopfen, Horchen, Spähen umsonst." - Ethisches 1910. In: Stufen (1922), S. 151
  • "Die beste Erziehungsmethode für ein Kind ist, ihm eine gute Mutter zu verschaffen." - Erziehung Selbsterziehung 1910. In: Stufen (1922), S. 170
  • "Die meisten wissen gar nicht, was sie für ein Tempo haben könnten, wenn sie sich nur einmal den Schlaf aus den Augen rieben." - Psychologisches 1909. In: Stufen (1922), S. 197
  • "Ein Hauptzug aller Pädagogik: Unbemerkt führen." - Erziehung Selbsterziehung 1911. In: Stufen (1922), S. 174
  • "Eine Karikatur ist bloß immer einen Augenblick wahr." - Kunst 1906. In: Stufen (1922), S. 63
  • "Eine Wahrheit kann erst wirken, wenn der Empfänger für sie reif ist. Nicht an den Wahrheiten liegt es daher, wenn die Menschen noch so voller Unweisheit sind." - Lebensweisheit 1910. In: Stufen (1922), S. 162
  • "Es gibt für Unzählige nur ein Heilmittel - die Katastrophe." - Lebensweisheit 1910. In: Stufen (1922), S. 162
  • "Es gibt keine Grenzen der Dinge." - Weltbild: Anstieg 1895. In: Stufen (1922), S. 217
  • "Es gibt nichts, das ich Mir nicht vergeben könnte, und nichts, das ich nicht überwinden möchte." - Weltbild: Episode, Tagebuch eines Mystikers 1906. In: Stufen (1922), S. 232
  • "Es ist schön, zu denken, daß so viele Menschen heilig sind in den Augen derer, die sie lieben." - Psychologisches 1897. In: Stufen (1922), S. 177
  • "Gespräch ist gegenseitige distanzierte Berührung." - Literatur 1907. In: Stufen (1922), S. 80
  • "In dem Maße, wie der Wille und die Fähigkeit zur Selbstkritik steigen, hebt sich auch das Niveau der Kritik am andern." - Ethisches 1909. In: Stufen (1922), S. 149
  • "Neue Dichter seh ich kommen, nach innen den Blick gerichtet." - Kunst 1906. In: Stufen (1922), S. 63
  • "Schönheit ist empfundener Rhythmus. Rhythmus der Wellen, durch die uns alles Außen vermittelt wird. Oder auch: Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden." - Kunst 1895. In: Stufen (1922), S. 57f.
  • "Spannung ist alles und Entladung. Und höchste Lebensweisheit, seine Spannung immer richtig zu entladen." - Lebensweisheit 1907. In: Stufen (1922), S. 160
  • "Über den Wassern deiner Seele schwebt unaufhörlich ein dunkler Vogel: Unruhe." - Psychologisches 1905. In: Stufen (1922), S. 179
  • "Was ist Religion? Sich in alle Ewigkeit weiter und höher entwickeln zu wollen." - Weltbild: Am Tor 1908. In: Stufen (1922), S. 267
  • "Wenn ich etwas an Christus verstehe, so ist es das: »Und er entwich vor ihnen in die Wüste«." - In me ipsum 1906. In: Stufen (1922), S. 25
  • "Wenn ich so die kleinen Dampfer die riesigen Kähne vorüberschleppen sehe, muß ich immer an den Dichter und das Publikum denken." - Kunst 1895. In: Stufen (1922), S. 57
  • "Wer das Wunder nicht als das Primäre erkennt, leugnet damit die Welt, wie sie ist, und supponiert ihr ein Fabrikspielzeug." - Weltbild: Episode, Tagebuch eines Mystikers 1906. In: Stufen (1922), S. 239
  • "Wer die Welt zu sehr liebt, kommt nicht dazu, über sie nachzudenken; wer sie zu wenig liebt, kann nicht gründlich genug über sie denken." - Erkennen 1913. In: Stufen (1922), S. 216
  • "Wer die Grausamkeit der Natur und der Menschen einmal erkannt hat, der bemüht sich, selbst in kleinen Dingen wie dem Niedertreten des Grases schonungsvoll zu sein." - Ethisches 1905. In: Stufen (1922), S. 140
  • "Wer Gott aufgibt, der löscht die Sonne aus, um mit einer Laterne weiterzuwandeln." - Weltbild: Anstieg 1891. In: Stufen (1922), S. 217
  • "Wer sich überhebt, verrät, dass er noch nie genug nachgedacht hat." - Psychologisches 1909. In: Stufen (1922), S. 197
  • "Wie ist jede – aber auch jede – Sprache schön, wenn in ihr nicht nur geschwätzt, sondern gesagt wird!" - Sprache 1909. In: Stufen (1922), S. 106''

Zitate mit Bezug auf Christian Morgenstern[Bearbeiten]

  • "O wär ich // der Kästner Erich! // Auch wär ich gern // Christian Morgenstern! // Und hätte ich nur einen Satz // vom Ringelnatz! // Doch nichts davon! - Zu aller Not // hab ich auch nichts von Busch und Roth! // Drum bleib ich, wenn es mir auch schwer ward, // nur der Heinz Erhardt." - Heinz Erhardt, Ganz zuletzt, in: Das große Heinz Erhardt Buch, Goldmann, München 1970. S. 322

Quellenangaben[Bearbeiten]

  • Stufen (1922): Stufen: Eine Entwickelung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen. München: Piper & Co Verlag, 1922. E-Book gutenberg.org

Weblinks[Bearbeiten]

Commons
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Wikisource
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