Heinrich Heine

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Heinrich Heine (1797-1856)[Bearbeiten]

deutscher Dichter, Schriftsteller und Journalist
eigentlich: Christian Johann Heinrich Heine
Geburtsname: Harry Heine

Überprüft[Bearbeiten]

Almansor[Bearbeiten]

  • "Dort wo man Bücher verbrennt, // verbrennt man auch am Ende Menschen." - Almansor, Vers 243f
  • "O weine nicht! Wie glühnde Naphtatropfen, // So fallen deine Tränen auf mein Herz." - Almansor / Almansor

Babylonische Sorgen[Bearbeiten]

  • "In meinem Hirne rumort es und knackt, ich glaube da wird ein Koffer gepackt, und mein Verstand reist ab - o wehe - noch früher als ich selber gehe." - Babylonische Sorgen, 1854

Buch der Lieder[Bearbeiten]

Deutschland. Ein Wintermärchen[Bearbeiten]

  • "Der lange Schnurrbart ist eigentlich nur // Des Zopftums neuere Phase: // Der Zopf, der ehemals hinten hing, // Der hängt jetzt unter der Nase." - Caput III
  • "Die Göttin hat mir Thee gekocht // Und Rum hineingegossen; // Sie selber aber hat den Rum // Ganz ohne Thee genossen." - Caput XXV
  • "Ich möchte nicht todt und begraben seyn // Als Kaiser zu Aachen im Dome; // Weit lieber lebt' ich als kleinster Poet // Zu Stukkert am Neckarstrome." - Caput III
  • "Ich kenne die Weise, ich kenne den Text // Ich kenn auch die Herren Verfasser // Ich weiß, sie tranken heimlich Wein // Und predigten öffentlich Wasser." - Deutschland, Ein Wintermärchen, Caput I
  • "Sei mir gegrüßt mein Sauerkraut // holdselig sind deine Gerüche." - Caput IX
  • "Sie sang das alte Entsagungslied, // Das Eiapopeia vom Himmel" - "Caput I"
  • "Wie unsere großen Meister gesagt und gesungen und wie wir es wollen, wir die Jünger - ja, nicht bloß Elsaß und Lothringen, sondern ganz Frankreich wird uns alsdann zufallen, ganz Europa, die ganze Welt - die ganze Welt wird deutsch werden. Von dieser Sendung und Universalherrschaft Deutschlands träume ich oft, wenn ich unter Eichen wandle. Das ist mein Patriotismus." - im Vorwort zu "Deutschland. Ein Wintermärchen"
  • "Zu Aachen langweilen sich auf der Straß // die Hunde, sie flehn untertänig: Gib uns einen Fußtritt, o Fremdling, das wird // vielleicht uns zerstreuen ein wenig." - Caput III

Die romantische Schule[Bearbeiten]

  • "In der Weltgeschichte ist nicht jedes Ereignis die unmittelbare Folge eines anderen, die Ereignisse bedingen sich vielmehr wechselseitig." - Die romantische Schule

Gedanken und Einfälle[Bearbeiten]

  • "In dunklen Zeiten wurden die Völker am besten durch die Religion geleitet, wie in stockfinstrer Nacht ein Blinder unser bester Wegweiser ist; er kennt Wege und Stege besser als ein Sehender. – Es ist aber töricht, sobald es Tag ist, noch immer die alten Blinden als Wegweiser zu gebrauchen." - Gedanken und Einfälle, II. Religion und Philosophie"
  • "Der Historiker ist immer ein Merlin, er ist die Stimme einer begrabenen Zeit, man befragt ihn, und er gibt Antwort, der rückwärtsschauende Prophet." - Gedanken und Einfälle, III: Kunst und Literatur

Nachtgedanken[Bearbeiten]

Reisebilder[Bearbeiten]

Die Harzreise[Bearbeiten]

  • "Das ist schön bei den Deutschen: Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht." - Die Harzreise
  • "Düfte sind die Gefühle der Blumen." - Die Harzreise
  • "Im allgemeinen werden die Bewohner Göttingens eingeteilt in Studenten, Professoren, Philister und Vieh; welche vier Stände doch nichts weniger als streng geschieden sind. Der Viehstand ist der bedeutendste. Die Namen aller Studenten und aller ordentlichen und unordentlichen Professoren hier herzuzählen, wäre zu weitläufig; auch sind mir in diesem Augenblick nicht alle Studentennamen im Gedächtnisse, und unter den Professoren sind manche, die noch gar keinen Namen haben." - Die Harzreise

Die Nordsee (Norderney)[Bearbeiten]

  • "Rom wollte immer herrschen, und als seine Legionen fielen, sandte es Dogmen in die Provinzen." - Die Reisebilder. 2. Teil, Die Nordsee
  • "Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern." - Reisebilder, Norderney

Ideen. Das Buch Le Grand (1826)[Bearbeiten]

  • "Die deutschen Censoren − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − Dummköpfe − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − − −" - Capitel XII. S. 180 books.google; zeno.org

Italien, Reise von München nach Genua[Bearbeiten]

  • "Vergnügen ist nichts als ein höchst angenehmer Schmerz." - Reisebilder II, Italien I, 18
  • "Ja, mich dünkt zuweilen, der Teufel, der Adel und die Jesuiten existieren nur so lange, als man an sie glaubt." - Reisebilder. "Dritter Teil: Italien, Reise von München nach Genua", zit. nach Heine: Werke, Bd. II, S. 181
  • "Unser Sommer ist nur ein grün angestrichener Winter, sogar die Sonne muss bei uns eine Jacke von Flanell tragen, wenn sie sich nicht erkälten will." - Reisebilder. Italien. Reise von München nach Genua. Kapitel XVI
  • "England mit seinen Aristokraten geht jetzt immerhin zugrunde, freie Geister haben jetzt im Notfall noch einen besseren Zufluchtsort; würde auch ganz Europa ein einziger Kerker, so gäbe es noch immer ein anderes Loch zum Entschlüpfen, das ist Amerika und gottlob! das ist noch größer als der Kerker selbst." - Reise von München nach Genua, Kapitel XXX

Die Bäder von Lucca[Bearbeiten]

  • "Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt." - Reisebilder, Die Bäder von Lucca III
  • "So ein bisschen Bildung ziert den ganzen Menschen." - Reisebilder, Die Bäder von Lucca VIII
  • "In der Wissenschaft ist alles wichtig." - Die Bäder von Lucca, Kapitel XI

Die Stadt Lucca[Bearbeiten]

  • "Wahrlich, es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die nicht bloß unsere Philosophen, sondern sogar die gewöhnlichsten Dummköpfe nicht begreifen." - Die Stadt Lucca, Kapitel I

Englische Fragmente[Bearbeiten]

Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland[Bearbeiten]

  • "Das Christentum - und das ist sein schönstes Verdienst - hat jene brutale germanische Kampflust einigermaßen besänftigt, konnte sie jedoch nicht zerstören, und wenn einst der zähmende Talisman, das Kreuz, zerbricht, dann rasselt wieder empor die Wildheit der alten Kämpfer, die unsinnige Berserkerwut." – Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. 3. Buch http://www.zeno.org/nid/20005029740
  • "Der Gedanke geht der Tat voraus wie der Blitz dem Donner. [....] Es wird ein Stück aufgeführt werden in Deutschland, wogegen die französische Revolution nur wie eine harmlose Idylle erscheinen möchte." – Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. 3. Buch http://www.zeno.org/nid/20005029740
  • "Die Fee Morgana, wie würde sie erschrecken, wenn sie etwa einer deutschen Hexe begegnete, die nackt, mit Salben beschmiert, und auf einem Besenstiel, nach dem Brocken reitet." - Zu Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. 1. Buch http://www.zeno.org/nid/20005029724

Französische Zustände[Bearbeiten]

  • "St. Denis ist, wie männiglich weiß, der Schutzpatron der Könige von Frankreich, bekanntlich ein Heiliger, der mit seinem eigenen Kopfe in der Hand dargestellt wird." - Französische Zustände, Artikel I, www.zeno.org

Briefe, Gedichte, Sonstige[Bearbeiten]

  • "Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus, ärgert dich deine Hand, so hau sie ab, ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ärgert dich deine Vernunft, so werde katholisch." - HSA Bd. 20, Brief Nr. 235: Heinrich Heine an Karl August Varnhagen von Ense, 19. Oktober 1827, Seite 302
  • "Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch, wir weben hinein den dreyfachen Fluch, wir weben, wir weben." - Die schlesischen Weber
  • "Die Handlungen eines Furchtsamen, wie die eines Genies, liegen außerhalb aller Berechnungen." - Französische Zustände
  • "Die Religion kann nie schlimmer sinken, als wenn sie solchermaßen zur Staatsreligion erhoben wird." - zitiert bei: W. Beutin, „Heinrich Heine“, S. 210, in: „2000 Jahre Folter im Namen Gottes“, 1998, S. 136
  • "Die Verleumdung, das freche Gespenst, setzt sich auf die edelsten Gräber." - Englische Fragmente
  • "Er sprach mit jener stillen, impertinenten Zurückhaltung, die noch unerträglicher ist als die vollauteste Aufschneiderei." - Über die Französische Bühne, Erster Brief, 1837
  • "Es gibt zwei Sorten Ratten: // Die hungrigen und satten." - Zeitgedichte, gutenberg.spiegel.de
  • "Ich habe immer unter Jüdinnen die gesündesten Naturen gefunden, und ich kann es Gott Vater gar nicht verdenken, dass er der bethlehemitischen Maria die Cour und ein Kind gemacht." - Brief an Joseph Lehmann, Lüneburg, 26. Juni 1823
  • "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, // Daß ich so traurig bin; // Ein Märchen aus alten Zeiten, // Das kommt mir nicht aus dem Sinn." - Gedicht 2 aus 'Heimkehr', 1823-24, bekannt als 'Die Lore-Lei'
  • "Ihr könnt Euch darauf verlassen, die Bescheidenheit der Leute hat immer ihre guten Gründe." - Vorrede zu Salon I
  • "In uns selbst liegen die Sterne unseres Glücks." - Memoiren, 1854
  • "Leise zieht durch mein Gemüt liebliches Geläute." - Neuer Frühling, 1830
  • "Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, / und küsse die Marketenderin! / Das ist die ganze Wissenschaft, / das ist der Bücher tiefster Sinn." - Doktrin
  • "Wenn es den Kaiser juckt, so müssen die Völker sich kratzen." - Letzte Gedichte, Kobes

Letzte Worte von Heinrich Heine[Bearbeiten]

  • (Original franz.: "Dieu me pardonnera, c'est son métier." - Quelle: Alfred Meißner: "Heinrich Heine. Erinnerungen." Hamburg, Hoffmann und Campe 1856, S. 259 books.google
  • Et Baudry de conter ce joli mot de Henri Heine, à son lit de mort. Sa femme priant à ses côtés Dieu de lui pardonner, il interrompt la prière, en disant: « N’en doute pas, ma chère, il me pardonnera; c’est son métier! » - Journal des Goncourt: Mémoires de la vie littéraire. Année 1863 fr.wikisource, 23 février)

Sonstige[Bearbeiten]

  • "Aus dem alten Testament springe ich manchmal ins Neue, und auch hier überschauert mich die Allmacht des großen Buches. Welchen heiligen Boden betritt hier dein Fuß! Bei dieser Lektüre sollte man die Schuhe ausziehen wie in der Nähe von Heiligtümern." - Ludwig Börne. Eine Denkschrift. Werke und Briefe in zehn Bänden. Band 6, Berlin und Weimar 2. Aufl. 1972 http://www.zeno.org/nid/20005030382
  • "Das Geld ist der Gott unserer Zeit und Rothschild ist sein Prophet." - Lutetia. Erster Teil. Aus: Werke und Briefe in zehn Bänden. hg. von Hans Kaufmann, 2. Auflage, Berlin und Weimar: Aufbau, 1972. Band 6, S. 378
  • "Es sind in Deutschland die Theologen, die dem lieben Gott ein Ende machen – on n'est jamais trahi que par les siens [verraten wird man nur von seinen Freunden.]" - Aphorismen und Fragmente [aus dem Nachlass]; Werke und Briefe in zehn Bänden, Band 7, Berlin und Weimar 2. Aufl. 1972, S. 400 http://www.zeno.org/nid/20005029600
  • „Friedliche Gesinnung. Wünsche: bescheidene Hütte, Strohdach, aber gutes Bett, gutes Essen, Milch und Butter, sehr frisch, vor dem Fenster Blumen, vor der Türe einige schöne Bäume, und wenn der liebe Gott mich ganz glücklich machen will, läßt er mir die Freude erleben, daß an diesen Bäumen etwa sechs bis sieben meiner Feinde aufgehängt werden - Mit gerührtem Herzen werde ich ihnen vor ihrem Tode alle Unbill verzeihen, die sie mir im Leben zugefügt - ja, man muß seinen Feinden verzeihen, aber nicht früher, als bis sie gehenkt worden. - Versöhnlichkeit, Liebe, Barmherzigkeit.“ - Aphorismen und Fragmente [aus dem Nachlass]; Werke und Briefe in zehn Bänden, Band 7, Berlin und Weimar 2. Aufl. 1972, S. 413 http://www.zeno.org/nid/20005029600

Zitate mit Bezug auf Heinrich Heine[Bearbeiten]

  • "Den höchsten Begriff vom Lyriker hat mir Heinrich Heine gegeben. Ich suche umsonst in allen Reichen der Jahrtausende nach einer gleich süssen und leidenschaftlichen Musik. Er besass jene göttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommne nicht zu denken vermag […] - Und wie er das Deutsche handhabt! Man wird einmal sagen, dass Heine und ich bei weitem die ersten Artisten der deutschen Sprache gewesen sind." - Friedrich Nietzsche in Ecce homo, warum ich so klug bin 4 (KSA 6, S. 286.)
  • "Der Wohlklang, der Scharfsinn und der Stil - und damit ist schon charakterisiert, was Heines bahnbrechendes Werk von beinahe allen seinen Vorgängern und beinahe allen seinen Nachfolgern unterscheidet. [...]. Ihm ist geglückt, was Europa den Deutschen kaum mehr zutraute: ein Stück Weltliteratur in deutscher Sprache." - Marcel Reich-Ranicki in Der Fall Heine, dtv, München 2000, S. 13
  • "Die Zahl der deutschen Kriegerdenkmäler zur Zahl der deutschen Heine-Denkmäler verhält sich hierzulande wie die Macht zum Geist." - Kurt Tucholsky in Die Weltbühne, Nr. 28 vom 9. Juli 1929, S. 58.
  • "Es fehlt in Heines Heimat an der Zivilcourage eines offenen Bekenntnisses zu dem Sänger eines neuen Liedes, eines besseren Liedes, um so mehr als dieser die unverzeihliche Sünde begangen hat, als Sohn jüdischer Eltern das Licht der Welt zu erblicken." - Der New Yorker Aufbau vom 9. August 1968, zitiert nach Schönfeldt 1972, S. 46
  • "Heine ist von den meisten anderen Dichtern verschieden, weil er alle Scheinheiligkeit verachtet, er zeigt sich stets als der, welcher er ist, mit allen menschlichen Eigenschaften und allen menschlichen Fehlern." - Kaiserin Elisabeth von Österreich in ihrem Tagebuch; zitiert nach Joseph A. Kruse: Heinrich Heine. Leben und Werk in Daten und Bildern, Frankfurt am Main, 1983, S.11
  • "Schopenhauer, der letzte Deutsche, der in Betracht kommt (- der ein europäisches Ereigniss gleich Goethe, gleich Hegel, gleich Heinrich Heine ist, und nicht bloss ein lokales, ein "nationales") […] - Friedrich Nietzsche, Götzen-Dämmerung, Streifzüge eines Unzeitgemässen, 21 (KSA 6, S. 125.)

Quellen[Bearbeiten]

Mit Heine: Werke wird bezeichnet:
Heinrich Heine: Sämtliche Werke in vier Bänden, Artemis & Winkler-Verlag, Düsseldorf und Zürich

Mit HSH wird bezeichnet:
Werke, Briefwechsel, Lebenszeugnisse. Säkularausgabe. Hrsg. von den Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar und dem Centre National de la Recherche Scientifique in Paris. Bd. 1-27. Berlin: Akademie-Verlag, Paris: Editions du CNRS, 1970 ff [noch nicht abgeschlossen], vgl. auch germazope.uni-trier.de

Mit DHA wird bezeichnet:
Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke. In Verbindung mit dem Heinrich-Heine-Institut hrsg. von Manfred Windfuhr im Auftrag der Landeshauptstadt Düsseldorf. Bd. 1-16. Hamburg: Hoffmann und Campe 1973-1997, vgl. auch germazope.uni-trier.de

Weblinks[Bearbeiten]

Wikisource
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Commons
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