Diskussion:Johann Wolfgang von Goethe/Zitate mit Quelle

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Schmerz[Bearbeiten]

Erde[Bearbeiten]

Lanze[Bearbeiten]

  • "Ewiger Wonnebrand, // Glühendes Liebeband, // Siedender Schmerz der Brust, // Schäumende Gotteslust! // Pfeile, durchdringet mich, // Lanzen, bezwinget mich, // Keulen, zerschmettert mich, // Blitze, durchwettert mich! // Daß ja das Nichtige // Alles verflüchtige, // Glänze der Dauerstern, // Ewiger Liebe Kern!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A V, Bergschluchten / Pater ecstaticus Vs 11854f.

Pfeil[Bearbeiten]

  • "Ewiger Wonnebrand, // Glühendes Liebeband, // Siedender Schmerz der Brust, // Schäumende Gotteslust! // Pfeile, durchdringet mich, // Lanzen, bezwinget mich, // Keulen, zerschmettert mich, // Blitze, durchwettert mich! // Daß ja das Nichtige // Alles verflüchtige, // Glänze der Dauerstern, // Ewiger Liebe Kern!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A V, Bergschluchten / Pater ecstaticus Vs 11854f.

Keule[Bearbeiten]

  • "Ewiger Wonnebrand, // Glühendes Liebeband, // Siedender Schmerz der Brust, // Schäumende Gotteslust! // Pfeile, durchdringet mich, // Lanzen, bezwinget mich, // Keulen, zerschmettert mich, // Blitze, durchwettert mich! // Daß ja das Nichtige // Alles verflüchtige, // Glänze der Dauerstern, // Ewiger Liebe Kern!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A V, Bergschluchten / Pater ecstaticus Vs 11854f.

Lampe[Bearbeiten]

Sarg[Bearbeiten]

  • "Aber bedenke dir dies: der Morgen wird künftig erscheinen, // Da der Meister sich regt mit allen seinen Gesellen, // Dir den Sarg zu bereiten und schnell und geschickt zu vollenden, // Und sie tragen das bretterne Haus geschäftig herüber, // Das den Geduldgen zuletzt und den Ungeduldigen aufnimmt, // Und gar bald ein drückendes Dach zu tragen bestimmt ist." - Johann Wolfgang von Goethe, Hermann und Dorothea 9. Gesang Vs 35f.
  • "Aus dem Palast ins enge Haus: [des Sarges] // So dumm läuft es am Ende doch hinaus." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A V, Großer Vorhof des Palastes / Mephisto Vs 11529
  • "Verbiete du dem Seidenwurm, zu spinnen, // Wenn er sich schon dem Tode näher spinnt: // Das köstliche Geweb entwickelt er // Aus seinem Innersten, und läßt nicht ab, // Bis er in seinen Sarg sich eingeschlossen." - Johann Wolfgang von Goethe, Tasso A V Sz 2 / Tasso Vs 3083f.
  • "Zwischen der Wieg und dem Sarg wir schwanken und schweben // Auf dem großen Kanal sorglos durchs Leben dahin." - Johann Wolfgang von Goethe, Venezianische Epigramme 8

Leuchten[Bearbeiten]

Funke[Bearbeiten]

  • Bring in Flammen Liebende zur Ruh! // Wenn der Funke sprüht, // Wenn die Asche glüht, // Eilen wir den alten Göttern zu. - Johann Wolfgang von Goethe, Die Braut von Korinth
  • "Nacht ist schon hereingesunken, // Schließt sich heilig Stern an Stern, // Große Lichter, kleine Funken // Glitzern nah und glänzen fern, // Glitzern hier im See sich spiegelnd, // Glänzen droben klarer Nacht." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A I, Anmutige Gegend / Chor Vs 4642f.
  • "Was der Feuerfunke auf ein geladnes Gewehr, das ist die Gelegenheit zur Neigung, und jede Neigung, die wir gegen unser Gewissen befriedigen, zwingt uns, ein Übermaß von physischer Stärke anzuwenden, wir handeln wieder als wilde Menschen, und es wird schwer, äußerlich diese Anstrengung zu verbergen." - Johann Wolfgang von Goethe, Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten

Zeichen[Bearbeiten]

Reiz[Bearbeiten]

  • "Alle Märchen, sobald sie erzählt sind, haben den Reiz nicht mehr, als wenn man sie nur dunkel und halb weiß." - Johann Wolfgang von Goethe, an Charlotte von Stein, 13. April 1786
  • "Das Neue reizt." - Johann Wolfgang von Goethe, J. S. Grüner, 1. August 1822
  • "Das reizt nicht mehr, und was nicht reizt, ist tot." - Johann Wolfgang von Goethe, Tasso A II Sz 1 / Prinzessin Vs 1034
  • "Denn vor Anteil und Bewegung // Vergissest du der Klugheit erstes Wort, // Daß man den Mächtigen nicht reizen soll." - Johann Wolfgang von Goethe, Iphigenie A V Sz 3 / Thoas Vs 1838f.
  • "Der große Reiz, den das Theater für jeden Zuschauer hat, zeigt sich auch darin, daß es so manchen produktiv zu machen scheint, der eigentlich dafür gar kein Talent hat. In jeder Nation strebt eine unverhältnismäßige Anzahl Menschen nach dem Glück, sich selbst von dem Theater herunter wiederzuhören, und es ist niemanden zu verargen, wenn man zu dieser innern Behaglichkeit noch die äußeren Vorteile eines schnellen, allgemeinen, günstigen Bekanntwerdens hinzurechnet." - Johann Wolfgang von Goethe, Rameaus Neffe, Anmerkungen / Dorat
  • "Der Schriftsteller, der nicht selbst beizeiten zurückgetreten, der noch immer eine ähnliche Aufnahme erwartet, sieht einem unglücklichen Alter entgegen, wie eine Frau, die von den scheidenden Reizen nicht Abschied nehmen will." - Johann Wolfgang von Goethe, Rameaus Neffe, Anmerkungen - Marivaux

Glut[Bearbeiten]

Mission[Bearbeiten]

  • "Alles kommt bei der Mission darauf an, daß der rohe sinnliche Mensch gewahr wird, daß es eine Sitte gebe, daß der leidenschaftliche ungebändigte merkt, daß er Fehler begangen hat, die er sich selbst nicht verzeihen kann. Die erste führt zur Annahme zarter Maximen, das letzte auf Glauben einer Versöhnung. Alles Mittlere von zufällig scheinenden Übeln wird einer weisen unerforschlichen Führung anheim gegeben." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 826

Roman[Bearbeiten]

  • "Das ist doch wohl der rechte Roman, // Der selbst Romane spielt." - Johann Wolfgang von Goethe, Inschriften, Denk- und Sendeblätter - Wer hat's gewollt?
  • "Daß man dem Zufall im Roman gar wohl sein Spiel erlauben könne, daß er aber immer durch die Gesinnungen der Personen gelenkt und geleitet werden müsse, daß hingegen das Schicksal, das die Menschen, ohne ihr Zutun, durch unzusammenhängende äußere Umstände zu einer unvorhergesehenen Katastrophe hindrängt, nur im Drama statt habe." - Johann Wolfgang von Goethe, Lehrjahre V,7
  • "Der Leser, wenn er irgend etwas Geschichtliches zur Hand nimmt, will es gern, für einige Zeit wenigstens, mit Wahrheit und Wirklichkeit vollkommen übereinstimmend ansehen. Gilt dies sogar von Roman und Gedicht, warum sollte es nicht von einer Lebensbeschreibung gelten?." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Memoiren Robert Guillemards
  • "Der Roman hingegen stellt das Unbedingte als das Interessanteste vor, gerade das grenzenlose Streben, was uns aus der menschlichen Gesellschaft, was uns aus der Welt treibt, unbedingte Leidenschaft, für die dann, bei unübersteiglichen Hindernissen, nur Befriedigung im Verzweifeln bleibt, Ruhe nur im Tod." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Gabriele von Johanna Schopenhauer
  • "Der Roman soll erscheinen, wie die Landschaft erscheint, ohne Leidenschaft, auch in jener verbergen sich dunkle Partien." - Johann Wolfgang von Goethe, an Heinrich Laube nach Friedrich August Wolf, zeitlich unbestimmt
  • "Der Romanheld assimiliert sich alles, der Theaterheld muss nichts Ähnliches in allem dem finden, was ihn umgibt." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 1048
  • "Der Romanheld muß leidend, wenigstens nicht in hohem Grade wirkend sein, von dem dramatischen verlangt man Wirkung und Tat." - Johann Wolfgang von Goethe, Lehrjahre V,7
  • "Die Geschichte denkt uns vor, der Roman fühlt uns vor, und so genießen wir an beiden völlig zubereitete Speisen. Die Schrift aber, die uns nur Stoff überliefert, fordert von uns, ihn zu verarbeiten, eigene Tätigkeit, zu der wir nicht immer aufgelegt sind." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Der deutsche Gil Blas
  • "Ein Gemäldefreund will schauen, er wird ablehnen, durch Gedicht oder Roman seine Einbildungskraft erregen zu lassen." - Johann Wolfgang von Goethe, Wanderjahre I,7
  • "Einem Roman, der eigentlich romantisch geschrieben und auf Überraschung berechnet wäre, würde man einen schlechten Dienst erzeigen, wenn man seine Fabel auszöge." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Bekenntnisse einer schönen Seele
  • "Es wächst das Glück, dann wird es angefochten, // Man ist entzückt, nun kommt der Schmerz heran, // Und eh man sich’s versieht, ist’s eben ein Roman." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Vorspiel auf dem Theater / Lustige Person Vs 163
  • "Im Roman sollen vorzüglich Gesinnungen und Begebenheiten vorgestellt werden, im Drama Charaktere und Taten. Der Roman muß langsam gehen, und die Gesinnungen der Hauptfigur müssen, es sei auf welche Weise es wolle, das Vordringen des Ganzen zur Entwicklung aufhalten." - Johann Wolfgang von Goethe, Lehrjahre V,7
  • "In diesem Sinne kann man solche Bücher wahrhaft erbaulich nennen, wie es der Roman, moralische Erzählung, Novelle und dergleichen nicht sein sollen: denn von ihnen als sittlichen Kunsterscheinungen verlangt man mit Recht eine innere Konsequenz, die, wir mögen durch noch so viel Labyrinthe durchgeführt werden, doch wieder hervortreten und das Ganze in sich selbst abschließen soll." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Der deutsche Gil Blas
  • "Leider viele Dramen sind nur dialogierte Romane, und es wäre nicht unmöglich, ein Drama in Briefen zu schreiben." - Johann Wolfgang von Goethe, Lehrjahre V,7
  • "Mit den Brettern, die die Welt bedeuten, sind wir bekannter als mit der Welt selbst, und wir mögen das Wunderlichste lesen und hören, so meinen wir, das könne auch da droben einmal vor unsern Augen vorgehen, daher die so oft mißlungene Bearbeitung von beliebten Romanen in Schauspielen." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Shakespeare und kein Ende
  • "Mit den Romanen ist es wie mit den Mahlzeiten. Wenn man sieht, wie sie zubereitet werden, kann einem der Appetit vergehen." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 17. Oktober 1828
  • "Ob der Roman oder das Drama den Vorzug verdiene? Serlo versicherte, es sei ein vergeblicher mißverstandener Streit, beide könnten in ihrer Art vortrefflich sein, nur müßten sie sich in den Grenzen ihrer Gattung halten. […] Im Roman wie im Drama sehen wir menschliche Natur und Handlung." - Johann Wolfgang von Goethe, Lehrjahre V,7
  • "Roman: der uns mögliche Begebenheiten unter unmöglichen oder beinahe unmöglichen Bedingungen als wirklich darstellt." - [[Goethe, Maximen und Reflexionen 1047
  • "Sehr merkwürdig ist mir aufgefallen, wie es eigentlich mit dem Publiko einer großen Stadt beschaffen ist. Es lebt in einem beständigen Taumel von Erwerben und Verzehren, und das, was wir Stimmung nennen, läßt sich weder hervorbringen noch mitteilen. Alle Vergnügungen, selbst das Theater, sollen nur zerstreuen, und die große Neigung des lesenden Publikums zu Journalen und Romanen entsteht eben daher, weil jene immer und diese meist Zerstreuung in die Zerstreuung bringen." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Schiller, 9. August 1797
  • "Seitdem wir in Deutschland Kunstromane schreiben, das heißt solche, in welchen die Kunst, teils nach ihren tieferen Maximen, teils nach ihrer Einwirkung aufs Leben, symbolisch dargestellt wird, so haben die Romanschreiber angefangen, Betrachtungen über Literatur und mitunter auch wohl Kritiken durch ihre Personen aussprechen zu lassen, und sie haben nicht wohl daran getan." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Wilhelm Dumont
  • "So sind die Romane in Briefen völlig dramatisch, man kann deswegen mit Recht förmliche Dialoge, wie auch Richardson getan hat, einschalten, erzählende Romane mit Dialogen untermischt würden dagegen zu tadeln sein." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Schiller, 23. Dezember 1797
  • "Und so ist es eben recht: der Roman soll eigentlich das wahre Leben sein, nur folgerecht, was dem Leben abgeht." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Gabriele von Johanna Schopenhauer
  • "Unter die läßlichsten Versuche, sich etwas Höheres anzubilden, sich einem Höheren gleichzustellen, gehört wohl der jugendliche Trieb, sich mit Romanfiguren zu vergleichen." - Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit III,11
  • "Wie oft wiederholt man nicht die Litanei vom Schaden der Romane, und was ist es denn für ein Unglück, wenn ein artiges Mädchen, ein hübscher junger Mann sich an die Stelle der Person setzt, der es besser und schlechter geht als ihm selbst?." - Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit III,11

Leser[Bearbeiten]

  • "Bei Verbesserung früherer Schriften macht man es niemand recht, dem Leser nimmt man, was ihm auf seiner Bildungsstufe am gemäßesten war, und sich selbst befriedigt man nicht: denn man müßte nicht verbessern und umarbeiten, sondern völlig umgießen." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Heinrich Jacobi, 6. Januar 1813
  • "Da ich viel allein verbleibe, // Pflege weniges zu sagen, // Da ich aber gerne schreibe, // Mögens meine Leser tragen! // Sollte heißen: gern diktiere, // Und das ist doch auch ein Sprechen, // Wo ich keine Zeit verliere: // Niemand wird mich unterbrechen." - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien VI
  • "Das Glück wäre nur gut, wenn es seine Leser glücklich machte, denn wenn sie unglücklich bleiben, ist das Rezept offensichtlich wertlos." - Sully Prudhomme, Intimes Tagebuch
  • "Dass in diesem Falle wie in so manchem andern der Leser sich vom Zuschauer und Zuhörer trennen müsse, jeder hat seine Rechte, und keiner darf sie dem andern verkümmern." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Über das deutsche Theater
  • "Dass sich der Leser produktiv verhalten muß, wenn er an irgend einer Produktion teilnehmen will." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Schiller, 19. November 1796
  • "Der Leser, wenn er irgend etwas Geschichtliches zur Hand nimmt, will es gern, für einige Zeit wenigstens, mit Wahrheit und Wirklichkeit vollkommen übereinstimmend ansehen. Gilt dies sogar von Roman und Gedicht, warum sollte es nicht von einer Lebensbeschreibung gelten?" - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Memoiren Robert Guillemards
  • "Der Zeitungsleser sei gesegnet, // Der liest, was heute mir begegnet." - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien
  • "Der Zustand des Schreibenden teilt sich dem wahren Leser sogleich völlig mit." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Friedrich Rochlitz, 22. April 1822
  • "Die Mehrzahl der Leser verlangt die Schrift und nicht den Schriftsteller, ihr ist darum zu tun, daß sie die Arbeiten, verschiedener Art und Natur gemäß, in Gruppen und Massen beisammen finde, auch in diesem Sinne einen und den andern Band zu irgendeinem Gebrauch sich wähle." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Über die neue Ausgabe der Goetheschen Werke
  • "Die Pflicht des Historikers ist zwiefach: erst gegen sich selbst, dann gegen den Leser. Bei sich selbst muß er genau prüfen, was wohl geschehen sein könnte, und um des Lesers willen muß er festsetzen, was geschehen sei. Wie er mit sich selbst handelt, mag er mit seinen Kollegen ausmachen, das Publikum muß aber nicht ins Geheimnis hineinsehen, wie wenig in der Geschichte als entschieden ausgemacht kann angesprochen werden." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 271
  • "Die schriftliche Mitteilung hat das große Verdienst, daß sie weiter und länger wirkt als die mündliche und daß der Leser schon mehr Schwierigkeiten findet, das Geschriebene nach seinem Modul umzubilden, als der Zuhörer das Gesagte." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich August Wolf, 28. November 1806
  • "Doch fällt es schwer, wenn man schon anderes gemacht hat, dem Leser genug zu tun, er verlangt immer etwas, wie das vorige war." - Johann Wolfgang von Goethe, Italienische Reise III, 10. November 1787
  • "Einem Verfasser müßte schaudern, wenn er bedächte, wie viele Leser nichts zum Buche hinzubringen, weder Kenntnis noch Empfänglichkeit, ja wie viele bloß lesen, um dabei geruhig einzuschlafen." - Johann Wolfgang von Goethe, an Sulpiz Boisserée, 16. Dezember 1816
  • "Enthusiasmus suchst du bei deutschen Lesern? Du Armer, // Glücklich, könntest du auch rechnen auf Höflichkeit nur." - Johann Wolfgang von Goethe, Xenien aus dem Nachlaß 142
  • "Es gibt dreierlei Arten Leser: Eine, die ohne Urteil genießt, eine dritte, die ohne zu genießen urteilt, die mittlere, die genießend urteilt und urteilend genießt, diese reproduziert eigentlich ein Kunstwerk aufs neue." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Friedrich Rochlitz, 13. Juni 1819
  • "Es gibt zweierlei Arten, die Geschichte zu schreiben, eine für die Wissenden, die andere für die Nichtwissenden. Bei der ersten setzt man voraus, daß dem Leser das Einzelne bis zum Überdruß bekannt sei. […] Die andere Art ist die, wo wir, selbst bei der Absicht eine große Einheit darzustellen, auch das Einzelne unnachläßlich zu überliefern verpflichtet sind." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Bildnisse jetzt lebender Berliner Gelehrten
  • "Für einen Autor ist es daher eine tröstliche Aussicht, daß alle Tage neue künftige Leser geboren werden." - Johann Wolfgang von Goethe, an Charlotte von Stein, 19. November 1807
  • "Ihr seht uns an mit scheelem Blick, // Ihr schwanket vor, ihr schwankt zurück // Und häufet Zeil auf Zeile. // So zerret Lesers dürftig Ohr // Mit viel gequirltem Phrasenflor, // Uns habt ihr nicht am Seile!" - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien V
  • "Ist es doch eine höchst wunderliche Forderung, die wohl manchmal gemacht, aber auch selbst von denen, die sie machen, nicht erfüllt wird: Erfahrungen solle man ohne irgend ein theoretisches Band vortragen, und dem Leser, dem Schüler überlassen, sich selbst nach Belieben irgendeine Überzeugung zu bilden." - Johann Wolfgang von Goethe, Zur Farbenlehre - Vorwort
  • "Mir, der ich selten selbst geschrieben, was ich zum Druck beförderte, und, weil ich diktierte, mich dazu verschiedener Hände bedienen mußte, war die konsequente Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig. Wie dieses oder jenes Wort geschrieben wird, darauf kommt es doch eigentlich nicht an, sondern darauf, daß die Leser verstehen, was man damit sagen wollte! Und das haben die lieben Deutschen bei mir doch manchmal getan." - Johann Wolfgang von Goethe, K. v. Holtei, letzte Lebensjahre
  • "Sie [die Leser] leben nämlich in dem Wahn, man werde, indem man etwas leistet, ihr Schuldner und bleibe jederzeit noch weit zurück hinter dem, was sie eigentlich wollten und wünschten, ob sie gleich kurz vorher, ehe sie unsere Arbeit gesehn, noch gar keinen Begriff hatten, daß so etwas vorhanden oder nur möglich sein könnte." - Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit III,13
  • "So ist der gewöhnliche Leser, dem Sie Zugeständnisse machen möchten: er interessiert sich gleicherweise für das Hohe und das Gemeine, soll man ihn zum Richter nehmen, der zu entscheiden hat, was man veröffentlichen kann? Nein, man muß alles drucken lassen." - Johann Wolfgang von Goethe, Soret, 29. Januar 1830
  • "Und selten, daß ein Leser bestimmt sagen kann, was ihm wohlgetan hat." - Johann Wolfgang von Goethe, an Karl Ludwig von Knebel, 3. Juli 1783
  • "Unter Rezitation wird ein solcher Vortrag verstanden, wie er ohne leidenschaftliche Tonerhebung, doch auch nicht ganz ohne Tonveränderung zwischen der kalten ruhigen und der höchst aufgeregten Sprache in der Mitte liegt. Der Zuhörer fühle immer, daß hier von einem dritten Objekte die Rede sei. Es wird daher gefordert, daß man auf die zu rezitierenden Stellen, zwar den angemessenen Ausdruck lege und sie mit der Empfindung und dem Gefühl vortrage, welche das Gedicht durch seinen Inhalt dem Leser einflößt, jedoch soll dieses mit Mäßigung und ohne jene leidenschaftliche Selbstentäußerung geschehen, die bei der Deklamation erfordert wird." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Regeln für Schauspieler § 18f.
  • "Welchen Leser ich wünsche? Den unbefangensten, der mich, // Sich und die Welt vergißt, und in dem Buche nur lebt." - Johann Wolfgang von Goethe, Vierjahreszeiten - Herbst 56
  • "Wenn es schon in manchen Fällen wohlgetan sein mag, dem Leser nicht grad das Gedachte zu überliefern, vielmehr sein eigenes Denken aufzuwecken und anzuregen." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Allgemeine Betrachtungen zur Weltliteratur VI
  • "Wer aber nicht eine Million Leser erwartet, sollte keine Zeile schreiben." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 12. Mai 1825
  • "Worüber denn schon manche Leser ungeduldig werden, welchen es wohl ganz recht wäre, wenn man ihnen die Mahlzeit, von Anfang bis zu Ende, wohl gesotten und gebraten, in einer Session vortrüge, damit sie solche auch geschwind auf den Nachtstuhl trügen und sich morgen in einer andern Restaurationsbude oder Garküche, besser oder schlechter, wie es das Glück träfe, bewirten ließen." - Johann Wolfgang von Goethe, an Carl Friedrich Zelter, 3. Dezember 1812
  • "Wozu nützt die ganze Erdichtung? - Ich will es dir sagen, // Leser, sagst du mir, wozu die Wirklichkeit nützt." - Johann Wolfgang von Goethe / Friedrich Schiller, Xenien

Löschen[Bearbeiten]

Erbauung[Bearbeiten]

  • "In diesem Sinne kann man solche Bücher wahrhaft erbaulich nennen, wie es der Roman, moralische Erzählung, Novelle und dergleichen nicht sein sollen: denn von ihnen als sittlichen Kunsterscheinungen verlangt man mit Recht eine innere Konsequenz, die, wir mögen durch noch so viel Labyrinthe durchgeführt werden, doch wieder hervortreten und das Ganze in sich selbst abschließen soll." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Der deutsche Gil Blas
  • "Überhaupt ist es ein eignes Ding um die Erbauung. Es ist oft nicht die Sache, die einen erbaut, sondern die Lage des Herzens, worin sie uns überrascht, ist das, was einer Kleinigkeit den Wert gibt." - Johann Wolfgang von Goethe, Brief des Pastors

Sizilien[Bearbeiten]

  • "Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem." - Johann Wolfgang von Goethe, Italienische Reise II, 13. April 1787
  • "Je mehr ich die Welt sehe, desto weniger kann ich hoffen, daß die Menschheit je eine weise, kluge, glückliche Masse werden könne. Vielleicht ist unter den Millionen Welten eine, die sich dieses Vorzugs rühmen kann, bei der Konstitution der unsrigen bleibt mir so wenig für sie, als für Sizilien bei der seinigen zu hoffen." - Johann Wolfgang von Goethe, Italienische ReiseII, 17. Mai 1787
  • "Denke ich an Neapel, ja gar nach Sizilien, so fällt es einem sowohl in der Erzählung als in Bildern auf, daß in diesen Paradiesen der Welt sich zugleich die vulkanische Hölle so gewaltsam auftut und seit Jahrtausenden die Wohnenden und Genießenden aufschreckt und irre macht." - Johann Wolfgang von Goethe, Italienische Reise I, 16. Februar 1787

Ganzes[Bearbeiten]

  • "Auf der recht- und linken Seite, // Auf dem Berg und in der Mitten // Sitzen, stehen sie zum Streite, // All einander ungelitten. // Wenn du dich ans Ganze wendest // Und votierest, wie du sinnest, // Merke, welchen du entfremdest, // Fühle, wen du dir gewinnest." - Johann Wolfgang von Goethe, National-Versammlung
  • "Aus vielen Skizzen endlich ein Ganzes hervorzubringen, gelingt selbst den Besten nicht immer." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 1124
  • "Bescheidne Wahrheit sprech ich dir. // Wenn sich der Mensch, die kleine Narrenwelt, // Gewöhnlich für ein Ganzes hält: // Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles war, // Ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Studierzimmer / Mephisto Vs 1346f.
  • "Charakter, Individualität, Neigung, Richtung, Örtlichkeit, Umgebungen und Gewohnheiten bilden zusammen ein Ganzes, in welchem jeder Mensch, wie in einem Elemente, in einer Atmosphäre, schwimmt, worin es ihm allein bequem und behaglich ist." - Johann Wolfgang von Goethe, Wahlverwandtschaften II,17
  • "Da im Wissen sowohl als in der Reflexion kein Ganzes zusammengebracht werden kann, weil jenen das Innre, dieser das Äußere fehlt, so müssen wir uns die Wissenschaft notwendig als Kunst denken, wenn wir von ihr irgendeine Art von Ganzheit erwarten." - Johann Wolfgang von Goethe, Aufsätze zur allg. Pflanzenkunde - Erwiderung
  • "Da wir den vollkommensten Zustand der Gesundheit nur dadurch gewahr werden, daß wir die Teile unseres Ganzen nicht, sondern nur das Ganze empfinden." - Johann Wolfgang von Goethe, ZurZoologie - Betrachtung über Morphologie
  • "Daher das Rätselhafte, Sibyllinische, Unzusammenhängende in unserer Naturbetrachtung! Sie sei ein Buch von den, ungeheuersten, seltsamsten Inhalte, wovon man aber annehmen könne, daß gar viele Blätter desselben auf dem Jupiter, auf dem Uranus und anderen Planeten zerstreut umherlägen. Zu einem Ganzen zu gelangen sei schwer, wo nicht völlig unmöglich. An dieser Aufgabe müßten eben darum alle Systeme scheitern." - Johann Wolfgang von Goethe, J. D. Falk, letzte Lebensjahre
  • "Das Individuum ist ein armes Ding, es erkläre sich für welche Partei es wolle, das Ganze ist nie ein Ganzes, und so schwankt das Menschengeschlecht in einer Lumperei hin und wieder, das alles nichts zu sagen hätte, wenn es nur nicht auf Punkte, die dem Menschen so wesentlich sind, so großen Einfluß hätte." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Gottfried Herder, 4. September 1788
  • "Das ist denn eine böse Operation, wobei man, wie beim Umändern eines alten Hauses, mit kleinen Teilen anfängt und am Ende das Ganze mit schweren Kosten umgekehrt hat, ohne deshalb ein neues Gebäude zu haben." - Johann Wolfgang von Goethe, an Carl Friedrich Zelter, 27. Februar 1804
  • "Daß der Geist des Menschen ein eignes Ganzes ausmache, das sich mit einem andern nie vereinigen, wohl aber an mehr oder wenigem Punkten sich berühren könnte." - Johann Wolfgang von Goethe, Theatralische SendungII,2
  • "Daß der Mensch das Gute, das ihm widerfährt, wie einen glücklichen Raub dahinnehmen und sich weder um rechts noch links, viel weniger um das Glück und Unglück eines Ganzen bekümmern soll." - Johann Wolfgang von Goethe, an Charlotte von Stein, 25. Januar 1787
  • "Daß der, dessen Werk es ist, ein großes Ganze zu übersehen, zu regieren, zu erhalten, sich keinen Vorwurf zu machen braucht, geringe Verhältnisse vernachlässiget, Kleinigkeiten dem Wohl des Ganzen aufgeopfert zu haben." - Johann Wolfgang von Goethe, Clavigos Wohnung / Carlos
  • "Daß die Menschen lieber durch eine allgemeine theoretische Ansicht, durch irgendeine Erklärungsart die Phänomene beiseite bringen, anstatt sich die Mühe zu geben, das Einzelne kennen zu lernen und ein Ganzes zu erbauen." - Johann Wolfgang von Goethe, Entwurf einer Farbenlehre - Einleitung
  • "Daß Dilettanten zum Vorteil der Wissenschaft vieles beitragen. Und zwar ist dieses ganz natürlich: Männer vom Fach müssen sich um Vollständigkeit bemühen und deshalb den weiten Kreis in seiner Breite durchforschen, dem Liebhaber dagegen ist darum zu tun, durch das Einzelne durchzukommen und einen Hochpunkt zu erreichen, von woher ihm eine Übersicht, wo nicht des Ganzen, doch des Meisten gelingen könnte." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Naturwissenschaft - Geschichte meines botanischen Studiums
  • "Daß eine Pflanze, ja ein Baum, die uns doch als Individuum erscheinen, aus lauter Einzelheiten bestehn, die sich untereinander und dem Ganzen gleich und ähnlich sind, daran ist wohl kein Zweifel." - Johann Wolfgang von Goethe, Bildung und Umbildung organischer Naturen - Die Absicht eingeleitet
  • "Denn auch ungeregelt wünscht ein jeder das Entgegengesetzte von sich selbst, um das Ganze zu haben." - Johann Wolfgang von Goethe, Geschichte meines botanischen Studiums - Schicksal der Handschrift
  • "Denn es ist immer herzerhebend, einen Mann zu sehen, der sich aus Überzeugung für ein Ganzes aufopfert, da im gemeinen Lauf der Welt sich niemand leicht ein Bedenken macht, um seines besonderen Vorteils willen das schönste Ganze, wo nicht zu zerstören, doch zu beschädigen." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Regulus
  • "Denn ich weiß es recht wohl: der einzelne schadet sich selber, // Der sich hingibt, wenn sich nicht alle zum Ganzen bestreben." - Johann Wolfgang von Goethe, Hermann und Dorothea 4. Gesang Vs 144
  • "Der einzelne beschränkte Mensch gibt seine nächsten Zustände nicht auf, wie auch das große Ganze sich verhalten möge." - Johann Wolfgang von Goethe, Tag- und Jahreshefte 1795
  • "Der Künstler will zur Welt durch ein Ganzes sprechen, dieses Ganze aber findet er nicht in der Natur, sondern es ist die Frucht seines eigenen Geistes oder, wenn Sie wollen, des Anwehens eines befruchtenden göttlichen Odems." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 18. April 1827
  • "Des Menschen Leben ist ein ähnliches Gedicht: // Es hat wohl Anfang, hat ein Ende, // Allein ein Ganzes ist es nicht." - Johann Wolfgang von Goethe, Drei Gedichte über den Faust . Abkündigung
  • "Des Menschen Sehnsucht geht dahin, ein Ganzes und Vollkommenes zu erkennen." - Thomas von Aquin, Summa theologiea
  • "Die Betrachtung, die sich uns nur zu sehr aufdrängt: daß der Tod alles gleich mache, ist ernst, aber traurig und ohne Seufzer kaum auszusprechen, herzerhebend, erfreulich aber ist es, an einen Bund zu denken, der die Lebenden gleich macht, und zwar in dem Sinne, daß er sie zu vereintem Wirken aufruft, deshalb jeden zuerst auf sich selbst zurückweist und sodann auf das Ganze hinleitet." - Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit Anhang II - Biographische Einzelnheiten
  • "Die doppelte Pflicht eines guten Kapellmeisters und einer klugen Hausfrau, die im Ganzen immer das Maß zu erhalten wissen." - Johann Wolfgang von Goethe, Wohlverwandtschaften I,2
  • "Doch wo einzelne Gesellen // Zierlich mit einander streben, // Sich zum schönen Ganzen stellen, // Das ist Freude, das ist Leben." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Kunst - Tischbeins Idyllen III
  • "Ein einzig Wort enthält mein ganzes Glück." - Johann Wolfgang von Goethe, Natürliche Tochter A IV Sz 2 / Eugenie Vs 2063
  • "Ein einziges Glied, das in einer großen Kette bricht, vernichtet das Ganze." - Johann Wolfgang von Goethe, Wanderjahre III,12
  • "Ein Gedicht ist eine ganze, geschlossene, gemachte Welt." - Adam Heinrich Müller, Von der Idee der Schönheit
  • "Ein verständiger Mensch ist viel für sich, aber fürs Ganze ist er wenig." - Johann Wolfgang von Goethe, Lehrjahre VII,3
  • "Es bleibt immer gewiß, dieses so geehrte und verachtete Publikum betrügt sich über das Einzelne fast immer und über das Ganze fast nie." - Johann Wolfgang von Goethe, an Charlotte von Stein, 10. Dezember 1781
  • "Es ist ferner kein Ernst da, der ins Ganze geht, kein Sinn, dein Ganzen etwas zu Liebe zu tun, sondern man trachtet nur, wie man sein eigenes Selbst bemerklich mache und es vor der Welt zu möglichster Evidenz bringe. Dieses falsche Bestreben zeigt sich überall." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 20. April 1825
  • "Ganze, Halb- und Viertelsirrtümer sind gar schwer und mühsam zurechtzulegen, zu sichten und das Wahre daran dahin zu stellen, wohin es gehört." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 465
  • "Gewöhnlich aber ist es ein Jugendfehler, den wir selbst im Alter nicht ablegen, daß wir verlangen, der Freund solle gleichsam ein anderes Ich sein, solle mit uns nur ein Ganzes ausmachen, worüber wir uns denn eine Zeitlang täuschen, das aber nicht lange dauern kann." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Gottfried Herder, Dezember 1798
  • "Im ganzen können wir vieles aufopfern, aber uns im einzelnen herzugeben, ist eine Forderung, der wir selten gewachsen sind." - Johann Wolfgang von Goethe, Wahlverwandtschaften I, 2
  • "Immer strebe zum Ganzen, und kannst du selber kein Ganzes // Werden, als dienendes Glied schließ an ein Ganzes dich an." - Johann Wolfgang von Goethe, Vierjahreszeiten - Herbst 45
  • "Irr-Tümer sollen uns plagen? // Ist nicht an unser Heil gedacht? // Halb-Tümer solltet ihr sagen, // Wo Halb und Halb kein Ganzes macht." - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien III
  • "Je älter ich werde, sehe ich mein Leben immer lückenhafter, indem es andere als ein Ganzes zu behandeln belieben und sich daran ergötzen." - Johann Wolfgang von Goethe, an Carl Friedrich Zelter, 20. August 1831
  • "Jeder möchte etwas leisten und zwar das Rechte, und niemand begreift, daß das nur geschehen kann, wenn man mit und in einem Ganzen wirkt." - Johann Wolfgang von Goethe, an Carl Friedrich Zelter, 29. Oktober 1815
  • "Man muss die alltäglichen Arbeiten als Teil eines großen Ganzen sehen. Und wenn der schöpferische Teil des Lebens Erfüllung bringt, erledigt man auch die Dinge, die einfach zur Arbeit gehören." - Anäis Nin, Absage an die Verzweiflung
  • "Männer sollten von Jugend auf Uniform tragen, weil sie sich gewöhnen müssen, zusammen zu handeln, sich unter ihresgleichen zu verlieren, in Masse zu gehorchen und ins Ganze zu arbeiten." - Johann Wolfgang von Goethe, Wahlverwandtschaften II,7
  • "Mögt ihr Stück für Stück bewitzeln, // Doch das Ganze zieht euch an." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A I, Weitläufiger Saal / Gärtnerinnen Vs 5102
  • "Ob die Menschen im Ganzen sich bessern? Ich glaub es, denn einzeln, // Suche man, wie man auch will, sieht man doch gar nichts davon." - Johann Wolfgang von Goethe, Xenien 32 . Goldnes Zeitalter
  • "Sagst du: Gott! so sprichst du vom Ganzen, // Sagst du: Welt! so sprichst du von Schranzen. // Hofschranzen sind noch immer die besten, // ***schranzen fürchte, die allerletzten." - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien IX
  • "So wird man aus dem Ganzen ins Einzelne und aus dem Einzelnen ins Ganze getrieben, man mag wollen oder nicht." - Johann Wolfgang von Goethe, an Sulpiz Boisserée, 25. Februar 1832
  • "Sucht ihr das menschliche Ganze! O suchet es ja nicht beim Ganzen! // Nur in dem schönen Gemüt bildet das Ganze sich ab." - Johann Wolfgang von Goethe, Xenien ans dem Nachlaß 47
  • "Teilen kann ich nicht das Leben, // Nicht das Innen, noch das Außen, // Allen muß das Ganze geben, // Um mit euch und mir zu hausen. // Immer hab ich nur geschrieben, // Wie ichs fühle, wie ichs meine, // Und so spalt ich mich, ihr Lieben, // Und bin immerfort der Eine." - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien VI
  • "Und daß der Einzelne nur froh und glücklich sein kann, wenn er den Mut hat, sich im Ganzen zu fühlen." - Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit II,9
  • "Was hilfts, wenn ihr ein Ganzes dargebracht? // Das Publikum wird es euch doch zerpflücken." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust - Vorspiel auf dem Theater / Direktor Vs 102
  • "Wenn die gesunde Natur des Menschen als ein Ganzes wirkt, wenn er sich in der Welt als in einem großen, schönen, würdigen und werten Ganzen fühlt, wenn das harmonische Behagen ihm ein reines, freies Entzücken gewährt, dann würde das Weltall, wenn es sich selbst empfinden könnte, als an sein Ziel gelangt aufjauchzen und den Gipfel des eigenen Werdens und Wesens bewundern." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Kunst . Winckelmann und sein Jahrhundert . Antikes
  • "Wenn jeder nur als einzelner seine Pflicht tut und jeder nur in dem Kreise seines nächsten Berufes brav und tüchtig ist, so wird es um das Wohl des Ganzen gut stehen." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 20. Oktober 1830
  • "Wer eine Synthese recht prägnant in sich fühlt, der hat eigentlich das Recht zu analysieren, weil er am äußeren Einzelnen sein inneres Ganzes prüft und legitimiert." - Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit IV, 19
  • "Wer Musik nicht liebt, verdient nicht, ein Mensch genannt zu werden, wer sie nur liebt, ist erst ein halber Mensch, wer sie aber treibt, ist ein ganzer Mensch." - Johann Wolfgang von Goethe, Pleyer, August 1822
  • "Wie alles sich zum Ganzen webt, // Eins in dem andern wirkt und lebt!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Nacht / Faust Vs 447
  • "Wir würden unser Wissen nicht für Stückwerk erklären, wenn wir nicht einen Begriff von einem Ganzen hätten." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 1154

Jahrhundert[Bearbeiten]

  • "Auf alle Fälle sind wir genötigt, unser Jahrhundert zu vergessen, wenn wir nach unserer Überzeugung arbeiten wollen." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Schiller, 25. November 1797
  • "Dante erscheint uns groß, aber er hatte eine Kultur von Jahrhunderten hinter sich." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 20. Oktober 1828
  • "Das Genie mit Großsinn sucht seinem Jahrhundert vorzueilen, das Talent aus Eigensinn möchte es oft zurückhalten." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 1010
  • "Das Jahrhundert ist vorgerückt, jeder einzelne aber fängt doch von vorne an." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 1167
  • "Daß alle großen weltgeschichtlichen Begebenheiten, alle großen Weltentdeckungen und Erfindungen, endlich die großen Männer meist nach der zweiten Hälfte oder zum Schlusse eines Jahrhunderts gekommen wären." - Johann Wolfgang von Goethe, A. E. Odyniec, 25. August 1829
  • "Daß der ursprüngliche Wert einer jeden Religion erst nach Verlauf von Jahrhunderten aus ihren Folgen beurteilt werden kann." - Johann Wolfgang von Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Mahmud und Gasna
  • "Denn das ist, bei manchem Entbehren, der große Vorteil des hohen Alters, sich ein ganzes Jahrhundert vorführen zu können und es beinahe als persönlich gegenwärtig anzuschauen." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Biographische Denkmale von Varnhagen v. Ense
  • "Denn der Hauch von vielem Guten, Vergnüglichen, Nützlichen wehet über die Welt, oft Jahrhunderte hindurch, ehe man seinen Einfluß spürt." - Johann Wolfgang von Goethe, Am Rhein, Main und Neckar 1814/15 - Kunst und Altertum - Heidelberg
  • "Denn wie die Jahrhunderte sich aus dem Ernsten in das Gefällige bilden, so bilden sie den Menschen mit, ja sie erzeugen ihn so." - Johann Wolfgang von Goethe, Italienische Reise II, 23. März 1787
  • "Der Deutsche, seit beinahe zwei Jahrhunderten in einem unglücklichen tumultuarischen Zustande verwildert, begab sich bei den Franzosen in die Schule, um lebensartig zu werden, und bei den Römern, um sich würdig auszudrücken." - Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit II,7
  • "Der Menschen Leben ist kurz, und in Einer Generation kommen nicht alle Casus vor. Eine Sammlung solcher Fälle von vielen Jahrhunderten ist unser Gesetzbuch." - Johann Wolfgang von Goethe, Götz A I, Palast zu Bamberg / Olearius
  • "Der schwache Faden, der sich aus dem manchmal so breiten Gewebe des Wissens und der Wissenschaften durch alle Zeiten, selbst die dunkelsten und verworrensten, ununterbrochen fortzieht, wird durch Individuen durchgeführt. Diese werden in einem Jahrhundert wie in dem andern von der besten Art geboren und verhalten sich immer auf dieselbe Weise gegen jedes Jahrhundert, in welchem sie vorkommen. Sie stehen nämlich mit der Menge im Gegensatz, ja im Widerstreit." - Johann Wolfgang von Goethe, Geschichte der Farbenlehre 3. Abt. - Lücke
  • "Der unschätzbare Vorteil, welchen die Ausländer gewinnen, indem sie unsere Literatur erst jetzt gründlich studieren, ist der, daß sie über die Entwicklungskrankheiten, durch die wir nun schon beinahe während dem Laufe des Jahrhunderts durchgehen mußten, auf einmal weggehoben werden und, wenn das Glück gut ist, ganz eigentlich daran sich auf das wünschenswerteste ausbilden." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 730
  • "Die früheren Jahrhunderte hatten ihre Ideen in Anschauungen der Phantasie, unseres bringt sie in Begriffe. Die großen Ansichten des Lebens waren damals in Gestalten, in Götter gebracht, heutzutage bringt man sie in Begriffe. Dort war die Produktionskraft größer, heute die Zerstörungskraft oder die Scheidekunst." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Wilhelm Riemer, 10. Mai 1806
  • "Die größten Menschen hängen immer mit ihrem Jahrhundert durch eine Schwachheit zusammen." - Johann Wolfgang von Goethe, Wahlverwandtschaften II,5
  • "Die Menschen sind als Organe ihres Jahrhunderts anzusehen, die sich meist unbewußt bewegen." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 957
  • "Die Reihe von wirklichen Erfindungen ist gering, besonders, wenn man sie durch ein paar Jahrhunderte im Zusammenhange betrachtet. Das meiste, was getrieben wird, ist doch nur Wiederholung von dem, was dieser oder jener berühmte Vorgänger gesagt hat." - Johann Wolfgang von Goethe, J. D. Falk, 28. Februar 1809
  • "Diese Bücher- und Stubengelehrsamkeit, dies Klugwerden und Klugmachen aus nachgeschriebenen Heften ist auch die alleinige Ursache, daß die Zahl der wahrhaft nützlichen Entdeckungen durch alle Jahrhunderte so gering ist." - Johann Wolfgang von Goethe, J. D. Falk, 29. Februar 1809
  • "Ein unzulängliches Wahre wirkt eine Zeitlang fort, statt völliger Aufklärung aber tritt auf einmal ein blendendes Falsche herein, das genügt der Welt, und so sind Jahrhunderte betört." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 146
  • "Eine bedeutende Schrift ist, wie eine bedeutende Rede, nur Folge des Lebens, der Schriftsteller so wenig als der handelnde Mensch bildet die Umstände, unter denen er geboren wird und unter denen er wirkt. Jeder, auch das größte Genie, leidet von seinem Jahrhundert in einigen Stücken, wie er von andern Vorteil zieht, und einen vortrefflichen Nationalschriftsteller kann man nur von der Nation fordern." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Literar. Sansculottismus
  • "Eine falsche Hypothese ist besser als gar keine, denn daß sie falsch ist, ist gar kein Schade, aber wenn sie sich befestigt, wenn sie allgemein angenommen, zu einer Art von Glaubensbekenntnis wird, woran niemand zweifeln, welches niemand untersuchen darf, dies ist eigentlich das Unheil, woran Jahrhunderte leiden." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Analyse und Synthese
  • "Eine große Epoche hat das Jahrhundert geboren, // Aber der große Moment findet ein kleines Geschlecht." - Johann Wolfgang von Goethe, Xenien 31 - Der Zeitpunkt
  • "Eingefroren sahen wir so Jahrhunderte starren, // Menschengefühl und Vernunft schlich nur verborgen am Grund." - Johann Wolfgang von Goethe, Vier Jahreszeiten . Winter 86
  • "Hätte ich aber so deutlich wie jetzt gewußt, wie viel Vortreffliches seit Jahrhunderten und Jahrtausenden da ist, ich hätte keine Zeile geschrieben, sondern etwas anderes getan." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 16. februar 1826
  • "Ich glaube, daß alles, was das Genie, als Genie, tut, unbewußt geschehe. Der Mensch von Genie kann auch verständig handeln nach gepflogener Überlegung aus Überzeugung, das geschieht aber alles nur so nebenher. […] Je mehr das Jahrhundert selbst Genie hat, desto mehr ist das einzelne gefördert." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Schiller, 3. April 1801
  • "Ich sage dies, indem ich erwäge, wie oft ein einziger Gedanke ganzen Jahrhunderten eine andere Gestalt gab und wie einzelne Menschen durch das, was von ihnen ausging, ihrem Zeitalter ein Gepräge aufdrückten, das noch in nachfolgenden Geschlechtern kenntlich blieb und wohltätig fortwirkte." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 11. März 1828
  • "Jedes Jahrhundert strebt nach seiner Art ins Saeculum und sucht, das Heilige gemein, das Schwere leicht und das Ernste lustig zu machen, wogegen gar nichts zu sagen wäre, wenn nur nicht darüber Ernst und Spaß zu Grunde gingen." - Johann Wolfgang von Goethe, an Carl Friedrich Zelter, 18. März 1811
  • "Man bildet sich vergebens ein, daß man allen literarischen Erscheinungen face machen könnte, es geht einmal nicht, man tappt in allen Jahrhunderten, in allen Weltteilen herum und ist doch nicht überall zu Hause, stumpft sich Sinn und Urteil ab, verliert Zeit und Kraft." - Johann Wolfgang von Goethe, F. v. Müller, 27. Januar 1830
  • " Weiß hat Newton gemacht aus allen Farben. Gar manches // Hat er euch weisgemacht, das ihr ein Säkulum glaubt." - Johann Wolfgang von Goethe, Venezianische Epigramme 78
  • "Seltne Taten werden durch Jahrhunderte nachahmend zum Gesetz geheiligt." - Johann Wolfgang von Goethe, Iphigenie 1. Fassung A V Sz 6 / Orest
  • "So wirkt mit Macht der edle Mann // Jahrhunderte auf seinesgleichen: // Denn was ein guter Mensch erreichen kann, // Ist nicht im engen Raum des Lebens zu erreichen." - Johann Wolfgang von Goethe, Künstlers Apotheose - Muse
  • "Und dann ist die Zeit ein wunderlich Ding. Sie ist ein Tyrann, der seine Launen hat, und der zu dem, was einer sagt und tut, in jedem Jahrhundert ein ander Gesicht macht." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 25. Februar 1824
  • "Und man wird sich durch die Erfahrung überzeugen, wie es bisher der Fortschritt der Wissenschaften bewiesen hat, daß der reellste und ausgebreitetste Nutzen für die Menschen nur das Resultat großer und uneigennütziger Bemühungen sei, welche weder taglöhnermäßig ihren Lohn am Ende der Woche fordern dürfen, aber auch dagegen ein nützliches Resultat für die Menschheit weder am Ende eines Jahres, noch Jahrzehnts, noch Jahrhunderts vorzulegen brauchen." - Johann Wolfgang von Goethe, Versuch einer allgemeinen Vergleichungslehre
  • "Und was hat mehr das Recht, Jahrhunderte // Zu bleiben und im stillen fortzuwirken, // Als das Geheimnis einer edlen Liebe, // Dem holden Lied bescheiden anvertraut?" - Johann Wolfgang von Goethe, Tasso A II Sz 1 / Tasso Vs 1105f.
  • "Uns lehret Weisheit am Ende // Das Jahrhundert, wen hat das Geschick nicht geprüft? // Blicket heiterer nun auf jene Schmerzen zurücke, // Wenn euch ein fröhlicher Sinn manches entbehrlich erklärt. // [[Menschen lernten wir kennen und Nationen, so laßt uns, // Unser eigenes Herz kennend, uns dessen erfreun." - Johann Wolfgang von Goethe, Elegien - Hermann und Dorothea
  • "Wenn man Zeuge ist, wie in einem so hellen Jahrhunderte doch in manchen Fächern die Kritik ermangelt, so erfreut man sich an einem Musterbilde, das, uns vor das Auge gestellt, zu begreifen gibt, was Kritik denn eigentlich sei." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Römische Geschichte von Niebuhr
  • "Wenn Tugend und Rechtschaffenheit statt der Kabale und der Laster unseres Jahrhunderts, statt der Bosheit der Priester und unsers Volkes wieder einmal die Oberhand gewinnen, dann erst kann der Barde seine Saiten umspannen und seinen Zeiten gemäß singen." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Die Lieder Sineds des Barden

Saite[Bearbeiten]

Instrument[Bearbeiten]

  • "Das Instrument sollte nur die Stimme begleiten, denn Melodien, Gänge und Läufe ohne Worte und Sinn scheinen mir Schmetterlingen oder schönen bunten Vögeln ähnlich zu sein, die in der Luft vor unsern Augen herumschweben, die wir allenfalls haschen und uns zueignen möchten, da sich der Gesang dagegen wie ein Genius gen Himmel hebt und das bessere Ich in uns ihn zu begleiten anreizt." - Johann Wolfgang von Goethe, Lehrjahre II,1
  • "Denn ob er [der Ehestand] gleich nur ein Duett ist und man doch denken sollte, zwei Stimmen, ja zwei Instrumente müßten einigermaßen übereingestimmt werden können, so trifft es doch selten zu, denn wenn der Mann einen Ton angibt, so nimmt ihn die Frau gleich höher und der Mann wieder höher, da geht es denn aus dem Kammer- in den Chorton und immer so weiter hinauf, daß zuletzt die blasenden Instrumente selbst nicht folgen können." - Johann Wolfgang von Goethe, Wanderjahre III,6
  • "Die Seele aber wird immer tiefer in sich selbst zurückgeführt, jemehr man die Menschen nach ihrer und nicht nach seiner Art behandelt, man verhält sich zu ihnen wie der Musikus zum Instrument." - Johann Wolfgang von Goethe, an Charlotte von Stein, 13. Mai 1782
  • "Es gilt, den technischen Fortschritt ganz gezielt zum Instrument für den humanen Fortschritt zu machen." - Hans-Dietrich Genscher, Chancen des technischen Fortschritts für die Zukunft Europas (1986)
  • "Ich habe mich in den Naturwissenschaften ziemlich nach allen Seiten hin versucht, jedoch gingen meine Richtungen immer nur auf solche Gegenstände, die mich irdisch umgaben und die unmittelbar durch die Sinne wahrgenommen werden konnten, weshalb ich mich denn auch nie mit Astronomie beschäftigt habe, weil hierbei die Sinne nicht mehr ausreichen, sondern weil man hier schon zu Instrumenten, Berechnungen und Mechanik seine Zuflucht nehmen muß, die ein eigenes Leben erfordern und die nicht meine Sache waren." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 1. Februar 1827
  • "Jedes Werk, was der Mensch treibt, hat, möcht ich sagen, einen Geruch. Wie im groben Sinn der Reiter nach Pferden riecht, der Buchladen nach leichtem Moder und um den Jäger nach Hunden. So ists auch im Feinem. Die Materie, woraus einer formt, die Werkzeuge, die einer braucht, die Glieder, die er dazu anstrengt, das alles zusammen gibt eine gewisse Häuslichkeit und Ehstand dem Künstler mit seinem Instrument." - Johann Wolfgang von Goethe, Tagebuch, 14. Juli 1779
  • "Musik kann sich am längsten erhalten. Dieses Talent kann mit Glück bis in ein höheres Alter geübt werden, auch ist es, was einzelne Instrumente betrifft, allgemeiner und von jungen Leuten erreichbar." - Johann Wolfgang von Goethe, Reise in die Schweiz 1797, Tübingen, 11.9. . An den Herzog von Weimar
  • "Nur in der Mäßigkeit ist der Reichtum, wer seine Sache versteht, tut mit zwei Violinen, Viole und Baß mehr als andre mit der ganzen Instrumentenkammer." - Johann Wolfgang von Goethe, an Philipp Christoph Kayser, 20. Januar 1780
  • "Nutzen, das ist eure Sache. Ihr mögt mich benutzen, aber ich kann mich nicht auf den Kauf oder Nachfrage einrichten. Was ich kann und verstehe, das werdet ihr benutzen, sobald ihr wollt und das Bedürfnis danach habt. Zu einem Instrument gebe ich mich nicht her, und jede Profession ist ein Instrument oder, wollt ihr es vornehmer ausgedrückt, ein Organ." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Wilhelm Riemer, Anfang 1807
  • "Ob wir gleich Stimmen und Instrumente in Weimar haben und ich noch dazu der Vorgesetzte solcher Anstalten bin, so habe ich doch niemals zu einem musikalischen Genuss in einer gewissen Folge gelangen können." - Johann Wolfgang von Goethe, an Carl Friedrich Zelter, 27. Juli 1807
  • "Oh, ihr Götter, denk ich, was bedürfen wir irgend der Freunde, wenn wir ihrer niemals bedürften? Sie wären ja die unnützesten Geschöpfe auf der Welt, wenn wir sie nie gebrauchten, und glichen lieblichen Instrumenten, die in ihrem Kasten an der Wand hängen und ihre Töne für sich selbst behalten. (O, you gods! think I, what need we have any friends, if we should neer have need of em? they were the most needless creatures living, should we neer have use for em, and would most resemble sweet instruments hung up in cases, that keep their sounds to themselves )." - William Shakespeare, Timon von Athen I,2
  • "Welch ein leidig Instrument die Orgel sei, ist mir gestern Abend in dem Chor von St. Peter recht aufgefallen, man begleitete damit den Gesang bei der Vesper, es verbindet sich so gar nicht mit der Menschenstimme und ist so gewaltig." - Johann Wolfgang von Goethe, Italienische Reise III, 7. März 1788
  • "Wie der Italiener mit dem Gesang, so verfuhr der Deutsche mit der Instrumentalmusik. Er betrachtete sie auch eine Zeitlang als eine besondere, für sich bestehende Kunst, vervollkommnete ihr Technisches und übte sie, fast ohne weiteren Bezug auf Gemütskräfte, lebhaft aus, da sie denn bei einer, dem Deutschen wohl gemäßen, tiefern Behandlung der Harmonie zu einem hohen, für alle Völker musterhaften Grade gelangt ist." - Johann Wolfgang von Goethe, Rameaus Neffe, Anmerkungen
  • "Zum Teufel erst das Instrument! // Zum Teufel hinterdrein den Sänger!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Nacht / Valentin Vs 3700

Musiker[Bearbeiten]

Maler[Bearbeiten]

  • "Das Auge war vor allen anderen das Organ, womit ich die Welt faßte. Ich hatte von Kindheit auf zwischen Malern gelebt, und mich gewöhnt, die Gegenstände wie sie in bezug auf die Kunst anzusehen." - Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit II,6
  • "Das Schwache ist ein Charakterzug unseres Jahrhunderts. Ich habe die Hypothese, daß es in Deutschland eine Folge der Anstrengung ist, die Franzosen los zu werden. Maler, Naturforscher, Bildhauer, Musiker, Poeten, es ist, mit wenigen Ausnahmen, alles schwach, und in der Masse steht es nicht besser." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 12. Februar 1829
  • "Denn das wirkliche Sehen ist, sowohl in dem Auge als an den Gegenständen, durch unendliche Zufälligkeiten bedingt, da hingegen der Maler nach Gesetzen malt, wie die Gegenstände, durch Licht, Schatten und Farbe voneinander abgesondert, in ihrer vollkommensten Sehbarkeit von einem gesunden frischen Auge geschaut werden sollen." - Johann Wolfgang von Goethe, Am Rhein, Main und Neckar 1814/15 . Kunst und Altertum . Heidelberg
  • "Der feurigste Maler darf nicht sudeln, so wenig als der feurigste Musikus falsch greifen darf; das Organ, in dem die größte Gewalt und Geschwindigkeit sich äußern will, muß erst richtig sein. Wenn Raffael und Albrecht Dürer auf dem höchsten Gipfel stehen, was soll ein echter Schüler mehr fliehen als die Willkürlichkeit?" - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Müller (genannt Maler Müller), 21. Juni 1781
  • "Der Geschichtsmaler, der eigentliche Menschendarsteller, hat in bezug auf Landschaft große Vorteile, aus dem Wirklichen zieht er das Bedeutende, findet das Merkwürdige unter jeder Bedingung, weiß ihm Gestalt und Adel zu verleihen." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Kunst . Wilhelm Tischbeins Idyllen II
  • "Der Maler darf also nur einigermaßen Künstler sein, so findet er schon ein größeres Publikum als der Musiker, der auf, gleichem Grade stünde, wenigstens kann der geringere Maler immer für sich operieren, anstatt daß der mindere Musiker sich mit andern soziieren muß, um durch gesellige Leistung einigen Effekt zu tun." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 491
  • "Der Maler, wenn er aus dem mehr oder weniger Manierierten sich durch eigene Anschauung der Wirklichkeit retten will, hat den doppelten Weg, die Nachahmung der Natur oder die Nachbildung schon vorhandener Kunstwerke." - Johann Wolfgang von Goethe, Am Rhein, Main und Neckar 1814/15 . Kunst und Altertum . Heidelberg
  • "Der Musiker ist glücklicher als der Maler: er spendet willkommene Gaben aus, persönlich, unmittelbar, anstatt das der letzte nur gibt, wenn die Gabe sich von ihm absonderte." - Johann Wolfgang von Goethe, Wanderjahre I,6
  • "Der sogenannte Historienmaler hat an einem Gegenstand mit dem Bildhauer einerlei Interesse. Er soll den Menschen kennen lernen, um ihn dereinst in bedeutenden Augenblicken darzustellen." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Kunst." - Über die Ausbildung eines jungen Malers
  • "Der Tod ist ein sehr mittelmäßiger Porträtmaler. Ich meinerseits will ein seelenvolleres Bild, als seine Masken, von meinen sämtlichen Freunden im Gedächtnis aufbewahren." - Johann Wolfgang von Goethe, J. D. Falk, 25. Januar 1813
  • "Ein großer Maler wie der andre lockt durch große und kleine empfundene Naturzüge den Zuschauer, daß er glauben soll, er sei in die Zeiten der vorgestellten Geschichte entrückt, und wird nur in die Vorstellungsart, in das Gefühl des Malers versetzt." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Kunst . Aus Goethes Brieftasche . Nach Falconet und über Falconet
  • "Ein Landschaftsmaler muß viele Kenntnisse haben. Es ist nicht genug, daß er Perspektive, Architektur und die Anatomie des Menschen und der Tiere verstehe, sondern er muß sogar auch einige Einsichten in die Botanik und Mineralogie besitzen. Erstere, damit er das Charakteristische der Bäume und Pflanzen, und letztere, damit er den Charakter der verschiedenen Gebirgsarten gehörig auszudrücken verstehe." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 21. Dezember 1831
  • "Ein Schauspieler sollte eigentlich auch bei einem Bildhauer und Maler in die Lehre gehen. So ist ihm, um einen griechischen Helden darzustellen, durchaus nötig, daß er die auf uns gekommenen antiken Bildwerke wohl studiert und sich die ungesuchte Grazie ihres Sitzens, Stehens und Gehens wohl eingeprägt habe." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 1. April 1827
  • "Gebt nur den Malern und Kunstbeflissenen zu leben und zu tun, so werden sich schon von selber Schüler bilden." - Johann Wolfgang von Goethe, an Sulpiz Boisserée, 2. August 1815
  • "Gesetzt, das Schicksal hätte einen zu einem großen Maler bestimmt, und dem Zufall beliebte es, seine Jugend in schmutzige Hütten, Ställe und Scheunen zu verstoßen, glauben Sie, daß ein solcher Mann sich jemals zur Reinlichkeit, zum Adel, zur Freiheit der Seele erheben werde? Mit je lebhafterem Sinn er das Unreine in seiner Jugend angefaßt und nach seiner Art veredelt hat, desto gewaltsamer wird es sich in der Folge seines Lebens an ihm rächen, indem es sich, inzwischen, daß er es zu überwinden suchte, mit ihm aufs innigste verbunden hat." - Johann Wolfgang von Goethe, Lehrjahre II,9
  • "Ich verdenke dem Schauspieler nicht, wenn er sich zu dem Maler gesellt, der Maler jedoch ist in solcher Gesellschaft verloren. Gewissenlos wird der Schauspieler, was ihm Kunst und Leben darbietet, zu seinen flüchtigen Zwecken verbrauchen und mit nicht geringem Gewinn, der Maler hingegen, der vom Theater auch wieder seinen Vorteil ziehen möchte, wird sich immer im Nachteil finden und der Musikus im gleichen Falle sein." - Johann Wolfgang von Goethe, Wanderjahre II,8
  • "In der wahren Kunst gibt es keine Vorschule, wohl aber Vorbereitungen, die beste jedoch ist die Teilnahme des geringsten Schülers am Geschäft des Meisters. Aus Farbenreibern sind treffliche Maler hervorgegangen." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 448
  • "Manche Geschöpfe sind ganz dämonischer Art, in manchen sind Teile von ihm wirksam. […] Unter den Künstlern findet es sich mehr bei Musikern, weniger bei Malern. Bei Paganini zeigt es sich im hohen Grade, wodurch er denn auch so große Wirkungen hervorbringt." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 2. März 1831
  • "Und, wenn ich Ihnen raten darf, so werden Sie mehr Vorteil finden, zu suchen, wo Schönheit sein möchte als ängstlich zu fragen, was sie ist. Einmal für allemal bleibt sie unerklärlich, sie erscheint uns wie im Traum, wenn wir die Werke der großen Dichter und Maler, kurz, aller empfindenden Künstler betrachten, es ist ein schwimmendes, glänzendes Schattenbild, dessen Umriß keine Definition hascht." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Ludwig Hetzler d.J., 14. Juli 1770
  • "Unsern jungen Malern fehlt es an Gemüt und Geist, ihre Erfindungen sagen nichts und wirken nichts, sie malen Schwerter, die nicht hauen und Pfeile, die nicht treffen, und es dringt sich mir oft auf, als wäre aller Geist aus der Welt verschwunden." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 13. Dezember 1826
  • "Viele junge Maler würden nie einen Pinsel in die Hand genommen haben, wenn sie früh genug gewußt und begriffen hätten, was denn eigentlich ein Meister wie Raffael gemacht hat." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 20. April 1825
  • "Wenn ich jüngere deutsche Maler, sogar solche, die sich eine Zeitlang in Italien aufgehalten, befrage, warum sie doch, besonders in ihren Landschaften, so widerwärtige grelle Töne dem Auge darstellen und vor aller Harmonie zu fliehen scheinen, so geben sie wohl ganz dreist und getrost zur Antwort, sie sähen die Natur genau auf solche Weise." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 467
  • "Wie Malern, Bildhauern, Baumeistern, so geht es auch dem Liebhaber: er arbeitet einsam, für Genüsse, die er mit andern zu teilen so kaum in den Fall kommt." - Johann Wolfgang von Goethe, Kampagne in Frankreich, November 1792 - Zwischenrunde

Pfeife[Bearbeiten]

  • "Das Rauchen macht dumm, es macht unfähig zum Denken und Dichten. Es ist auch nur für Müßiggänger, für Menschen, die Langeweile haben, die ein Dritteil des Lebens verschlafen, ein Dritteil mit Essen und Trinken und andern notwendigen oder überflüssigen Dingen hindudeln und alsdann nicht wissen, obgleich sie immer vita brevis sagen, was sie mit dein letzten Dritteil anfangen sollen. Für solche faule Türken ist der liebevolle Verkehr mit den Pfeifen und der behagliche Anblick der Dampfwolke, die sie in die Luft blasen, eine geistvolle Unterhaltung, weil sie ihnen über die Stunden hinweghilft." - Johann Wolfgang von Goethe, an Karl Ludwig von Knebel, 1776-1806
  • "Ein Mann ist immer mehr als Herrchen, die nur pfeifen. - Johann Wolfgang von Goethe, Mitschuldigen A I Sz 2 / Söller
  • "Man weiß: das Volk taugt aus dem Grunde nichts, // Geschnürten Leibs, geschminkten Angesichts. // Nichts haben sie Gesundes zu erwidern, // Wo man sie anfaßt, morsch in allen Gliedern. // Man weiß, man siehts, man kann es greifen, // Und dennoch tanzt man, wenn die Luder pfeifen!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A II, Am obern Peneios / Mephisto Vs 7714

Realist[Bearbeiten]

Idealist[Bearbeiten]

  • "Der transzendentelle Idealist glaubt nun freilich ganz oben zu stehen, eins will mir aber nicht an ihm gefallen, daß er mit den andern Vorstellungsarten streitet, denn man kann eigentlich mit keiner Vorstellungsart streiten." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Schiller, 6. Januar 1798
  • "Ebenso mag sich der Idealist gegen die Dinge an sich wehren, wie er will, er stößt doch, ehe er sichs versieht, an die Dinge außer ihm, und wie mir scheint, sie kommen ihm immer beim ersten Begegnen so in die Quere wie dem Chineser die Glutpfanne." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Schiller, 6. Januar 1798
  • "Jedem Alter des Menschen antwortet eine gewisse Philosophie. Das Kind erscheint als Realist, denn es findet sich so überzeugt von dem Dasein der Birnen und Äpfel als von dem seinigen. Der Jüngling, von innern Leidenschaften bestürmt, muß auf sich selbst merken, sich vorfühlen: er wird zum Idealisten umgewandelt. Dagegen ein Skeptiker zu werden, hat der Mann alle Ursache, er tut wohl zu zweifeln, ob das Mittel, das er zum Zwecke gewählt hat, auch das rechte sei. Vor dem Handeln, im Handeln hat er alle Ursache, den Verstand beweglich zu erhalten, damit er nicht nachher sich über eine falsche Wahl zu betrüben habe. Der Greis jedoch wird sich immer zum Mystizismus bekennen." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 806
  • "Wir sind Sensualisten, solange wir Kinder sind, Idealisten, wenn wir lieben und in den geliebten Gegenstand Eigenschaften legen, die nicht eigentlich darin sind. Die Liebe wankt, wir zweifeln an der Treue und sind Skeptiker, ehe wir es glaubten. Der Rest des Lebens ist gleichgültig, wir lassen es gehen, wie es will, und endigen mit dem Quietismus." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 17. Februar 1829

Suppe[Bearbeiten]

Sammlung[Bearbeiten]

  • Denn das Eigne hat eine bestimmte Sammlung, daß sie das Zerstreute an sich zieht und selbst die Affektion eines Besitzers gegen irgendein einzelnes Kleinod, durch die Gewalt der Masse, gleichsam aufhebt und vernichtet." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Kunst - Der Sammler und die Seinigen 3. Brief
  • Denn ich fühle recht gut, daß meine Natur nur nach Sammlung und Stimmung strebt und an allem keinen Genuß hat, was diese hindert." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Schiller, 12. August 1797
  • Die Poesie verlangt, ja sie gebietet Sammlung, sie isoliert den Menschen wider seinen Willen, sie drängt sich wiederholt auf und ist in der breiten Welt (um nicht zu sagen in der großen) so unbequem wie eine treue Liebhaberin." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Schiller, 9. August 1797
  • Eine Sammlung von Anekdoten und Maximen ist für den Weltmann der größte Schatz, wenn er die ersten an schicklichen Orten ins Gespräch einzustreuen, der letzten im treffenden Falle sich zu erinnern weiß." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 190
  • Es würde nämlich nicht schwer werden, sich so einzurichten, dass man auf der Reise selbst mit Sammlung und Zufriedenheit arbeiten könnte, denn wenn sie zu gewissen Zeiten zerstreut, so führt sie uns zu andern desto schneller auf uns selbst zurück, der Mangel an äußeren Verhältnissen und Verbindungen, ja die Langeweile ist demjenigen günstig, der manches zu verarbeiten hat." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Schiller, 14. Oktober 1797

Produktion[Bearbeiten]

  • "Dass sich der Leser produktiv verhalten muß, wenn er an irgend einer Produktion teilnehmen will." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Schiller, 19. Bovember 1796
  • "Die zur Produktion so nötige Muße fehlt immer mehr, je älter man wird." - Johann Wolfgang von Goethe, An W. v. Humboldt, 15. September 1800
  • "Doppelte Ansicht der literarischen Produktionen, moralisch und ästhetisch, nach ihren Wirkungen, und nach ihrem Kunstwert. Gewirkt hat das schlechteste Werk so gut als das beste, der Werther, der Siegwart, der Messias, Geßners Idyllen, der schlechteste Roman wie der beste, aber sie sind nicht alle - Kunstwerke." - Johann Wolfgang von Goethe, Riemer, 23. Oktober 1810
  • "Und so muß man immer wiederholen: das geborene Talent wird zur Produktion gefordert, es fordert dagegen aber auch eine natur- und kunstgemäße Entwicklung für sich, es kann sich seiner Vorzüge nicht begeben und kann sie ohne äußere Zeitbegünstigung nicht gemäß vollenden." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Kunst - Antik und Modern
  • "Wenn man auch keine Art der Produktion aus dem Reiche der Literatur ausschließen kann und soll, so besteht denn doch das immerfort sich wiederholende Unheil darin, daß, wenn irgend eine Art von wunderlicher Komposition sich hervortut, der Verfasser von dem einmal betretenen Pfade nicht weichen kann und mag. Was aber hiebei das Schlimmste, ist, daß er gar viele mit mehr oder weniger Talent begabte Zeitgenossen nach sich reißt." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur. The Foreign Quarterly Review No. 1
  • "Wer mit seinen Produktionen stets zufrieden ist, wird nicht weit kommen." - Johann Wolfgang von Goethe, J.Ch.Lobe, Mitte April 1820

Parasit[Bearbeiten]

  • "Der wahre Schmecker, Der Tellerlecker, Er riecht den Braten, Er ahnet Fische; Das regt zu Taten An Gönners Tische." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust 11 (Parasiten)
  • Erst habt ihr die Großen beschmaust, nun wollt ihr sie stürzen, // Hat man Schmarotzer doch nie dankbar dem Wirte gesehn. ." - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien 216 - An mehr als einen

Neujahr[Bearbeiten]

Lorbeer[Bearbeiten]

  • "Der Lorbeerkranz ist, wo er dir erscheint, // Ein Zeichen mehr des Leidens als des Glücks." - Johann Wolfgang von Goethe, Tasso A III Sz 4 / Leonore VS 2038f.
  • "Gar viele Dinge sind in dieser Welt, // Die man dem andern gönnt und gerne teilt, // Jedoch es ist ein Schatz, den man allein // Dem Hochverdienten gerne gönnen mag, // Ein andrer, den man mit dem Höchstverdienten // Mit gutem Willen niemals teilen wird - // Und fragst du mich nach diesen beiden Schätzen: // Der Lorbeer ist es und die Gunst der Frauen." - Johann Wolfgang von Goethe, Tasso A III Sz 4 / Antonio VS 2013f.
  • "Hast du ein Lorbeerreis nur bestimmt, so laß es am Zweige // Weiter grünen, und gib einst es dem Würdigem hin." - Johann Wolfgang von Goethe, Elegien II . Hermann und Dorothea
  • "So lern auch diese Zweige [Lorbeer] tragen, die // Das Schönste sind, was wir dir geben können. // Wem einmal würdig sie das Haupt berührt, // Dem schweben sie auf ewig um die Stirne." - Johann Wolfgang von Goethe, Tasso A I Sz 3 / Prinzessin Vs 523f.

Kleinod[Bearbeiten]

  • "Denn das Eigne hat eine bestimmte Sammlung, daß sie das Zerstreute an sich zieht und selbst die Affektion eines Besitzers gegen irgendein einzelnes Kleinod, durch die Gewalt der Masse, gleichsam aufhebt und vernichtet." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Kunst - Der Sammler und die Seinigen 3. Brief
  • "Die Ruhe der Seele ist ein herrliches Ding und die Freude an sich selbst. Lieber Freund, wenn nur das Kleinod nicht eben so zerbrechlich wäre, als es schön und kostbar ist." - Johann Wolfgang von Goethe, Werther 2. Buch, 17. Februar
  • Ja, so schätzet der Mensch das Leben, als heiliges Kleinod, || Daß er jenen am meisten verehrt, der es trotzig verschmähet. - Johann Wolfgang von Goethe, Achilleis 1. Gesang Vs 528

Gottesdienst[Bearbeiten]

  • "Der protestantische Gottesdienst hat zu wenig Fälle und Konsequenz, als daß er die Gemeine zusammenhalten könnte, daher geschieht es leicht, daß Glieder sich von ihr absondern..." - Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit II,7
  • "Hier und da fehlt es auch nicht an etwas Abgeschmacktem, damit die Menschheit versöhnt und angezogen werde. Es ist dieses überhaupt der Genius des katholischen äußeren Gottesdienstes..." - Johann Wolfgang von Goethe, Italienische Reise I, 3. September 1786

Galeere[Bearbeiten]

  • "Die Menschen kennen sich einander nicht, // Nur die Galeerensklaven kennen sich, // Die eng an eine Bank geschmiedet keuchen, // Wo keiner was zu fordern hat und keiner // Was zu verlieren hat, die kennen sich, // Wo jeder sich für einen Schelmen gibt // Und seinesgleichen auch für Schelmen nimmt." - Johann Wolfgang von Goethe, Tasso A V Sz 5 / Tasso Vs 3338f.

Element[Bearbeiten]

Dünkel[Bearbeiten]

  • "Aber freilich, wenn wir Deutschen nicht aus dem engen Kreise unserer eigenen Umgebung hinausblicken, so kommen wir gar zu leicht in diesen pedantischen Dünkel. Ich sehe mich daher gern bei fremden Nationen um und rate jedem, es auch seinerseits zu tun." - Johann Wolfgang von Goethe, Eckermann, 31. Januar 1827
  • "Allgemeine Begriffe und großer Dünkel sind immer auf dem Wege, entsetzliches Unglück anzurichten." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 471
  • "Der Dünkel führt uns gewiß zum Bösen, ja, wenn er unbedingt ist, zum Schlechten, ohne daß man gerade sagen könnte, daß der Mensch, der schlecht handelt, schlecht sei." - Johann Wolfgang von Goethe, An Knebel, 8. April 1812
  • "Der unglaubliche Dünkel, in den die jungen Leute jetzt hineinwachsen, wird sich in einigen Jahren zu den größten Narrheiten manifestieren." - Johann Wolfgang von Goethe, An Zelter, 14. April 1816
  • "Du sprichst ja wie Hans Liederlich: // Der begehrt jede liebe Blum für sich, // Und dünkelt ihm, es wär kein Ehr // Und Gunst, die nicht zu pflücken wär!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Straße / Mephisto Vs 2628f.
  • "Es ist bloß ein Dünkel der Eltern, wenn sie sich einbilden, daß ihr Dasein für die Kinder so nötig sei." - Johann Wolfgang von Goethe, Wahlverwandtschaften II,12
  • "Es scheint, dass die gütige Natur allen denen, die bei ihr in höherer Hinsicht zu kurz gekommen sind, die Einbildung und den Dünkel als versöhnendes Ausgleichungs- und Ergänzungsmittel gegeben hat." - Johann Wolfgang von Goethe, Eckermann, 5. April 1830
  • "Es steht geschrieben, selig sind, die im Herrn entschlafen, aber noch seliger sind die, welche über irgendeinen Dünkel toll geworden." - Johann Wolfgang von Goethe, An W. v. Humboldt, 8. Februar 1813
  • "Man kann nur etwas aussprechen, was dem Eigendünkel und der Bequemlichkeit schmeichelt, um eines großen Anhanges in der mittelmäßigen Menge gewiß zu sein." - Johann Wolfgang von Goethe, Eckermann, 22. März 1831
  • "So wahr ist es, daß alles was den Menschen innerlich in seinem Dünkel bestärkt, seiner heimlichen Eitelkeit schmeichelt, ihm dergestalt höchlich erwünscht ist, daß er nicht weiter fragt, ob es ihm sonst auf irgendeine Weise zur Ehre oder zur Schmach gereichen könne." - Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit I,2
  • "Überhaupt, da man in jungen Jahren einen gewissen selbstgefälligen Dünkel nicht leicht ablegt, so äußert sich dieser besonders darin, daß man sich im kurz Vorhergegangenen verachtet..." - Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit II,8
  • "Übrigens sind Bescheidenheit und Dünkel sittliche Dinge so geistiger Art, daß sie wenig mit dem Körper zu schaffen haben. Bei Bornierten und geistig Dunkelen findet sich der Dünkel, bei geistig Klaren und Hochbegabten aber findet er sich nie." - Johann Wolfgang von Goethe, Eckermann, 5. April 1830
  • "Weil man sich aber vor geistigen Einwirkungen, aus einem gewissen frevelhaften Dünkel immer sicherer hält als vor körperlichen..." - Johann Wolfgang von Goethe, Tag- und Jahreshefte 1811
  • "Wenn man der Jugend reine Wahrheit sagt, // Die gelben Schnäbeln keineswegs behagt, // Sie aber hintendrein nach Jahren // Das alles derb an eigner Haut erfahren, // Dann dünkeln sie, es käm aus eignem Schopf." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II, Vers 6744 ff. / Mephistopheles

Camera obscura[Bearbeiten]

Braten[Bearbeiten]

Balsam[Bearbeiten]

Amor[Bearbeiten]

Altar[Bearbeiten]

  • "Mich ergriff ein wunderbar Verlangen, das Oberhaupt der Kirche möge den goldenen Mund auftun und, von dem unaussprechlichen Heil der seligen Seelen mit Entzücken sprechend, uns in Entzücken versetzen. Da ich ihn aber vor dem Altare sich nur hin und her bewegen sah, bald nach dieser, bald nach jener Seite sich wendend, sich wie ein gemeiner Pfaffe gebärdend und murmelnd, da regte sich die protestantische Erbsünde, und mir wollte das bekannte und gewohnte Meßopfer hier keineswegs gefallen." - Johann Wolfgang von Goethe, Italienische Reise I, 3. November 1786

Herr[Bearbeiten]

  • "Durch fortdauernde Anhänglichkeit und Liebe wird der Diener seinem Herrn gleich, der ihn sonst nur als einen bezahlten Sklaven anzusehen berechtigt ist." - Johann Wolfgang von Goethe, Lehrjahre IV,2

Sand (Gesteinssediment)[Bearbeiten]

Zange[Bearbeiten]

  • "Die Angst ist eine Zange, die fast jedem Menschen den Mund öffnet." - Weisenborn, Der Verfolger
  • "Wenn du eine glühende Masse Eisen auf dem Herde siehst, so denkst du nicht, daß so viel Schlacken drin stecken, als sich erst offenbaren, wenn es unter den großen Hammer kommt. Dann scheidet sich der Unrat, den das Feuer selbst nicht absonderte, und fließt und stiebt in glühenden Tropfen und Funken davon, und das gediegne Erz bleibt dem Arbeiter in der Zange. Es scheint, als wenn es eines so gewaltigen Hammers bedurft habe, um meine Natur von den vielen Schlacken zu befreien und mein Herz gediegen zu machen." - Johann Wolfgang von Goethe, An F. H. Jacobi, 17. November 1782

Erz[Bearbeiten]

  • "Wenn du eine glühende Masse Eisen auf dem Herde siehst, so denkst du nicht, daß so viel Schlacken drin stecken, als sich erst offenbaren, wenn es unter den großen Hammer kommt. Dann scheidet sich der Unrat, den das Feuer selbst nicht absonderte, und fließt und stiebt in glühenden Tropfen und Funken davon, und das gediegne Erz bleibt dem Arbeiter in der Zange. Es scheint, als wenn es eines so gewaltigen Hammers bedurft habe, um meine Natur von den vielen Schlacken zu befreien und mein Herz gediegen zu machen." - Johann Wolfgang von Goethe, An F. H. Jacobi, 17. November 1782

Spinnweben[Bearbeiten]

  • "Wie im Auge mit fliegenden Mücken, // So ists mit Sorgen ganz genau, // Wenn wir in die schöne Welt hinein blicken, // Da schwebt ein Spinnweben-Grau, // Es überzieht nicht, es zieht nur vorüber, // Das Bild ist gestört, wenn nur nicht trüber, // Die klare Welt bleibt klare Welt: // Im Auge nur ists schlecht bestellt." - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien VI

Gewebe[Bearbeiten]

  • "Alle Menschen groß und klein // Spinnen sich ein Gewebe fein, // Wo sie mit ihrer Scheren Spitzen // Gar zierlich in der Mitte sitzen. // Wenn nun darein ein Besen fährt, // Sagen sie, es sei unerhört, // Man habe den größten Palast zerstört." - Johann Wolfgang von Goethe, Divan . Buch der Parabeln
  • "Das Gewebe unseres Lebens und Wirkens bildet sich aus gar verschiedenen Fäden, indem sich Notwendiges und Zufälliges, Willkürliches und Rein-Gewolltes, jedes von der verschiedensten Art und oft nicht zu unterscheiden, durcheinanderschränkt." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Notice sur la Vie et les Ouvrages de Goethe par Albert Stapfer
  • "Die Weltgeschichte sei eigentlich nur ein Gewebe von Unsinn für den höhern Denker und wenig aus ihr zu lernen." - Johann Wolfgang von Goethe, F. v. Müller, 11. Oktober 1824
  • "Es weiß sich kein Mensch weder in sich selbst noch in andere zu finden und muß sich eben sein Spinnengewebe selbst machen, aus dessen Mitte er wirkt." - Johann Wolfgang von Goethe, An Schiller, 3. März 1799
  • "Indem ich mich zeither mit der Lebensgeschichte wenig und viel bedeutender Menschen anhaltender beschäftigte, kam ich auf den Gedanken: es möchten sich wohl die einen in dem Weltgewebe als Zettel, die andern als Einschlag betrachten lassen; jene gäben eigentlich die Breite des Gewebes an, diese dessen Halt, Festigkeit, vielleicht auch mit Zutat irgend eines Gebildes." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 230
  • "Nur zu! und laß dich ins Gewebe// Der Zweifelei nicht törig ein; // Denn wenn es keine Hexen gäbe, // Wer, Teufel! möchte Teufel sein!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A II, Kl. Walpurgisnacht / Mephisto Vs 7722f.

Faust[Bearbeiten]

Virtuose[Bearbeiten]

  • "Dagegen ist der geistvolle Mensch einem Virtuosen zu vergleichen, der sein Konzert allein ausführt, oder auch dem Klavier." - Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit
  • "Wenn du kühn im Wagen stehst, und vier neue Pferde wild unordentlich sich an deinen Zügeln bäumen, du ihre Kraft lenkst, den austretenden herbei, den aufbäumenden hinabpeitschest, und jagst und lenkst, und wendest, peitschest, hältst, und wieder ausjagst, bis alle sechzehn Füße in einem Takt ans Ziel tragen - das ist Meisterschaft, Virtuosität. -." - Johann Wolfgang von Goethe, An Herder, etwa 10. Juli 1772

Gruft[Bearbeiten]

  • "Die Geschichte, selbst die beste, hat immer etwas Leichenhaftes, den Geruch der Totengruft. ja man kann sagen, sie wird immer verdrießlicher zu lesen, je länger die Welt steht: denn jeder Nachfolgende ist genötigt, ein schärferes, ein feineres Resultat aus den Weltbegebenheiten herauszusublimieren, da denn zuletzt, was nicht als caput mortuum liegen bleibt, im Rauch aufgeht. Soll aber und muß Geschichte sein, so kann der Biograph sich um sie ein großes Verdienst erwerben, daß er ihr das Lebendige, das sich ihren Augen entzieht, aufbewahren und mitteilen mag." - Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit - Früheres Vorwort

Fabrik[Bearbeiten]

Moos[Bearbeiten]

Posaune[Bearbeiten]

  • "Welch Getöse bringt das Licht! // Es trommetet, es posaunet, // Auge blinzt, und Ohr erstaunet, // Unerhörtes hört sich nicht." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A I, Anmutige Gegend / Ariel Vs 4671f.

Schädel[Bearbeiten]

  • "Ich stelle es mir so vor: wenn wir einen Schädel in den Händen haben und auf ein an demselben befindliches sogenanntes Organ hinabsehen, so blicken wir aus der Höhe auf einen belaubten Wipfel eines Baumes, dessen Äste wir aus unserem Standpunkt nicht bemerken und noch weniger den (hier in Rückenmark eingehüllten) Stamm sehen können." - Johann Wolfgang von Goethe, H. Laube, (Juli) 1805
  • "Nun soll es an ein Schädelspalten!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Nacht / Valentin Vs 3703

Proteus[Bearbeiten]

  • "Hinweg zu Proteus! Fragt den Wundermann: // Wie man entstehn und sich verwandlen kann. (Nereus)
    Wir haben nichts durch diesen Schritt gewonnen, // Trifft man auch Proteus, gleich ist er zerronnen; (Thales)." - Johann Wolfgang von Goethe Faust II

Kollege[Bearbeiten]

  • "Die guten Ärzte wundern sich immer wieder, welche ihrer Kollegen bei den Patienten beliebt sind." - Gerhard Kocher, Vorsicht, Medizin! Aphorismen zum Gesundheitswesen
  • "Die Pflicht des Historikers ist zwiefach: erst gegen sich selbst, dann gegen den Leser. Bei sich selbst muss er genau prüfen, was wohl geschehen sein könnte, und um des Lesers willen muss er festsetzen, was geschehen sei. Wie er mit sich selbst handelt, mag er mit seinen Kollegen ausmachen, das Publikum muß aber nicht ins Geheimnis hineinsehen, wie wenig in der Geschichte als entschieden ausgemacht kann angesprochen werden." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 271
  • "Heiliger, lieber Luther, // Du schabtest die Butter // Deinen Kollegen vom Brot! // Das verzeihe dir Gott!" - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien IX - Ein lutherischer Geistlicher
  • "Und der Parteigeist, der meistens Kollegen trennt, macht dem Friedfertigsten das Leben am sauersten und füllt die Lustörter der Wissenschaften mit Hader und Zank." - Johann Wolfgang von Goethe, An G. A. Bürger, 20. Februar 1782

Kalender[Bearbeiten]

  • "Der Mond soll im Kalender stehn, // Doch auf den Straßen ist er nicht zu sehn! // Warum darauf die Polizei nicht achtet? // Mein Freund, urteile nicht so schnell! // Du tust gewaltig klug und hell, // Wenn es in deinem Kopfe nachtet." - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien V
  • "Es schnurrt mein Tagebuch Am Bratenwender: Nichts schreibt sich leichter voll Als ein Kalender." - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien
  • "Jeder Denkende, der seinen Kalender ansieht, nach seiner Uhr blickt, wird sich erinnern, wem er diese Wohltaten schuldig ist. Wenn man sie aber auch auf ehrfurchtsvolle Weise in Zeit und Raum gewähren läßt, so werden sie erkennen, daß wir etwas gewahr werden, was weit darüber hinaus geht, welches allen angehört und ohne welches sie selbst weder tun noch wirken könnten: Idee und Liebe." - Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 711

Mitternacht[Bearbeiten]

Palme[Bearbeiten]

Stroh[Bearbeiten]

Gemse[Bearbeiten]

  • "Wolltest du den Gemsen gleichen? Vor dem Falle muß uns graun." - Johann Wolfgang von Goethe , Faust II AIII Helena, Faust u. Chor Vs 9819f.

Kröte[Bearbeiten]

  • "Das Laster zieht das Unglück an sich, wie die Kröte den Gift, wenn Tugend unter eben dem Himmel gleich einem heilsamen Amulett die gesundeste Atmosphäre um uns erhält." – Johann Wolfgang von Goethe, Mahomet / Mahomet

Band[Bearbeiten]

  • "Dämonen, weiß ich, wird man schwerlich los, // Das geistig-strenge Band ist nicht zu trennen." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A V, Mitternacht / Faust Vs 11493

Schere[Bearbeiten]

  • "Alle Menschen groß und klein // Spinnen sich ein Gewebe fein, // Wo sie mit ihrer Scheren Spitzen // Gar zierlich in der Mitte sitzen. // Wenn nun darein ein Besen fährt, // Sagen sie, es sei unerhört, // Man habe den größten Palast zerstört." - Johann Wolfgang von Goethe, Westöstlicher Divan, Buch der Parabeln
  • "Die Schere der Parze hingegen bestimmt die Länge, dem sich denn das übrige alles zusammen unterwerfen muß." - Johann Wolfgang von Goethe Maximen und Reflexionen 230
  • "Wem aber Unglück // Das Herz zusammenzog, // Er sträubt vergebens // Sich gegen die Schranken // Des ehernen Fadens, // Den die doch bittre Schere // Nur einmal löst." - Johann Wolfgang von Goethe Harzreise im Winter

Muskel[Bearbeiten]

  • "Allerdings [könnte man auch einen Karrengaul schön nennen] und warum nicht? Ein Maler fände an dem stark ausgeprägten Charakter, an dem mächtigen Ausdruck von Knochen, Sehnen und Muskeln eines solchen Tieres wahrscheinlich noch ein weit mannigfaltigeres Spiel von allerlei Schönheiten als an dem milderen, egaleren Charakter eines zierlichen Reitpferdes." - Goethe, an Johann Peter Eckermann, 18. April 1827

Turm[Bearbeiten]

Pfau[Bearbeiten]

Saft[Bearbeiten]

Traube[Bearbeiten]

  • "Fluch sei dem Balsamsaft der Trauben! // Fluch jener höchsten Liebeshuld! // Fluch sei der Hoffnung! Fluch dem Glauben, // Und Fluch vor allem der Geduld!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Studierzimmer / Faust Vs 1587
  • "Shakespeare reicht uns im Gegenteil die volle reife Traube vom Stock, wir mögen sie nun beliebig Beere für Beere genießen, sie auspressen, keltern, als Most, als gegornen Wein kosten oder schlürfen, auf jede Weise sind wir erquickt." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Calderons Tochter der Luft
  • "Wer Wein verlangt, der keltre reife Trauben." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II (Astrolog)'

Öl[Bearbeiten]

Märtyrer[Bearbeiten]

Pol[Bearbeiten]

  • "Die endliche Ruhe wird nur verspürt, // Sobald der Pol den Pol berührt. // Drum danket Gott, ihr Söhne der Zeit, // Dass er die Pole für ewig entzweit." Johann Wolfgang von Goethe, Gott, Gemüt und Welt

Dolchstoß[Bearbeiten]

  • "Und kannst du von dem Unglücklichen, dessen Leben unter einer schleichenden Krankheit unaufhaltsam allmählich abstirbt, kannst du von ihm verlangen, er solle durch einen Dolchstoß der Qual auf einmal ein Ende machen? Und raubt das Übel, das ihm die Kräfte verzehrt, ihm nicht auch zugleich den Mut, sich davon zu befreien?" - Johann Wolfgang von Goethe, Werther 1. Buch, 8. August

Obst[Bearbeiten]

  • "Wenn du laut den einzelnen schiltst, er wird sich verstocken, // Wie sich die Menge verstockt, wenn du im ganzen sie lobst." - Johann Wolfgang von Goethe, Vierjahreszeiten - Herbst 77

Beichtvater[Bearbeiten]

  • "Brenn einem das Haus ab, daran er zehen Jahre gebauet hat, und schick ihm einen Beichtvater, der ihm die christliche Geduld empfiehlt." - Johann Wolfgang von Goethe, Clavigo A IV, Clavigos Wohnung / Carlos
  • "Es wäre schön zu untersuchen, ob nicht Protestanten mehr als Katholiken zu Selbstbiographien geneigt sind. Diese haben immer einen Beichtvater zur Seite und können ihre Gebrechen hübsch einzeln los werden, ohne sich um eine fruchtbare Folge zu bekümmern, der Protestant im entgegengesetzten Falle trägt sich selbst die Fehler länger nach, und ihm ist es doch um ein sittliches Resultat zu tun." - Johann Wolfgang von Goethe, An K. W. Göttling, 4. März 1826

Dolch[Bearbeiten]

  • "Der Hass schadet niemandem, aber die Verachtung ist es, was den Menschen stürzt. Kotzebue wurde lange gehaßt, aber damit der Dolch des Studenten sich an ihn wagen konnte, mußten ihn gewisse Journale erst verächtlich machen." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 15. Februar 1831
  • "Die Sorge nistet gleich im tiefen Herzen, // Dort wirket sie geheime Schmerzen, // Unruhig wiegt sie sich und störet Lust und Ruh, // Sie deckt sich stets mit neuen Masken zu, // Sie mag als Haus und Hof, als Weib und Kind erscheinen, // Als Feuer, Wasser, Dolch und Gift: // Du bebst vor allem, was nicht trifft, // Und was du nie verlierst, das mußt du stets beweinen." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Nacht / Faust Vs 644f.

Hader[Bearbeiten]

Galle[Bearbeiten]

Bellen[Bearbeiten]

Karawane[Bearbeiten]

Journal[Bearbeiten]

Wohnen[Bearbeiten]

Jupiter[Bearbeiten]

  • "Die Sonne selbst, sie ist ein lautres Gold, // Merkur, der Bote, dient um Gunst und Sold, // Frau Venus hats euch allen angetan, // So früh als spat blickt sie euch lieblich an, // Die keusche Luna launet grillenhaft, // Mars, trifft er nicht, so dräut euch seine Kraft, // Und Jupiter bleibt doch der schönste Schein, // Saturn ist groß, denn Auge fern und klein." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A I, Saal des Thrones / Astrolog Vs 4955f.

Sichel[Bearbeiten]

Nest[Bearbeiten]

  • "Auch ich halte das fürs Beste, // Was dem wackern Mann gefällt, // Wenn im stillen warmen Neste // Sich ein Heiliges lebend hält." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A II, Felsbuchten / Thales Vs 8355
  • "Der Vogel ist froh in der Luft gemütet, // Wenn es da unten im Neste brütet." - Johann Wolfgang von Goethe, Sprichwörtlich

Wiederkäuer[Bearbeiten]

  • "Woran die Natur das Geschöpf eigentlich fesselt, ist sein Gebiss, was es ergreifen kann und muß, soll es zermalmen vor allen Dingen. Der unbeholfene Zustand der Wiederkäuer entspringt aus der Unvollkommenheit des Kauens, aus der Notwendigkeit wiederholten Zermalmens des schon halb Gekochten." - Johann Wolfgang von Goethe, Vergleichende Anatomie - Skelette der Nagetiere

Souffleur[Bearbeiten]

Pilger[Bearbeiten]

Tulpe[Bearbeiten]

Ekstase[Bearbeiten]

  • "Es gibt empirische Enthusiasten, die, obgleich mit Recht, an neuen guten Produkten, aber mit einer Ekstase sich erweisen, als wenn sonst in der Welt nichts Vorzügliches zu sehen gewesen wäre." - Goethe, Maximen und Reflexionen 1021

Philister[Bearbeiten]

Konzert[Bearbeiten]

Zeitalter[Bearbeiten]


Dämon[Bearbeiten]

Pedant[Bearbeiten]

Raupe[Bearbeiten]

Ostern[Bearbeiten]

Singen[Bearbeiten]

  • "Heute geh ich. Komm ich wieder // Singen wir ganz andre Lieder. // Wo so viel sich hoffen lässt, // Ist der Abschied ja ein Fest." - Johann Wolfgang von Goethe, Sprichwörtlich
  • "Hörst du reine Lieder singen, // Ohr ist eins mit deiner Brust, // Siehst du Farben um dich klingen, // Wirst du deines Augs bewußt. // In das Innere zu dringen, // Gibt das Äußre Glück und Lust." - Johann Wolfgang von Goethe, Inschriften, Denk- und Sendeblätter 61
  • "Hört ihr Kindeslieder singen, // Gleich ists euer eigner Scherz, // Seht ihr mich im Takte springen, // Hüpft euch elterlich das Herz." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A III, Schattiger Hain / Euphorion Vs 9695f.
  • "Liebchen, kommen diese Lieder // Jemals wieder dir zur Hand, // Sitze beim Klaviere nieder, // Wo der Freund sonst bei dir stand. // Laß die Saiten rasch erklingen // Und dann sieh ins Buch hinein, // Nur nicht lesen! immer singen! // Und ein jedes Blatt ist dein." - Johann Wolfgang von Goethe, An Lina
  • "Liebe sei vor allen Dingen // Unser Thema, wenn wir singen, // Kann sie gar das Lied durchdringen, // Wirds um desto besser klingen." - Johann Wolfgang von Goethe, Divan - Buch des Sängers - Elemente
  • "Man hat ein Schimpflied auf dich gemacht, // Es hats ein böser Feind erdacht. // Laß sies nur immer singen, // Denn es wird bald verklingen. - // Dauert nicht so lang in den Landen // Als das: Christ ist erstanden. // Das dauert schon 1800 Jahr // Und ein paar drüber, das ist wohl wahr!" - Johann Wolfgang von Goethe, Sprichwörtlich
  • "Was wir in Gesellschaft singen, // Wird von Herz zu Herzen dringen." - Johann Wolfgang von Goethe, Gesellige Lieder - Motto
  • "Wisse, daß mir sehr mißfällt // Wenn so viele singen, und reden! // Wer treibt die Dichtkunst aus der Welt? // Die Poeten!" - Johann Wolfgang von Goethe, Divan - Buch der Sprüche
  • "Wißt ihr, was mich Poeten // Erst recht erfreuen sollte? // Dürft ich singen und reden, // Was niemand hören wollte." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A 1, Weitläufiger Saal / Satiriker Vs 5295f.

Jahreszeit[Bearbeiten]

Mittag[Bearbeiten]

Ferse[Bearbeiten]

Spinnen[Bearbeiten]

  • "Alle Menschen groß und klein // Spinnen sich ein Gewebe fein, // Wo sie mit ihrer Scheren Spitzen // Gar zierlich in der Mitte sitzen. // Wenn nun darein ein Besen fährt, // Sagen sie, es sei unerhört, // Man habe den größten Palast zerstört." - Johann Wolfgang von Goethe, Divan. Buch der Parabeln
  • "Fahrt nur fort, nach eurer Weise // Die Welt zu überspinnen! // Ich in meinem lebendigen Kreise // Weiß das Leben zu gewinnen." - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien I
  • "Nicht leicht möchte ein Bild regeren Lebens gefunden werden als in einer Stube, wo mehrere Spinnerinnen arbeiten." - Johann Wolfgang von Goethe, Wanderjahre III,5
  • "Verbiete du dem Seidenwurm, zu spinnen, // Wenn er sich schon dem Tode näher spinnt: // Das köstliche Geweb entwickelt er // Aus seinem Innersten, und läßt nicht ab, // Bis er in seinen Sarg sich eingeschlossen." - Johann Wolfgang von Goethe, Tasso A V Sz 2 / Tasso Vs 3083f.
  • "Was ich in dem Kämmerlein // Still und fein gesponnen, // Kommt - wie kann es anders sein? // Endlich an die Sonnen." - Johann Wolfgang von Goethe, Die Spinnerin

Schuhe[Bearbeiten]

Getränk[Bearbeiten]

  • Rasch schlägt der Puls des jugendlichen Lebens, // Rasch schießt der Pflanze Trieb zum schlanken Kiel, // Die Jugend freut sich nur des Vorwärtsstrebens, // Versucht sich weit umher, versucht sich viel. // Der Kräfte Spielen ist drum nicht vergebens, // So kennt sie bald sich Umfang, Maß und Ziel: // Der Most, der gärend sich vom Schaum geläutert, // Er wird zum Trank, der Geist und Sinn erheitert. - Johann Wolfgang von Goethe, Was wir bringen - Halle Sz 3 / Lachesis

Kontrolle[Bearbeiten]

  • "Der Lustspieldichter ist gleichsam nur ein hämischer Kontrolleur, der auf die Fehler seiner Mitbürger überall ein wachsames Auge hat und froh zu sein scheint, wenn er ihnen eins anhängen kann." - Johann Wolfgang von Goethe, Lehrjahre II,4
  • "Mit sich selbst zu Rate gehn, // Immer wirds am besten stehn, // Gern im Freien, gern zu Haus, // Lausche da und dort hinaus // Und kontrolliere dich für und für, // Da horchen alt und jung nach dir." - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien IV

Melodie[Bearbeiten]

Sirene[Bearbeiten]

  • "Habt von Sirenen gehört? - // Melpomenens Töchter, sie prunkten // Zöpfumflochtenen Haupts, heiter entzückten Gesichts; // Vögel jedoch von der Mitte hinab, // die gefährlichsten Buhlen, // Denen vom küßlichen Mund floß ein verführendes Lied." - Johann Wolfgang von Goethe Die neue Sirene

Karneval[Bearbeiten]

Kavalier[Bearbeiten]

Uhr[Bearbeiten]

Taufe[Bearbeiten]

  • "Durch die sinnliche Handlung der Taufe oder des Händeauflegens gerührt, gab vielleicht ihr Körper der Seele eben denjenigen Ton, der nötig ist, um mit dem Wehen des heiligen Geistes zu sympathisieren, das uns unaufhörlich umgibt". - Johann Wolfgang von Goethe, Brief des Pastors
  • "Fehlt es dem protestantischen Kultus im ganzen an Fülle, so untersuche man das einzelne, und man wird finden, der Protestant hat zu wenig Sakramente, ja er hat nur eins, bei dem er sich tätig erweist, das Abendmahl: denn die Taufe sieht er nur an andern vollbringen, und es wird ihm nicht wohl dabei." Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit II,7

Rückgrat[Bearbeiten]


Schelm[Bearbeiten]

Drache[Bearbeiten]

Blech[Bearbeiten]

Ader[Bearbeiten]

  • "In Bergesadern, Mauergründen // Ist Gold gemünzt und ungemünzt zu finden, // Und fragt ihr mich, wer es zu Tage schafft: // Begabten Manns Natur- und Geisteskraft!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A I, Saal des Thrones / Mephisto Vs 4893f
  • "In meinen Adern welches Feuer! // In meinem Herzen welche Glut!" - Johann Wolfgang von Goethe, Willkommen und Abschied
  • "Ließ nicht Prometheus selbst die reine Himmelsglut // Auf frischen Ton vergötternd niederfließen? // Und konnt er mehr als irdisch Blut // Durch die belebten Adern gießen?" - Johann Wolfgang von Goethe, Ilmenau
  • "Was Gutes zu denken, wäre gut, // Fänd sich nur immer das gleiche Blut, // Dein Gutgedachtes, in fremden Adern, // Wird sogleich mit dir selber hadern." - Johann Wolfgang von Goethe, Lähmung

Echo[Bearbeiten]

Hintern[Bearbeiten]

Pendel[Bearbeiten]

Kaiser (Monarch)[Bearbeiten]

Weizen[Bearbeiten]

Hirsch (Tier)[Bearbeiten]

  • "Die Katholiken vertragen sich unter sich nicht, aber sie halten immer zusammen, wenn es gegen einen Protestanten geht. Sie sind einer Meute Hunden gleich, die sich untereinander beißen, aber, sobald sich ein Hirsch zeigt, sogleich einig sind und in Masse auf ihn los gehen." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 7. April 1829

Sehne[Bearbeiten]

Pest[Bearbeiten]

  • "Die Pest oder ein böses Fieber rasen in einem gesunden, vollsaftigen Körper, den sie anfallen, schneller und heftiger…" - Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre II,1

Vieh[Bearbeiten]

  • "Gut! Ein Mittel, ohne Geld // Und Arzt und Zauberei zu haben: // Begib dich gleich hinaus aufs Feld, // Fang an zu hacken und zu graben, // Erhalte dich und deinen Sinn // In einem ganz beschränkten Kreise, // Ernähre dich mit ungemischter Speise, // Leb mit dem Vieh als Vieh und acht es nicht für Raub, // Den Acker, den du erntest, selbst zu düngen! // Das ist das beste Mittel, glaub, // Auf achtzig Jahr dich zu verjüngen!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Hexenküche / Mephisto Vs 2351f.

Heu[Bearbeiten]

Schall[Bearbeiten]

Klavier[Bearbeiten]

  • Liebchen, kommen diese Lieder // Jemals wieder dir zur Hand, // Sitze beim Klaviere nieder, // Wo der Freund sonst bei dir stand. // Laß die Saiten rasch erklingen // Und dann sieh ins Buch hinein, // Nur nicht lesen! immer singen! // Und ein jedes Blatt ist dein." - Johann Wolfgang von Goethe, An Lina

Motte[Bearbeiten]


Fest[Bearbeiten]

  • "Bei jedem Fest, wenns noch so glänzend war, // Nichts ward vermißt: mir fehlte die Gefahr!" - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A IV, Auf dem Vorgebirg /Kaiser Vs 10411
  • "Das heißt noch ein altes, ein tüchtiges Wort, // Es passet zum ersten und passet so fort, // Und schallet ein Echo vom festlichen Ort, // Ein herrliches Ergo bibamus!" - Johann Wolfgang von Goethe, Ergo bibamus
  • "Das römische Karneval ist ein Fest, das dem Volke eigentlich nicht gegeben wird, sondern das sich das Volk selbst gibt." - Johann Wolfgang von Goethe, Italienische Reise III, Das römische Karneval
  • "Denn für den Guten bleibt es wohl das höchste Fest, // Wenn alte Schulden zu entrichten ihm gelingt // Und wenn ihm dankbar sich zu zeigen endlich glückt." - Johann Wolfgang von Goethe, Prolog" - Halle, 6. August 1811
  • "Die guten Vorsätze im Menschen, die Grundsätze, die immer wieder von der Natur überwältigt werden, sind wie die Reinigung, Scheuerung und Schmückung an Sonn-, Fest- und Ehrentagen. Man wird zwar immer wieder schmutzig, aber es ist doch gut, daß man durch solche partielle Reinigung die Reinlichkeit überhaupt nicht unmöglich macht." - Johann Wolfgang von Goethe, an Friedrich Wilhelm Riemer, November 1806
  • "Es wird von allen Glaubensgenossen gefeiert und ist in diesem Sinne noch mehr als Nationalfest: ein Fest der reinsten Humanität." - Johann Wolfgang von Goethe, Schriften zur Literatur - Zum Reformationsfest
  • "Gib das Beste // Und mach das Leben zum Feste." - Johann Wolfgang von Goethe, An Personen 160 - An Friedrich Förster
  • "Leben ist ein großes Fest, // Wenn sichs nicht berechnen läßt." - Johann Wolfgang von Goethe, Frühlingsorakel
  • "Magst du jemand Feste geben, // Dem du schwer verschuldet? // Kannst du doch mit niemand leben, // Der dich allenfalls nur duldet." - Johann Wolfgang von Goethe, Zahme Xenien VIII
  • "Ruhe der Seele ist kein Festtagskleid." - Johann Wolfgang von Goethe, Zum Schäkespears Tag
  • "Sie läuten so eben mit unseren sonoren Glocken das Reformationsfest ein. Ein Schall und Ton, bei dem wir nicht gleichgültig bleiben dürfen." - Johann Wolfgang von Goethe, an Carl Friedrich Zelter, 30. Oktober 1824
  • "Unter allen Festen ist das Hochzeitsfest das unschicklichste, keines sollte mehr in Stille, Demut und Hoffnung begangen werden als dieses." - Johann Wolfgang von Goethe, Lehrjahre V,13
  • "Wer nicht ganz verwöhnt und hinlänglich jung ist, findet nicht leicht einen Ort, wo es ihm so wohl sein könnte als ins Theater. Man macht an Euch gar keine Ansprüche, Ihr braucht den Mund nicht aufzutun, wenn Ihr nicht wollt, vielmehr sitzt Ihr im völligen Behagen wie ein König und laßt Euch alles bequem vorführen und Euch Geist und Sinne traktieren, wie Ihr es nur wünschen könnt. Da ist Poesie, da ist Malerei, da ist Gesang und Musik, da ist Schauspielkunst, und was nicht noch alles! Wenn alle diese Künste und Reize von Jugend und Schönheit an einem einzigen Abend, und zwar auf bedeutender Stufe, zusammenwirken, so gibt es ein Fest, das mit keinem andern zu vergleichen." - Johann Wolfgang von Goethe, an Johann Peter Eckermann, 22. März 1825
  • "Zuletzt, bei allen Teufelsfesten, // Wirkt der Parteihaß doch zum besten, // Bis in den allerletzten Graus." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust II A IV, Auf dem Vorgebirge / Mephisto Vs 10777

Schwarz (Farbe)[Bearbeiten]

Grau[Bearbeiten]

Uniform[Bearbeiten]